Hakis Blog

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Meine neuerste Geschichte...
Viel Spaß^^



VAMPIRKRIEG


Keimo:

Seit drei Stunden schleiche ich nun schon durch die Straßen auf der Suche nach anderen Vampiren. Doch bis jetzt ist mir noch keiner begegnet.
Ich weiß gar nicht wieso ist das tue.
Dabei könnte ich jetzt gemütlich zuhause vor dem Kamin sitzen und ein Glas frisches, warmes Blut trinken.
Wenigstens ein Mensch könnte mir über den Weg laufen, denn ich krieg bei dem Gedanken an Blut schon schrecklich Durst.
Aber um diese Zeit ist einfach nichts los.
Die Partymacher sind schon zuhause und für die, die arbeiten gehen müssen, ist es noch zu früh.
Wer steht auch freiwillig um 3.15 Uhr auf?
Bevor ich jedoch weiter in meine Gedanken abdrifte, konzentriere ich mich wieder auf die Gegend um mich.
Leider keine Vampire. Eigentlich schade. So ein kleiner Kampf wäre doch jetzt richtig lustig.
Doch vermutlich rennt mir heute eh wieder keiner über den Weg, denn die Clans sind vorsichtiger geworden in der letzten Zeit.
Der Krieg ist in vollem Gange zwischen den Clans.
Seit über 200 Jahren kämpfen die in dieser Stadt ansässigen Clans nun schon um die Herrschaft. Wie viele von uns nun schon zu Tode gekommen sind ist unklar, aber es waren auf jeden Fall zu viele. Jeder einzelne, der getötet wurde, war schon einer zu viel.
Doch bis dieser Krieg nicht entschieden ist, wird sich wohl nichts ändern.
Es wundert mich, dass die Menschen immer noch in dieser Stadt leben, bei all den Leichen die ständig irgendwo auftauchen. Aber vermutlich haben sie es hingenommen und hoffen nur mehr, dass es nicht sie selbst erwischt.

Ich glaube aber auch, dass es damit zusammenhängt, dass sich die Vampire des Krieges wegen auch mit ihrem Blutdurst ziemlich zurückhalten.
Ich für meinen Teil hasse diesen Krieg.
Ich kämpfe zwar unheimlich gerne, aber dieses ständige Abschlachten geht Einem schon auf die Nerven. Besonders wenn's eh keinen Sinn hat.
Aber sagt man das einem anderen Vampir, bekommt man gleich einen Vortrag gehalten von wegen, der Ehre wegen müsse man die Herrschaft erlangen und dies ginge nun mal nicht anders als durch Krieg.
Mir würden tausend andere Wege einfallen.
Wie wäre es zum Beispiel mit Schere - Stein - Papier ?
Oder Poker? Rummy? Vampir ärgere dich nicht?

Aber nein, meine werten Angehörigen müssen natürlich immer gleich Krieg führen.
So was Unsinniges.

Und aus diesem Grund muss ich mich hier jetzt um die Zeit durch die Straßen quälen und sollte ich anderen Vampiren begegnen, diese umbringen.
Ganz toll.
Wirklich... Ich liebe mein Leben.........

Gerade als ich genervt ausseufzen will aufgrund meiner misslichen Lage, ertönt ein Geräusch aus einer kleinen Seitengasse. Mein Gehör fokussiert sich automatisch auf das Geräusch und all meine Sinne schlagen Alarm.
Ein Vampir.

Leise schleiche ich mich an die Seitengasse an und spähe um die Ecke, in der Hoffnung nicht gesehen zu werden.
Was sich mir dort bietet, ist fast schon niedlich.
Ein kleiner Vampir läuft verwirrt hin und her, scheint nicht zu wissen wo er ist und was er tun soll. Dabei macht er so ein verzweifeltes Gesicht, dass man ihn am liebsten an der Hand nehmen und ihn zu seiner Mama bringen will. Einfach süß.
Aber ich darf jetzt nicht nachlässig werden, nur weil der Kleine so jung ist.
Welchem Clan er wohl angehört?
Allein von seinem Aussehen kann man das nicht sagen und sein Verhalten ist noch nicht ausgereift genug, um ihn zuordnen zu können.

Auf jeden Fall ist er nicht aus meinem Clan, so viel steht fest.
Dann bleiben nur mehr drei.
Juhu......
Aber wie finde ich jetzt raus aus welchem er ist?
Vielleicht lass ich es einfach und töte ihn so.
Spaß werde ich da wohl keinen kriegen. So jung wie er ist, sieht er nicht aus als ob er kämpfen könnte.

Ich seufze noch ein letztes Mal resigniert und mache dann ein paar Schritte in die Gasse hinein.
Dann warte ich, bis mich der Kleine bemerkt, doch dieser ist so verwirrt, dass er meine Anwesenheit gar nicht zur Kenntnis nimmt.
Nachdem ich ein wenig still dagestanden bin in der Hoffnung endlich ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, gebe ich es auf und räuspere mich.

Sofort erstarrt der Kleine und dreht sich dann völlig verängstigt um.
Als wir uns gegenüber stehen, mustert er mich ängstlich und starrt mich dann verzweifelt und verschreckt an.
Er weiß, dass ich ein Vampir bin und dass ich nicht aus seinem Clan bin.
Damit weiß er auch, dass ich kein Freund bin und ihn töten werde.
Ich muss darauf leicht lächeln, denn jeder ausgewachsene Vampir hätte mich entweder schon angegriffen oder wäre geflohen.
Jeder ausgewachsene Vampir wäre jetzt auch schon tot.

Der Kleine zuckt auf mein Lächeln hin leicht zusammen und fängt an heftig zu zittern.
Dann scheint sein kleiner Körper mit Adrenalin überflutet zu werden, denn ganz mutig fragt er:
"A-Aus welchem C-Clan b-b-bist du?"
Ich kichere leicht und antworte dann, "Aus dem Culumclan, Kleiner. Kennst du den?"
Der kleine schüttelt verängstigt den Kopf.
"Das hab ich mir gedacht. Bei euch gibt es nur drei bekannte Clans, stimmt's? Der Bellicus-, der Deus- und der Heresclan. Nun musst du wissen, dass es noch einen Clan gibt. Einen geheimen, aber sehr mächtigen Clan. Das ist der Culumclan, dem auch ich angehöre. Zu welchem gehörst du denn eigentlich?"
Die Augen des Kleinen blicken mich erst noch verwirrt an über den seltsamen vierten Clan, bevor er dann leise "D-Deusc-cl-clan" stottert.

Soso, er ist also vom Deusclan.
Wusste gar nicht, dass die ihre Kleinen allein rumlaufen lassen, wo es doch so gefährlich ist.
Naja, ist nur Vorteil für mich, so muss ich mich nicht mit zwei rumschlagen, auch wenn mir das eigentlich lieber wäre.
Aber Schluss des Geredes jetzt. Ich will so schnell wie möglich nach Hause und deshalb werde ich den Kleinen jetzt töten.
Schade um ihn, hätte sicher mal ein akzeptabler Vampir werden können.

Ganz langsam senke ich meinen Kopf, zeige ihm somit, dass ich ihn angreifen werde und lecke mir über die spitzen Eckzähne.
Sofort versteift sich der Kleine noch mehr und seine Augen sind weit aufgerissen.

Ich springe auf ihn zu, will ihm mit meinen Zähnen die Halsschlagader herausreißen, bin nur mehr ein paar Zentimeter von ihm entfernt, als ich brutal weggeschleudert werde.
Ich komme hart auf dem Boden auf und richte mich noch in derselben Bewegung wieder in eine kniende Position auf.

Fauchend richte ich meinen Blick auf das, was mich weggeschleudert hat.
Vor mir steht ein weiterer Vampir und beschützt scheinbar den Kleinen.
Scheiße. Sind sie also doch nicht allein unterwegs.
Abschätzend besehe ich mir den neu hinzugekommen Vampir.
Er scheint erwachsen zu sein und er sieht aus, als ob er kämpfen könnte. Wundervoll.
Doch da fällt mein Blick auf seinen linken Arm.
Er hält ihn leicht von seinem Körper weg und scheint ihn in einem besonderen Winkel halten zu wollen.

Bevor ich weiter darüber nachdenken kann, schalten sich meine Kämpfersinne wieder ein und keine Sekunde später stehe ich wieder auf beiden Beinen, Zähne gebleckt und ihn leise anfauchend.

Mich böse anfunkelnd zischt er dem Kleinen zu, dass er verschwinden soll und er sich um dieses Ding' kümmern würde.
Hey, das ist aber nicht nett!
Ich bin kein Ding. Pah. Idiot.
Darauf fauche ich ihn etwas lauter an und sofort liegt seine gesamte Aufmerksamkeit wieder auf mir.
Der Kleine hetzt währenddessen davon, sich immer wieder zu seinem großen Retter umdrehend. Dieser jedoch beachtet ihn kein bisschen und scheint zu überlegen, wie er mich besiegen könnte.
Ich lasse ihn jedoch nicht weiter darüber grübeln und greife ihn an.
Ich stürze mich mit kratzbereiten Fingern auf ihn, gewillt ihm ein paar hässliche Narben zu verpassen. Doch er fängt meine Hände mit seinen ab und dreht sich so, dass er mich auf den Rücken schmeißt.
Hm... Da hab ich ihn wohl unterschätzt.
Sieht so aus als ob das noch lustig werden könnte.
Diabolisch grinsend gehe ich wieder auf ihn los und diesmal schafft er es nicht meinen Angriff abzuwehren und ich treffe ihn an der linken Schulter.
Er taumelt darauf ein paar Schritte zurück und greift mich dann sofort an.
Ich kann seinen Angriff gerade noch abwehren und kontere mit einem auf seinen Bauch gezielten Tritt, den er jedoch abfängt.
Er faucht mich wütend an, holt dann aus und lässt seine Faust auf mich niedersausen.
Ich wehre den Schlag ab und bekomme dann einen harten Schlag von seiner anderen Hand in meinen Bauch.
Zischend ziehe ich die Luft ein, springe von ihm zurück und beobachte ihn genau, während ich mir mit einer Hand den Bauch halte.
Shit, das hat wehgetan. Der hat einen ganz schönen Schlag drauf.
Nach ein paar Sekunden geht er wieder auf mich los, doch ich schaffe es ihm auszuweichen und ihm dafür einen harten Schlag ins Genick zu versetzen.
Er keucht laut auf, dreht sich dann wieder um und übergießt mich mit einem Hagel aus Schlägen und Stichen.
Den meisten kann ich ausweichen oder sie abwehren aber einige treffen mich dennoch.
Ich beiße die Zähne fest zusammen und ducke mich dann unter seinen Schlägen weg um schnell hinter ihn zu kommen, mich in seine Schultern zu krallen und ihm in die Halsbeuge zwischen Hals und Schulter zu beißen.
Er heult gequält auf und versucht mich loszuwerden, wird jedoch durch den Blutverlust, den ich ihm gerade beschere immer langsamer und unkoordinierter.
Schließlich schafft er es mich wegzubekommen und steht mir dann wieder schnaufend gegenüber.
Ich grinse immer noch breit, lecke mir sein Blut von den Lippen und stürze mich dann wieder auf ihn, was ihn umschmeißt, sodass ich über ihm bin und ihm kräftig eine reinhauen kann.
Er keucht auf, schafft es dann jedoch, als ich ein weiteres Mal ausholen will, sich so zu drehen, dass er über mir liegt und mich festnagelt.

Ich blitze ihn böse an und versuche mich loszureißen, was nach ein paar Versuchen dann auch klappt, sodass ich ihn von mir runterstoßen kann und er völlig verausgabt neben mir landet.
Schnell richte ich mich wieder auf sehe ihn mir an wie er stöhnend und keuchend auf allen Vieren seiend immer wieder husten muss und Blut spuckt.
Ich warte bis er sich aufrichtet und mich aus wütenden Augen ansieht.
Ich erwarte, dass er mich jetzt um Gnade bitten wird, da ich augenscheinlich gewonnen habe, doch ich warte vergeblich.
Was ich nun jedoch zu hören bekomme, erstaunt mich ziemlich;
"Was ist? Na los, töte mich schon. Das ist doch das was du willst, oder? Du hast gewonnen, also bring mich schon um!"
All meine bisherigen Gegner haben um Gnade gebettelt, dass er jetzt von mir verlangt ihn umzulegen, ist mir völlig neu.
"Na, was ist? Das hier ist ein Krieg, da bringt man sich um, also tu's endlich!"
Wie er das Wort Krieg ausspricht, sagt mir, dass er ebenso wie ich nicht wirklich überzeugt ist von den Gründen des Krieges.
Also wird er mir wohl nicht in den Rücken fallen, wenn ich ihm den Rücken zuwende.
Er ist ein guter Kämpfer, dadurch hat er sich meinen Respekt verdient.
Ja, ich glaube, ich habe mich entschieden.
Ich seufze einmal noch auf und drehe mich dann mit einem Lächeln auf den Lippen um, um aus dieser Gegend zu verschwinden und endlich nach Hause zu kommen.
"Hey,", schreit er mir nach, "was machst du?!"
Ich drehe mich noch einmal um, beobachte ihn wie er verwirrt dahockt und sich mit der Hand die Wunde an seiner Halsbeuge hält.
Ihm ein letztes Mal zulächelnd, antworte ich ihm, bevor ich mich wieder umdrehe und gehe:
"Es war ein unfairer Kampf und daher werde ich diesen Sieg nicht annehmen.
Ich werde wieder gegen dich kämpfen, wenn du gesund bist und keinen verletzten Arm hast, und erst wenn ich dann gewonnen habe, werde ich den Sieg anerkennen!"


Aleksanteri:

Heftig atmend erreiche ich das große Tor, das den Eingang zum Grundstück bzw. Hauptquartier, wie man es auch nennen könnte, unseres Clans.
Ich muss mich an den Gitterstäben des Tores festhalten um nicht völlig wegzusacken.
Scheiße, ich muss mich dringend hinlegen.
Inzwischen spüre ich den Schmerz in meinem Körper gar nicht mehr richtig, nur mehr dieses Verlangen ohnmächtig zu werden. Mein Körper will sich ausruhen, doch mein Geist wehrt sich strikt dagegen.
Nur unterbewusst nehme ich das Geräusch der Sprechanlage wahr, die mich nach Namen und Begründung des Kommens fragt. Die wissen das doch eh schon lange, wofür sind die Kameras sonst da? Die sollen mich reinlassen, verdammt....
Ein Hustenanfall überkommt mich und zwingt mich schlussendlich ganz auf die Knie.
Nach ich weiß nicht wie viel Zeit, ich kann das nicht mehr richtig beurteilen, greift mir plötzlich jemand unter die Arme und hebt mich hoch.
Na endlich. Ich will endlich schlafen....
Schlafen....
Schl...af...en.......
......

"Oh Aleksanteri, ich bitte dich... wach doch endlich wieder auf..." Ein Schniefen ertönt neben mir.
Mühsam und vor allem vorsichtig öffne ich die Augen und sehe erstmal gar nichts.
Nachdem ich mehrere Male geblinzelt habe, nehme ich immerhin schon Umrisse wahr und meine Sinne fangen auch langsam wieder zu arbeiten an.
"Aleksi?! Bist du wach?!? MINNA, ER IST WACH!!!"
Autsch, meine Ohren.
Jungchen, meine Ohren tun weh, also hör auf so zu brüllen!
Als die Person neben mir, schon wieder losschreien will, fauche ich einmal laut und schon ist wieder Stille.
Herrlich....
Ich fühle mich immer noch wie erschlagen und schließe meine Augen wieder, weil es mir zu mühsam wird sie offen zu halten.
Gerade als ich in eine Art Halbschlaf drifte, werde ich an vorsichtig gerüttelt.
Wer auch immer das ist, er scheint nicht zu wissen wo er mich berühren soll.
Was'n mit dem los? AAAAHHH!!!!!
OK JETZT WEISS ICH ES!!! Verdammt tut das weh!
Was ist mir da denn passiert?
Bevor er mich wieder rütteln kann, öffne ich lieber meine Augen, bevor das noch Mal so weh tut, das muss ich echt nicht haben.
Und wen sehe ich vor mir - leicht verschwommen noch, aber trotzdem - ?
Minna.
Leicht seufze ich und sehe dann in das strenge Gesicht unserer Jungvampirbetreuerin.
Jedenfalls glaube ich, dass sie streng aussieht. Im Moment bin ich schon froh, erkannt zu haben, dass sie es ist.
"Oh Gott, Aleksi, was zum Teufel hast du getan??"
Hä? Was meint sie denn?
Ups... Wird sie mir nicht sagen können, wenn ich nicht ordentlich frage.
Der erste Ton den ich versuche herauszubringen ist allerdings nicht mehr als ein verzweifeltes Röcheln.
Schnell wird mir ein Glas Wasser an die Lippen gehalten, wovon ich vorsichtig trinke.
Noch einmal durchatmen und starten des zweiten Versuches.
"Wovon... Wovon redest d-du?" Ging doch. Bisschen atemlos noch aber verständlich.
Ich hab so das Gefühl, sie schaut mich jetzt besorgt an.
Und ihre Stimmlage scheint mir das zu bestätigen.
"Du bist völlig fertig, Junge! Du hast Verletzungen bei denen ich mich frage, wieso du überhaupt noch lebst!!" Kreischt sie mir besorgt entgegen.
"Minna, bitte..... Meine Ohren..." Versuche ich sie zu beschwichtigen und muss gleich danach herzlich gähnen.
"Oh Junge. Ist klar, dass du müde bist. Aber vielleicht erzählst du uns erst was passiert ist.
Du warst vollkommen hinüber, als du nach Hause gekommen bist."
"Minna... Verzeih mir... aber... jetzt nicht... Ich will... nur schlafen..."
Ich sehe sie noch nicken und schon bin ich wieder weg.

Das nächste Mal als ich aufwache ist das erste, was ich merke, dass ich allein im Raum bin.
Ich sehe mich im Zimmer um und erkenne erleichtert, dass ich in meinem eigenen kleinen Reich bin.
Oh... scheiße, mir tut alles weh.
Ich richte mich vorsichtig auf und reibe mir erst einmal die Stirn.
Autsch. Meine Hand ist auch nicht gerade schmerzfrei, wundervoll.
Hmm.... Wo ich sie mir so anschaue bemerke ich auch den Verband der darum gewickelt ist.
Wo kommt der denn her? Ich hatte mir doch nur den anderen Arm verstaucht, als ich mit ein paar Jungvampiren gespielt habe aber die hier?
Und wieso tut der Rest so weh?
......
Oh... Klar... Da ist's passiert....
Ich hab ja mit diesem seltsamen Vampir gekämpft.
Er war gut und weil ich nicht ganz fit war hat er auch gewonnen.
Wäre ich richtig fit gewesen bin ich mir sicher, es wäre ein echt geiler Kampf werden können.
Aber leider hat er gewonnen.
Wart mal.
Er sagte doch so was, das er den Sieg nicht annehme.....
Wow... Das war der erste faire und ehrenhafte Vampir dem ich begegnet bin.....
Nur wer war er?
Er hat gerade unseren kleinen Lance angegriffen, als ich ihn davon abgehalten habe.
Ob Lance vielleicht weiß wer dieser seltsame Vampir war?
Ich sollte ihn einmal fragen.... Doch sicher nicht jetzt.
Nachher. Jetzt hab ich schrecklich durst....

Schwerfällig stehe ich auf, habe Mühe mich auf den Beinen zu halten und gehe langsam zur Tür. Hin und wieder muss ich mich an der Wand und anderem abstützen aber schließlich schaffe ich es auf den langen Gang hinaus auf dem ich mich erstmal umschauen muss und dann den Weg zur "Küche" einschlage.
Seltsam, wieso ist niemand wach?
Normal schlafen doch nie alle auf einmal....
An der Wand abstützend arbeite ich mich immer weiter vor bis ich schließlich vor dem Kühlschrank stehe.
Dort drin ist ein großer Teil unserer Blutkonserven.
Aufkriegen müsste man die Kühlschranktür halt noch.
Die hat im Moment aber blöderweise zu viel Gewicht für mich.
Mist ich hab doch so Duuuuurst....
Ich könnte anfangen zu heulen...
Nein, ich heule doch nicht. Ich bin ein Mann, Himmel, wie sieht das denn aus sonst?
Ich nehme nach einigem versuchen den Griff in die Hand und lasse mich einfach zurückfallen, in der Hoffnung, dass die Tür so aufgeht.

Keine zwei Sekunden später ist die Tür zwar offen, aber ich sitz am Boden.
Schnell greife ich mir den erstbesten Beutel mit Blut, den ich zu fassen kriege lehne mich an einen Schrank, der Kühlschrank immer noch offen, reiße den oberen Teil der Packung mit letzter Kraft auf und schütte mir das Blut übers Gesicht, wobei mehr daneben geht als dorthin wo es hin soll.
Dennoch kann ich endlich etwas trinken, schlecke mir über die Lippen und wische mir mit der Hand über den Rest meines "blutigen" Gesichtes und lecke, dass über den Verband, der leider das meiste aufsaugt.
Und schon nehme ich mir die nächste Packung, reiße auch diese auf und schaffe es diesmal den Großteil auch wirklich zu trinken.
Oh Gott, das tut so gut.
Und schon geht die nächste Packung drauf.
Herrlich.....
Mhmm...
Das hab ich jetzt gebraucht....

Zwei Blutkonserven später lehne ich gemütlich und absolut satt an einem der Schränke und habe genüsslich die Augen geschlossen.
Dass der ganze Boden Blutverschmiert ist, ist mir momentan egal, soll der Putzdienst wegputzen. Dafür ist er da.

Nach ein paar Minuten richte ich mich wieder auf, kann endlich normal stehen und auch wieder gehen und mache mich auf den Weg zu Lance.
Zaghaft klopfe ich an seine Tür und kurze Zeit später wird die Tür einen Spalt breit geöffnet und fragende grüne Augen schauen mich von unten herauf neugierig an.
Als er mich erkennt, fängt er an zu strahlen, reißt die Tür ganz auf und umarmt mich heftig.
"Autsch!" Schnell drücke ich ihn von mir weg und schaue ihn mit leicht schmerzverzerrtem Blick entschuldigend an.
Sofort setzt er einen reumütig-besorgtem Blick auf und tritt einen Schritt zurück, schaut dann aber sofort wieder freudig und deutet mir in sein Zimmer einzutreten.
Ich gehe hinein und staune wie jedes Mal wie jemand so viele Kerzen in seinem Zimmer stehen haben kann.
Das sind doch mindestens 300..... Und sooo groß ist das Zimmer nun auch nicht... Aber wo man diese Kerzen so überall unterbringen kann ist schon erstaunlich.

Ich setze mich vorsichtig auf sein Bett und warte dann, bis er sich mir gegenüber aufs Bett gehockt hat.
Dann sieht er mich wieder fragend an und fragt mich ob es mir besser gehe.
"Ja... geht schon... Sag mal... Warst du auch dabei, als ich das erste Mal aufgewacht bin?"
Er wird etwas rot und antwortet dann schüchtern "Ja... Ich hab auf dich aufgepasst und dir dann was zu Trinken gegeben..."
"Oh danke... Nun... aber deswegen bin ich nicht hier..."
"Weswegen denn?"
"Weil... naja... du erinnerst dich sicher an den Vampir der dich angegriffen hat..."
"Ja sicher!!! Er hat dir diese ganzen Wunden zugefügt!! Nur gut, dass du ihn getötet hast!"
"Was? Ich hab ihn getötet?"
"Ja sicher... Sonst wärst du ja jetzt nicht hier..."
Ach stimmt ja. Wenn sich Vampire aus verschiedenen Clans treffen, kommen nie beide lebend davon....
"Nun... ich hab ihn nicht getötet...", meine ich dann vorsichtig...
Sofort ernte ich dafür einen entsetzten Blick.
Bevor Lance noch etwas sagen kann rede ich weiter.
"Ich habe eigentlich verloren... Aber... er hat mich.... Er hat mich am Leben gelassen..."
Ein ungläubiger Blick.
"Ist doch jetzt egal... Ich wollte dich fragen, ob du weißt, wer dieser Vampir war."
"Na ja... wie er heißt weiß ich nicht... Aber er sagte glaub ich, er wäre von so einem besonderen geheimen Clan den ich vorher nicht kannte. Irgendwas mit Cuuclan glaub ich oder so...."
Hmm.... Cuuclan? Noch nie davon gehört... Ich glaube auch nicht, dass jemand anderes von unserem Clan es weiß....
Vielleicht geh ich nachher in die Stadtbibliothek.
"Gut, danke Lance. Dir ist damals doch nichts passiert oder?", Kopfschütteln seitens Lance, "Gut, dann werd ich jetzt mal gehen. Pass auf dich auf, ja?!"
Und schon verschwinde ich wieder.
Ich kehre schnell wieder in mein eigenes Zimmer zurück, schnappe mir meinen langen Mantel und mach mir auf den Weg zur Bibliothek.

Schnell schließe ich die Bibliothekstür hinter mir um diese stürmischen Winde die draußen wehen auch draußen zu lassen.
Dann sehe ich mich in der großen Halle erst einmal um bevor ich auf die Bibliothekarin zugehe, die hinter einem großen Tisch sitzt und auf ihrem Computer herumtippt.
"Entschuldigung", versuche ich ihre Aufmerksamkeit zu ergattern.
Sie sieht mich darauf mit einer hochgezogenen Augenbraue an, spitzt die Lippen und fragt mich wie sie mir helfen könne.

"Ich suche so eine Art Geschichten/Mysterien/Seltsames Abteilung.... Ich suche nach einem Buch über Vampirclans...."
Sie sieht mich misstrauisch an, tippt dann etwas in ihren Computer ein und schickt mich dann quer durch die ganze Bibliothek mit dem verweis dort die Frau... ähm... irgendeine Frau dort soll ich fragen.
Also wandere ich erstmal durch die Bibliothek in der Hoffnung in die richtige Richtung zu gehen. In einigen Gängen und in den Regalreihen sieht man immer wieder Leute die irgendwelche Bücher suchen, oder an Tischen sitzen und lesen.

Nach der nächsten Biegung treffe ich auf diese Dame, nach der ich suchen sollte. Jedenfalls die Beschreibung passt.
"Entschuldigung, könnten Sie mir helfen, ich suche Bücher über Vampirclans."
"Sicher, sicher! Kommen Sie einfach mit!", antwortet sie sofort euphorisch dreht sich um und hetzt davon. Ich muss mich ziemlich beeilen um ihr hinterher zu kommen.
"Suchen Sie was bestimmtes?"
"Na ja... Ich such eigentlich einen Vampirclan, von dem ich nicht weiß wie der genau heißt.... Ich glaub irgendwas mit Cuuclan."
"Cuuclan? Noch nie gehört... Also hier suchen sie am Besten mal. Ich schau auch mal ob ich was finde." Freundlich lächelt sie mich an und verweist dann auf das Regal vor dem wir angehalten haben.
Es ist voll mit eher älter aussehenden Büchern.
Aber auf jeden Fall sind es einige.... Na das kann ja was werden...

Ich fange einmal damit an mir die Buchtitel durchzuschauen und merke, dass es hier echt alles gibt.
Bücher über vampirische Kriegsführung, viele über Vampire allgemein, Bücher über das Blutsaugen, über vampirische Kleidung, über geschichtliche Ereignisse des Vampirwelt... Und vieles vieles mehr....

Schließlich entdecke ich ein Buch mit einem Titel von dem ich mir erwarte, darin etwas brauchbares zu finden. Ich nehme es aus dem Regal und setzte mich an einen der nahe stehenden Tische.
Ich schlage es auf uns sehe mir den Inhalt durch.
Hmm.... Es steht zwar etwas über Vampirclans drinnen, aber nicht über den, den ich suche.
Resignierend stelle ich das Buch wieder zurück und nehme mir das nächste mit viel versprechendem Titel.
Nach 20 Minuten stelle ich auch dieses wieder zurück...
Auch die folgenden drei Bücher geben nichts vernünftiges her.
Als ich gerade einen Absatz über Stammbäume durchlese ertönt die Stimme der Dame, die mir vorher geholfen hat.
"Also Cuuclan hab ich keinen gefunden, aber es gäbe einen der heißt Culumclan... Kann es sein, dass es der ist?"
Ich sehe erstaunt auf, stehe auf und sehe ihr neugierig über die Schulter.
Culumclan.
"Ja das könnte es sein... Darf ich?", frage ich sie und sofort gibt sie mir das Buch und wünscht mir noch viel Glück, bevor sie sich wieder anderen Büchern zuwendet.
Ich setze mich wieder hin und beginne das Kapitel über diesen Culumclan durchzulesen:

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Der Culumclan ist ein schon lange bestehender Clan der Vampire.
Es ist ein geheimer Clan und daher nicht leicht ausfindig zu machen.
Nach neuesten Erkenntnissen soll er momentan bei dem so genannten Vier-Clans-Krieg'
mitwirken, wobei er im Geheimen agiert.
Der Culumclan ist unter allen Vampirclans einer der Angeseheneren und Mächtigeren, wobei
sie dennoch eher unbekannt sind.
Selbst die Vampire selbst wissen nichts von ihm, was ihn im Krieg umso gefährlicher macht.

Abstammen soll der Culumclan angeblich von Malian Anmeanthja, einem legendären
Vampirkrieger des Lotus-Krieges um 100 v. Chr., von dem man bis heute nicht weiß wo er
sich aufhält oder ob er überhaupt noch unter den Lebenden weilt.

Momentaner Aufenthaltsort und Anzahl der Mitglieder des Culumclans ist nicht bekannt.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ach du Scheiße... Das soll der Clan sein?
Also so ganz überzeugt bin ich nicht. Wenn es stimmt das Malian Anmeanthja ihn gegründet hat, dann muss das ein ganz schön mächtiger Clan sein, denn Malian ist ein ziemlich bekannter Vampir. Bekannt für seine Grausamkeit und Kraft....
Vielleicht ist es doch ein anderer Clan....

"Bist schon richtig."

Erschrocken drehe ich mich um und sehe direkt in mir wohlbekannte Augen.
Diesmal jedoch ohne den aggressiven Ausdruck sondern mit einem Lächeln.
Dennoch strahlt dieser Mann vor mir eine ungeheime Macht und Kraft aus.
Auf jeden Fall vergrößert sich der Respekt, den ich eh schon vor ihm habe, bei dieser Begegnung noch mehr.
Ich starre ihn weiter an, warte ab was er tut, doch er lächelt nur noch einmal und meint dann noch:

"Na ja... gibt nicht viel über uns. Sind eben ein mehr oder weniger geheimer Clan.", ein freches Lächeln, "Vielleicht findest ja noch was interessantes. Bis demnächst! Ich hoffe du bist bald wieder fit, ich freu mich schon auf die Revenge." Er zwinkert mir zu und geht dann wieder.
Ich sehe ihm noch völlig überwältig nach wie er durch die Regale streift, bis er aus meinem Blickfeld entschwindet.

Hm...
Er scheint auch geistig ziemlich was drauf zu haben.
Könnte echt interessant werden....


A.E.I.M.U.
Alles Erdreich ist Malian Untertan


Schade. Mehr steht in dem Buch nicht...
Nur das, was ich eh schon in der Bibliothek gelesen habe.
Das Buch... "mitgehen zu lassen" hat sich dann wohl nicht wirklich was gebracht.

Ich schmeiße das Buch auf den Boden, stöhne genervt auf und fahre mir mit den Händen übers Gesicht.
Am Besten ich gehe zu Hools. Vielleicht weiß der etwas, denn wenn jemand etwas über den Culumclan weiß dann er und wenn nicht, dann kann er mir mit Sicherheit etwas über Malian Anmeanthja erzählen, so verrückt wie er nach diesen alten Geschichten und Legenden ist.
Nur wenige trauen sich in seine Nähe, da er wohl eines der seltsamsten Mitglieder unseres Clans ist.
Viele halten ihn für durchgeknallt und wenn ich ehrlich bin konnte ich mich selbst bis jetzt noch nicht vom Gegenteil überzeugen.
Er hält sich meist von uns anderen fern und ist die ganze Zeit in seinem Zimmer in das er nur wenige einlässt.
Mich leider nicht.
Ich kenne ihn nur von früher, als er wenigstens noch zum Essen gekommen ist.
Doch ich habe ihn seit nunmehr über 6 Jahren nicht mehr gesehen.
Dürfte ein ganz schönes Stück arbeit werden mit ihm zu reden.
Ich müsste jemanden finden der ihn dazu überreden könnte mit mir zu reden ohne, dass ich selbst viel preisgeben müsste.
Jedoch fällt mir dafür nur eine einzige Person ein und die will immer ganz genau alles wissen....

"Hei Reika..."
Kaum, dass ich diese kurze Begrüßung ausgesprochen habe, schreckt sie von ihrer Zeichnung, die sie gerade anfertigt hoch und blickt mich aus ihren schönen gelben Augen an.
Ihre Augen sind seltsam.
Einzigartig und doch wunderschön.
Sie spiegeln so viel wieder.
All die Hoffnung auf bessere Zeiten, auf das Ende des Krieges und all den Schmerz, den sie erlitt durch ebendiesen.
Oh ja.
Schmerz beherrscht den Ausdruck dieser wunderschönen Augen.

Ich mache ein paar Schritte auf sie zu und lege sanft meine Hand auf die Wange, lege den Kopf schief und lächle sie leicht an.

Sie hat vor ein paar Jahren ihren Schöpfer verloren.
Er war für sie wie ein Vater.
Lange Zeit war sie voll von Trauer, doch mittlerweile hat sie es überwunden.
Äußerlich jedenfalls.
Anderen gegenüber erscheint sie stark und willensstark doch in ihrem Innersten ist sie immer noch verletzt.
Und es schmerzt sie jeden Tag, doch sie hat gelernt es nicht mehr zu zeigen, andere nicht mit ihren Problemen zu belasten.
Es gibt nur zwei Personen in unserem Clan, die sie richtig kennen.
Mit all ihrem Schmerz und ohne ihre Fassade.
Diese zwei Personen sind Hools und ich.
Sonst gibt sie sich niemandem so wie sie ist.

"Es ist ok. Ksanteri. Mir geht es gut."
Ich blicke in ihr milde lächelndes Gesicht und kann nicht anders als sie in den Arm zu nehmen und fest an mich zu drücken.
Ich spüre ein paar tiefe Atemzüge an meiner Halsbeuge und dann ein leicht genuscheltes "Ich bin wirklich ok..".
Langsam lasse ich sie wieder los und gebe ihr zum Abschluss einen kleinen Kuss auf die Wange.
Danach nehme ich mir einen der Sessel und setze mich zu ihr, während sie sich schon wieder zu ihren Bild gesetzt hat und wieder weiter daran herumzeichnet.
Ich kann bis jetzt nicht sagen was sie zeichnet, doch bald werde ich es mehr oder weniger wissen.

Doch dafür bin ich nicht gekommen, wie mir gerade wieder einfällt.
"Reika. Ich möchte mir Hools reden. Es... nun es ist mir ziemlich wichtig...."
Das leise "Hmm..." von ihr würde Leuten die sie nicht kennen wohl kaum als Antwort reichen, doch für mich ist das genug um zu wissen, dass sie mir voll und ganz zuhört.
"Wieso es mir so wichtig ist, weiß ich leider auch nicht... Aber... ich muss ihn unbedingt etwas fragen.....
Ich habe einen Vampir von einem anderen Clan getroffen und aber noch nie was über diesen Clan gehört... Ich wollte Hools darüber fragen..."
"Hast du daher all die Wunden?"
Wie konnte ich nur denken sie würde es nicht bemerken....
"Ja..."
Dass sie darüber leise lacht erschreckt mich nun doch etwas.
Fragend sehe ich sie an und bekomme "Na da hast du ja mal einen ebenbürtigen Gegner für dich gefunden.." als Antwort, worauf ich auch etwas grinsen muss.
"Könnte spannend werden, da hast du recht.... Also, hilfst du mir?"


Eine halbe Stunde später stehen wir vor Hools' Tür, Reika wild an eben jene hämmernd.
"Och Hools, jetzt mach schon auf!"
Stille...
Dann ein Knacken.
Die Tür wird geöffnet und ein grimmiges Gesicht blickt uns an.
"Hei Hools, ich dachte schon du machst gar nicht mehr auf.", quatscht Reika gleich los und umarmt Hools einmal kurz.
Dieser schnauft genervt, wirft mir einen abschätzigen Blick zu und tritt dann zurück um uns in sein Zimmer zu lassen.
Langsam und vorsichtig betrete ich den nur schwach beleuchteten Raum und sehe mich ehrfürchtig um.
Dieser Typ kann einem echt Angst machen und sein Zimmer erst recht.
Der Boden ist mit einem dicken dunkelroten Teppich ausgelegt, die Wände sind schwarz gestrichen, an der Decke hängt ein Kronleuchter mit Kerzen, vor den Fenstern hängen schwere, samtene Vorhänge und lassen den gesamten Raum unheimlich und dunkel wirken.
Doch das Erschreckendste sind die Menschenköpfe die überall herumliegen.
Abgehackte Köpfe mit verkrustetem Blut, schreckensstarrem Blick und der Todesangst im Gesicht geschrieben.
Im ganzen Zimmer sind an die 45 von diesen Köpfen.
Ich muss hart schlucken.
Das ist doch wirklich eklig.
Sie sind einfach überall. Auf Regalen, auf Abstelltischen, an Schnüren von der Decke herabhängend und ein paar sind sogar auf den Bettpfosten aufgespießt.
Dazu kommen die Bilder, die lauter sterbende Menschen zeigen. Es sind düstere Bilder, voller Gewalt, voller Blut, voller Schrecken....
Doch das schlimmste an seinem Zimmer hängt an der einzig freien Wand zu meiner linken.
Ein menschlicher Leichnam.
An die Wand genagelt in der form einer Kreuzes.
Die Haut verschandelt mit eingeritzten Worten, Zeichen, Figuren. Völlig verunstaltet.
Doch das ist Hools.
Er war es schon immer, doch in den letzten Jahren hat er sich noch verschlimmert.
Er ist vermutlich einer der Vampire, denen man in Horrorstories begegnen würde. Nur ist er noch viel schlimmer.

Ich atme einmal tief durch und sehe dann zu Hools der grimmig schauend immer noch an der Tür steht und mich misstrauisch beäugt.
"Also, wir sind hier, weil Aleksanteri ein paar Fragen hat, auf die du vielleicht antworten kannst.", fängt Reika gleich an zu erzählen und sieht mich dann mit einem auffordernden Blick an.
"Ja.. ähmm...", ich räuspere mich, bevor ich fortfahre, "ich bin da einem Vampir begegnet aus einem Clan von dem ich noch nie etwas gehört habe, dem so genannten Culumclan," ich sehe wie Hools' Augen vor Schrecken größer werden, "und dann habe ich versucht etwas über diesen Clan herauszufinden. Ich weiß jetzt, dass es ein geheimer Clan ist, und, dass er von Malian Anmeanthja gegründet worden sein soll.... Ich wollte fragen ob-.."
"Ja... Malian Anmeanthja hat den Culumclan gegründet." Hools geht langsam auf sein Bett zu, auf das er sich schließlich niederlässt. Reika und ich folgen seinen Bewegungen in Erwartung, dass er weitererzählt.
Er holt tief Luft, schließt die Augen und fährt dann fort.
"Malian war ein wahrer Krieger.... Er war grausam und ohne Mitleid.... Niemand war ihm gewachsen. Er hat getötet ohne mit der Wimper zu zucken....
Das hat ihm eine ganze Menge Respekt eingebracht...
Während des Lotus-Krieges hatte er wohl den Höhepunkt seiner Macht erreicht.
Soweit ich weiß hat er für den damaligen Vampirlord des nördlichen Reiches gekämpft.
Man hatte dem nördlichen Reich eigentlich keine Chancen den Krieg zu gewinnen zugerechnet, doch durch Malian hatte man begonnen an dieser Einstellung zu zweifeln...
Es war ein Desaster...
Wo immer er hinkam, gab es ein regelrechtes Blutbad....
Mit der Zeit wusste jeder wer er war, aber niemand wusste wie er aussah....
Und genau das wurde den meisten zum Verhängnis...
Da sie nicht wussten mit wem sie es zu tun hatten, unterschätzten sie ihn...."
"Wieso das? Sah er so schwächlich aus?", warf Reika verwirrt ein.
"Nein, nein... Er sah aus wie jeder andere Vampir auch. Vielleicht etwas überlegener... Aber trotzdem traute ihm niemand diese unglaubliche Kraft zu. Und das war es wieso sie ihn unterschätzt haben....
Er hatte riesige Gebiete beherrscht und eine enorme Zahl an Anhängern, die er jedoch nie wirklich würdigte...
Er war mächtig. Extrem mächtig. Jeder, der wusste wer er war, hatte ihm gehorcht, sich ihm untergeben....
Naja... Am Ende hat es auch nichts genutzt.
Das nördliche Reich wurde gezwungen aufzugeben und danach hat man nichts mehr über Malian gehört...."
Als er geendet hatte blickte er nachdenklich zu dem an der Wand hängenden Leichnam.
Er konnte mir also nichts weiter sagen.
Also war es wohl Zeit für mich zu gehen. Es gab schließlich noch andere Dinge zu tun.
"Nun... danke vielmals und-..."
"Warte...", unterbrach mich Hools, "Das war erst das was man allgemein weiß, wenn man etwas weiß.... Ich jedoch... nun, ich kenne da etwas mehr...."
Au ja. Das ist genau das, weswegen ich Hools schätze.
Er weiß fast alles über die Geschichte der Vampire. Und vor allem weiß er mehr als alle anderen.
"Ich habe einmal einen Vampir getroffen, der mir einiges über Malians Schicksal erzählt hat.", die Falten auf Hools, eigentlich noch recht jungen Stirn vertieften sich kurz, als sich die Andeutung eines Lächeln auf sein Gesicht schlich, "Ich habe vieles erzählt bekommen... Es heißt Malian soll sich zurückgezogen haben in eine kleine Stadt, wo er dann die gesamte Stadt zu Vampiren machte.
Es waren mehrere große Städte in der Nähe, wo sich die Vampire ernähren konnten, aber so in etwa soll Malian den Culumclan gegründet haben.
Man nannte ihn den Culumclan, weil er geheim war. Die ganze Stadt bestand aus Vampiren, die sich in den Nachbarstädten ernährten, wo sie niemand kannte.
Dadurch waren sie geheim....
Nun... was danach geschehen ist, ist ziemlich unklar.
Manche sagen Malian sei bei einem großen Kampf umgekommen, andere meinen sein eigener Clan hätte ihn aus Machtgier getötet aber es wurde auch gesagt, dass er noch lebt. Was genau es jetzt wirklich ist, weiß niemand.
Doch sollte er noch leben, dann wird sein Clan wissen wo er ist....
Denn... es heißt, er soll seinem Clan gegenüber äußerst treu gewesen sein
Wenn du diesen Vampir wieder triffst, versuch ihn gefangen zu nehmen und schlepp ihn hierher! Ich will ihn mir ansehen und aus ihm herauskitzeln was mit Malian ist."
Was? Geschockt schaue ich zu Reika.
Diese lächelt mich entschuldigend an und meint dann, "Er hat einen persönlichen Groll gegen Malian, weil dieser angeblich seinen Großvater getötet hat." Und zuckte mit den Schultern.
"Getötet?!?!? Abgeschlachtet hat er ihn!
Mein Großvater war ein großartiger Mann und ein wahrer Held im Lotus-Krieg! Und dann kommt dieser Idiot und schlachtet ihn erbarmungslos ab! Ohne ihm irgendeine Ehre zu erweisen!"
"Hools! Es war ein Krieg! Du hast du vorher auch gesagt, sie hätten Malian nicht gekannt, also hat dieser auch sicher nicht gewusst wer dein Großvater ist!", schrie Reika ihn an und schüttelte den aufgebrachten Vampir an den Schultern.
Noch eine Weile schrieen sie herum, während ich ihnen einfach nur zusah.
Irgendwann fingen sie an handgreiflicher zu werden.
Sie schüttelten und schubsten sich gegenseitig.

Das war der Zeitpunkt, an dem ich beschloss das Schlachtfeld zu verlassen.
Ich drehe mich um und gehe zur Tür, die ich leise öffne und mit einem letzten in meinen Ohren nachklingenden "Hör auf mit dem Scheiß!" schlüpfe ich hindurch und schließe die Tür wieder. Ich lehne mich an die Wand neben der Tür um gründlich durchzuatmen bevor ich mich wieder in Richtung meines eigenen Zimmers begebe.

Als ich an der Küche vorbeikomme, überkommt mich schon wieder so ein schrecklicher Durst nach Blut, den ich nicht ignorieren kann, weswegen ich die Küche betrete.
Ich hoffe bald wieder gesund zu sein, um selbst auf die Jagd gehen zu können, denn im Moment war ich noch viel zu schwach dafür.

Ich öffne die Kühlschranktür und schließe kurzerhand einfach ein paar Packerl rauszunehmen und in mein Zimmer zu verschwinden.
Dort angekommen setze ich mich auf den Boden trinke halb verdurstet die Blutpackungen.
Völlig geschafft lasse ich mich danach einfach nach hinten fallen und starre erschlagen an die Decke.
Nach einiger Zeit döse ich langsam weg bis ich plötzlich von einem leisen Geräusch geweckt werde.

Was war das? Hat geklungen wie ein leises Kichern.
Sofort bin ich wieder in einer sitzenden Position und starre geschockt durch den Raum.
Da, schon wieder!
Wo kommt das her verdammt?!?
Plötzlich konzentrieren sich all meine Sinne auf mein Bett.
Dort also.
Ich drehe mich schnellstens um und was ich dort kichernd auf meinem Bett sitzend sehe lässt mein Herz kurz aussetzen.
Der Vampir!


Keimo:

"Na na na, wer wird denn gleich Angst haben?" Immer noch kichernd sehe ich ihn herausfordernd an doch er zischt mit nur ein "Was tust du hier?!" zu.
"Was ich hier tue? Ich bin hier um zu sehen, wie's mit deinem Gesundheitszustand aussieht. Schließlich kann ich unseren Kampf gar nicht mehr abwarten." Ich grinse ihn an und muss auf den Blick den er mir darauf zuwirft wieder kichern.
Er starrt mich aus ungläubigen Augen an, dennoch kann man erkennen, dass er sich wünscht wieder gesund zu sein.
So so, der Kleine hat also auch Lust zu kämpfen.
"Na gut, ich geb's ja zu,", ich grinse ihn breit an, "ich bin nicht NUR hier um nach deiner Gesundheit zu schaun, sondern ich wollte dich auch fragen ob du schon etwas herausgefunden hast über unseren Clan. Du hast doch etwas gesucht, oder? Hast du es gefunden? Weißt du jetzt alles über uns?"
"Ich habe einiges herausgefunden, ja...", antwortet er zögerlich und bedeckt mich mit einem misstrauischen Blick.
"Und? Hast du noch Fragen oder weißt du schon genug?"
"Ich habe eine ganze menge Fragen.... Doch wirst du sie mir beantworten, wenn ich sie dir stelle?"
"Kommt auf die Frage an, würd ich sagen."
"Lebt er?" Hm? Das allerdings ist eine Frage, die ich nicht erwartet hätte....
"Wer?"
"Das weißt du."
"Stimmt, das weiß ich." Ich grinse ihn fies an. "Was glaubst du denn? Glaubst du er lebt?"
Darauf senkt sich sein Blick zu Boden und ich beobachte ihn, wie er darüber nachdenkt.
Er scheint etwas unentschlossen zu sein.
Doch wer wäre das nicht.
Wenn ich es nicht wissen würde, wäre ich vermutlich auch unentschlossen....
Als ich schon denke er antwortet gar nicht mehr, meint er leise; "Ich weiß es nicht. Er könnte ebenso leben, wie tot sein.... Aus diesem Grund frage ich dich ja...."
Hmm.... Gute Antwort... So muss er sich nicht entscheiden....

Ich rutsche etwas weiter auf dem Bett zurück und deute ihm mit zwei Finger näher zu kommen.
Langsam und mit verwirrtem Blick steht er auf und kommt dann langsam, Schritt für Schritt auf mich zu.
Er bewegt sich unsicher und noch leicht schwächlich.
"Du brauchst ordentliches Blut, sonst wird das nichts mit Heilung...", stelle ich nach kurzer Beobachtung fest.

"Ach ja? Danke, aber das weiß ich selber." Och, wird der Kleine jetzt etwa aufmüpfig?
Ich lächle ihn nur weiter an und bedeute ihm sich aufs Bett zu setzen.
Bedächtig kommt er der Aufforderung nach und krabbelt auf allen Vieren auf das Bett.
Als er oben ist bleibt er am Rand immer in ausreichenden Sicherheitsabstand zu mir.
Ich blicke ihm direkt in die Augen und sage zu ihm, dass er herkommen soll.
Vorsichtig und auf jede Reaktion meinerseits genauerstens achtend kommt er auf mich zugekrabbelt.
Gerade soweit entfernt, dass ich ihn mit ausgestrecktem Arm erreiche stoppt er und blickt mich auffordernd an.
"Was willst du?", fragt er vorsichtig als ich ihn nur weiter ansehe.
"Ich freue mich schon auf unseren Kampf und deswegen will ich, dass du schneller wieder geheilt bist..."
"Du willst...?"
Ich nicke nur, beuge mich vor, lege meine Hände in seinen Nacken und ziehe ihn zu mir.
Er lässt es tatsächlich mit sich machen und so ziehe ich ihn zu mir, bis ich auf dem Bett liege und er auf den Ellenbogen aufgestützt über mir.
Er hat schon begonnen schwerer zu atmen. Er weiß was passieren wird.

Noch ein letztes Mal schaue ich ihm tief in die Augen, streiche über seine Wange und drücke dann seinen Kopf tiefer.
Schon trifft mich sein heißer Atem und seine Lippen die sanft meine Haut berührten.
Das nächste was ich spüre, sind seine Zähne, die sich tief in meinen Hals graben.
Und die Erregung.
Die Erregung, die jeder Vampir spürt, wenn man trinkt oder wenn von einem selbst getrunken wird.
Er trinkt mein Blut als wäre er verdurstet, dabei zeugen die leeren Blutkonserven eigentlich davon, dass er gerade eben eine ganze Menge getrunken hat.
Und doch hört er nicht auf.
Ich versuche mich auf irgendetwas Belangloses zu konzentrieren, doch es klappt nicht.
Immer schwerer atme ich und auch für ihn geht das Ganze nicht ohne Spuren vorüber.

Oh nein... nicht das... Ich versuche, das was da gerade passieren will aufzuhalten doch es klappt nicht.
Leise stöhne ich auf und kralle mich in seinen Haaren fest.
Er jedoch scheint auf meinen Laut hin in Panik zu verfallen und lässt schleunigstens von mir ab, weicht panisch zurück bis er von seinem Bett gestoppt wird.
Ich setze mich ebenfalls auf, streiche über die frische Wunde, die er gerade verursacht hat, spüre das warme Blut auf meinen Fingern, sehe sie mir an und lecke dann die wundervolle rote Flüssigkeit von ihnen.
Danach fange ich wieder an zu grinsen, stehe auf und gehe auf das Fenster zu, durch das leicht der Mond scheint.
Ich drehe mich noch ein letztes Mal zu ihm um, lächle ihm beruhigend zu, und hauche ein "Ja, er lebt noch." bevor ich durch das Fenster hindurch verschwinde.

Schnell husche ich von Schatten zu Schatten durch den großen Garten bis zu der hohen Mauer, die das Anwesen der Deusclan umgibt.
Die Wachen, die überall herumstreunen und aufmerksam alles beobachten, bemerken mich nicht, was auch kein Wunder ist.
Sie sind einfach nicht mächtig genug mich zu entdecken.
Ich will gerade über die Mauer springen als mir eine der Wachen ins Auge fällt....
Ein hinterhältiges Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht.
Auch wenn ich vom hohen Blutverlust eben geschwächt bin, bin ich nicht schwach genug um die Wache hier zu überwältigen.
Wenn ich schon da bin, sollte ich ja schließlich als reinen Akt der Höflichkeit ein kleines Gastgeschenk dalassen.
Und Begräbnisse machen sich immer gut....

Schnell verstecke ich mich hinter einem kleinen Strauch und warte bis die Wache nicht in meine Richtung schaut um mich dann an sie heranzuschleichen und mich vor ihr aufzustellen.
Leise fauche ich als Zeichen meiner Anwesenheit und schon dreht die Wache panisch sich um.
Ein paar Sekunden später fällt sie zu Boden.
Ohne einen Hauch Leben in ihr.
Tot....

Ich besehe mir ein letztes Mal grinsend mein Werk und verschwinde dann über die Mauer.
Schöne Grüße vom Culumclan....

Ich gehe gerade durch einen kleinen im Moment völlig verlassenen Park in der Nähe der Innenstadt als es anfängt zu tröpfeln...
Na toll...
Auch das noch....
Um noch vor dem großen Gewitter nach Hause zu kommen beschleunige ich meine Schritte und versuche so dem Regen zu entkommen.
Nach gerade Mal fünf Minuten hat er mich dennoch eingeholt und es schüttet fürchterlich.

Zum Schutz vor dem Regen ziehe ich mir den Kragen meines Mantels fest ins Gesicht und versuche mich halbwegs zu orientieren, was bei diesem starken Regen schwer ist, da man so gut wie gar nichts sieht.

So renne ich also durch die Straßen in der Hoffnung bald anzukommen.
Gerade als ich stehen bleibe um zu schaun ob ich irgendwo ein Straßenschild entdecken kann, nehme ich ganz schwach eine fremde Präsenz wahr.
Nur schwach, aber gefährlich.
Langsam drehe ich mich um und versuche, wer oder was auch immer da ist ausfindig zu machen.
Doch ich sehe es nicht.
Immer wieder drehe ich mich im Kreis, spüre wie diese Person immer näher kommt als ich plötzlich brutal umgehaut werde.

Mit einem leichten Keuchen lande ich am Boden, richte mich jedoch gleich wieder auf um meinem Angreifen ins Angesicht zu sehen.
Doch da ist nichts.

Verwirrt sehe ich mich um und sehe gerade noch wie eine schattenhafte Gestalt auf mich zurasst.
Schnell versuche ich auszuweichen doch was auch immer da ist trifft mich und wirft mich schon wieder um.
Doch diesmal bin ich auf den Aufprall vorbereitet und stehe schneller wieder auf um mich sogleich wieder nach dieser Person umzusehen.
Wachsam drehe ich mich im Kreis um mir dann einzugestehen, dass ich nichts sehe.
Ich stelle mich also gerade hin, schließe die Augen und konzentriere mich auf die Geräusche.
Zuerst höre ich nur den Regen, wie er auf den Boden fällt, wie er von den Häuserwänden abprallt und ich höre den Wind, wie er die Tropfen von ihrem senkrechten Weg abbringt.
Doch dann kommt plötzlich ein anderes Geräusch dazu.
Schritte.
Schritte die auf dem harten Beton laufen.
Sie umkreisen mich und dann, ganz plötzlich ändern sie ihre Richtung und kommen mir näher.
Ich weiß wo sie herkommen und drehe mich, als sie fast da sind, weg sodass der Angreifer mich verfehlt.
Leises Fluchen dringt an mein Ohr.
Männlich.
Na bitte, wissen wir schon mehr....
Nur wer es ist ist mir immer noch unklar.
Vermutlich jemand den ich nicht kenne, also kann's mir auch egal sein...

Ich konzentriere mich wieder auf die Geräusche... Und wieder höre ich diese Schritte heraus...
Diesmal jedoch leicht unsicher, wie mir nach kurzem klar wird.
Ich hoffe nur darauf, dass das blad vorbei ist...
Ich bin noch zu schwach für so eine Herausforderung....
Die Wache von vorher war schwach und einfach zu töten, doch was ich da vor mir, bzw. um mich kreisend hatte, war schon ein deutlich anderes Kaliber.
Das hatte ich schon beim ersten Stoß gemerkt, denn dieser strotzte nur so vor Kraft und war auch gut überlegt.

Ich muss mir irgendwas ausdenken um hier wegzukommen...
Im meiner jetzigen Verfassung weiß ich nicht ob ich das hier überlebe.
Allerdings sträubt sich so ziemlich alles in mir einfach so zu flüchten.
Scheiß Stolz... Der bringt mich irgendwann noch um...
Nur hoffentlich nicht allzu bald....

Plötzlich höre ich die Schritte wieder auf mich zulaufen und allein aus Trotz bleibe ich stehen, hebe meine Arme und versuche so den Angriff abzufangen.
Ich sehe noch immer nichts, doch plötzlich drückt sich ein schweres Gewicht gegen meine Arme und drückt mich zurück, doch ich schaffe es mich auf den Beinen und auch den Angreifer festzuhalten.
Diese kann sich vor Schock fast nicht rühren und wehrt sich nur halbherzig gegen meinen Griff, sodass ich seine Hand ergreifen und auf seinen Rücken drehen kann.
Ich hab ihn.

"Wer bist du und was willst du?!", zische ich von hinten in sein Ohr.
Als Antwort erhalte ich nur ein Fauchen.
Um ihn zum antworten zu zwingen, drücke ich seine Hand noch mehr durch, sodass er kurz aufjault.
"Sag es!"
Wieder nur ein Grummeln, doch als ich dazu ansetze noch einmal zuzudrücken, fängt er endlich an zu reden.
Auch wenn es mehr ein Zischen ist.
"Mein Name ist Salice. Ich bin vom Bellusclan und du wirst dafür büßen, was du hier tust, das schwöre ich dir!"
Vom Bellusclan? Deshalb diese Stärke und Strategie....
Der Clan ist dafür berühmt wahre Meister im Kriegführen zu sein.
Dennoch haben sie es bis jetzt nicht geschafft diesen Krieg zu gewinnen....
"Na das werden wir sehen.", zische ich ihm ebenso feindselig zurück, wie er mir vorher.
"Sag mir wer du bist!" zischt er jetzt wieder.
Ein leichtes Lächeln zieht sich über mein Gesicht und ich verdrehe seinen Arm noch mehr, während ich ihm leise meinen Namen zuflüstere, bevor mir das leise Knacken ankündigt seinen Knochen eben gebrochen zu haben.
Ich spüre wie sich ein Zittern durch seinen Körper zieht.
Au ja.
Es tut ihm weh...
Und genau das soll es auch.

Ich stoße ihn von mir und mit einem letzten "Au revoir!" drehe ich mich um und verschwinde, durch den dichten Regen nicht sichtbar aus seiner Nähe...

Der Regen ist auf dem ganzen Weg nicht besser geworden und so finde ich erst nach drei Stunden zu meiner Wohnung.
Ich schließe die Türe auf und trete in die wundervoll angenehme Wärme.
Erschöpft ziehe ich meine Jacke und die Schuhe aus und lasse alles im Vorraum zurück, ehe ich das ziemlich geräumige "Wohnzimmer" betrete.

Sofort fällt mir die Person, die da auf dem Sofa sitzt auf und ich seufze genervt auf..
"Was willst du hier?!"


Smircen...


"Whaaaaaaa!!!!!! Willst du, dass ich einen Herzinfarkt krieg?", schwer keuchend lehnt der Mann sich an die Wand neben ihm.
"Ach komm! Du wirst schon keinen kriegen! Mit 26, ich bitte dich!", lacht der andere nur.
"Ja ja, lach du nur! Wenn ich dann tot bin, wirst du nichts mehr zu lachen haben! Viel Spaß auf meiner Beerdigung!"
Wütend stapft der junge Mann durch den Schnee und lässt seinen lachenden Freund einfach stehen.
Er geht auf die nahe gelegene Bushaltestelle zu und stellt sich zitternd dorthin um auf den nächsten Bus zu warten, der hoffentlich bald kommen würde.
"Hey komm schon!", ertönt es plötzlich hinter ihm. Also war ihm dieser Idiot doch gefolgt.
Ihn erst halb umbringen und dann Vergebung erwarten. Klar, das haben wir gern....
Ha, der kann ihn mal gern haben!

Gerade als sein Freund schnaufend bei ihm ankommt, biegt der Bus um die Ecke und der junge Mann beschließt diesen zu nehmen obwohl es nicht der ist, den er eigentlich hätte nehmen sollen.
Er wartet bis der Bus bei ihm steht, die Türen öffnet und er ignoriert die geschnauften Entschuldigungen seines Freundes.
Dann, als der Bus schon dabei ist die Türen wieder zu schließen, schlüpft er durch ebendiese und sieht das erschrockene Gesicht des anderen langsam verschwinden.
Der Bus ist abgefahren.

Seufzend lässt er sich auf einen freien 4-er Platz nieder und starrt traurig aus dem Fenster.
Es geht ihm doch alles so sehr auf die Nerven....
Seine Freunde bringen ihn mit ihren Dummheiten fast um und dann lachen sie auch noch darüber.... Ist so was Freundschaft?
Gut, es war nur einer... Und der konnte auch nicht wissen, dass er so schreckhaft ist...
Trotzdem...
So was zipft einen an...

Ein leichtes Ruckeln lässt ihn hochschrecken, doch es ist nur der Bus, der an der nächsten Haltestelle angehalten hat.
Beruhigt aufatmend lässt sich der junge Mann wieder zurücksinken.
Als er wieder aus dem Fenster schaut und dort einem alten Mann hinterher sieht, der sich mühsam den verschneiten Gehweg entlang kämpft, merkt er aus dem Augenwinkel wie sich jemand ihm gegenüber fallen lässt.
Seine Neugier treibt ihn dazu sich ein wenig umzudrehen um sein neues Sitzgegenüber anzuschauen.
Was er sieht lässt ihn allerdings etwas stutzen.
Wie kann jemand so bleich sein?

Sein Blick gleitet langsam über sein Gegenüber.
Blondlich-rote Haare bis zum Kinn hinunter, mit einem eleganten Stufenschnitt, der es luftig fallen lässt.
Ungewöhnlich weibliche Gesichtsform. Dennoch wirkt es männlich.
Eine gerade Nase zwischen zwei blitzenden smaragdgrünen Augen.
Und darunter, ein wunderschöner, fein geschwungener und zu einem Lächeln verzogener Mund.
Weiter runter schafft er es erst gar nicht, da er von dem hübschen Mann gegenüber angesprochen wird.
"Na? Wie heißt du denn, Kleiner?" Der Fremde beugt sich vor und sieht dem jungen Mann tief in die Augen.
"Äh... äh...I-ich heiße... Y...Ygor.."
"Schöner Name... Ygor..." Der bleiche Fremde legt seine zarte Hand auf die Wange des jungen Mannes und streicht ihm sanft eine Strähne hinters Ohr.

Ygors Atem erschwert sich immer weiter und er bekommt seinen Mund gar nicht mehr zu.
Ein helles Lachen reißt ihn aus seiner Starre und er sieht sein Gegenüber fragend an.
Dieser streicht ihm über das Ohr, weiter über den Kiefer und hinunter über seinen Hals, immer mit Blicken der Hand folgend.
Der junge Mann kann nicht anders als die Augen zu schließen und leise aufzuseufzen.

Diese Berührungen fühlen sich so gut an.
So unendlich gut.

Er kann nicht anders und lehnt sich genießend in die Berührung, als sich die Hand plötzlich entfernt.
Fragend und ein wenig enttäuscht sieht er dem Fremden nach, der gerade aufsteht und zur Bustür geht um den Stopknopf zu drücken.
Ygor sieht ihm enttäuscht nach, doch als sich der Fremde knapp bevor der Bus anhält zu ihm umdreht und ihn anlächelt, erhellt sich sein Gesicht und er weiß was er zu tun hat.
Dem Fremden hinterher!

Schnell steht er auf, der Bus hat schon gehalten und kommt gerade noch raus, bevor der Bus die Türen auch schon wieder schließt.
Er sieht sich nach dem Fremden um und entdeckt ihn ein paar Meter weit weg die Straße entlanggehen.
Wieder etwas unsicher, ob er das Richtige tut, geht er ihm nach, hält aber immer einen gewissen Sicherheitsabstand, erstaunt darüber, dass sich der Fremde ob der ihn verfolgenden Schritte nicht umdreht.
Der Fremde biegt in eine der Querstraßen ein, die einsam und verlassen und vor allem ziemlich heruntergekommen vor ihnen liegt.
Nachdem sie cirka die Hälfte der Straße überwunden haben, wendet sich der Fremde einem Durchgang zu in dessen Schatten er schließlich verschwindet.
Plötzlich überkommt Ygor Angst.
Wo ist er hin?
Hätte er ihm vielleicht doch nicht folgen sollen?
Aber er war sich doch so sicher....

Als er sich gerade überlegt, vielleicht doch wieder umzudrehen und nach Hause zu gehen, bemerkt er eine Bewegung in dem schlecht beleuchteten Innenhof.
Also unterdrückt er seine aufkommende Angst und tritt durch den Durchgang.
Schwer atmend sieht er sich suchend in dem kleinen Hof um.
Nichts als schneebedeckte, verrostete Eisenteile und schaurige Schatten blicken ihm entgegen.
Er zuckt leicht zusammen, als er ein Geräusch hört. Leicht panisch sieht er sich nach dem Ursprung um. Es kam von oben.
Erst sieht er nichts.
Dann, plötzlich eine weitere Bewegung.
Neugierig besteigt er eine Leiter, die an der Hauswand lehnt und zu einem kleinen Balkon hochführt, auf dem er die Gestalt gesehen hat.
Vorsichtig, um nicht auszurutschen, klettert er die Leiter hinauf, sich immer wieder nervös umsehend, ob ihm auch niemand zusieht, wie er quasi einbricht....
Vorsichtig späht er durch das Glas, das die Balkontür darstellt, um herauszufinden was dort im Inneren vor sich geht.
Doch er erkennt nicht sehr viel außer ein paar eher abgenutzt aussehenden Möbelstücken.
Ein wunderschönes, altmodisches Sofa steht in der Mitte des Raumes und zieht seine Aufmerksamkeit fast magisch an.
Plötzlich gleitet die Balkontür auf und er schreckt ein paar Schritte zum Geländer zurück.
Sein Atem geht schnell und sein Puls läuft auf Hochtouren, doch seine Neugier überwältigt ihn ein weiteres Mal und vorsichtig betritt er den kleinen Raum.
Bei jedem Schritt knarrt der alte Holzboden unter ihm und hin und wieder ist ein seltsames Quietschen zu hören.

"Du brauchst doch keine Angst zu haben, Ygor!"

Völlig verschreckt dreht er sich um und erblickt in einem Schatten neben der Balkontür den Fremden aus dem Bus.
"I..Ich... Ich wollte nicht... Ich...", stottert er mit aus Angst geweiteten Augen vor sich hin, wird jedoch unterbrochen als der fremde Mann leicht auflacht und langsam auf ihn zugeht.
Er hat sich scheinbar seiner Jacke entledigt und in einer Hand hält er einen Schwenker in dem sich eine verdächtig nach Alkohol aussehende Flüssigkeit befindet.
Erst als er direkt vor dem verängstigten Mann ist, bleibt er stehen.
Er sieht ihm verführerisch und geheimnisvoll in die Augen, hebt seine Hand wie im Bus an Ygors Wange und streicht zärtlich darüber.
"Wie ich schon sagte, hab keine Angst", wieder ein Lachen, "Ich tu dir doch nichts.... Noch nicht", ein Grinsen. "Nimm doch einen Schluck, Ygor. Das wird dich entspannen."
Er hält ihm das Glas hin aus dem Ygor schließlich vorsichtig einen Schluck nimmt.

Langsam rinnt das wundervoll schmeckende Getränk seine Speißeröhre hinunter.
Eine Art Whisky wie's scheint. Lecker....
Er kann nicht anders, als noch einen Schluck zu nehmen. Und noch einen.
Doch plötzlich entzieht sich ihm das Glas.
Der Unbekannte hält es von ihm weg.
Sehnsüchtig starrt er das Glas an um danach den Halter des Glases bittend anzusehen.

Mehr als ein "Komm mit.." hat dieser jedoch nicht übrig und begibt sich zum Sofa.
Er setzt sich darauf und bedeutet Ygor es ihm gleichzutun.
Ganz langsam lässt dieser sich neben den Fremden nieder und sieht ihn abwartend an.

"Du willst noch etwas? Dann hol es dir!", der Fremde nimmt den letzten Schluck aus dem Glas und sieht den neben ihm sitzenden Mann herausfordernd an.
Ein paar mal atmet Ygor tief durch, weiß nicht was er tun soll, doch schließlich nimmt das Verlangen nach dem Getränk die Überhand und er beugt sich langsam vor.

Sanft legt er seine Lippen auf die des anderen, küsst ihn sachte, bettelt mit der Zunge um Einlass, fährt immer wieder über die Lippen des Unbekannten, stupst sie an.
Als ihm schließlich der heiß ersehnte Einlass gewährt wird, plündert er gierig das unbekannte, neue Territorium.
Genüsslich nimmt er den leckeren Geschmack in sich auf. Doch nicht nur den des Getränks....

Schwer atmend lässt er wieder von dem ihm völlig Fremden ab, streicht ihm fahrig über den Pullover und fragt schnaufend: "Wer...wer bist du?"
Der heiße Atem des anderen trifft ihn am Hals als dieser antwortet.
"Nenn mich Smircen..."
"Ok... Smircen... Darf... Darf ich noch mal?"
Als dieser aufblickt und nickt, senkt er seine Lippen ein weiteres Mal auf die des Mannes und wieder küssen sie sich.
Ihre Zungen spielen miteinander, umgarnen sich, locken und verfolgen sich....
Ygor legt vorsichtig seine Arme um den Hals Smircens.
Dieser lässt seine Hände über Ygors Jacke gleiten, schiebt sie ihm von den Schultern, fährt immer weiter runter bis unter sein Hemd.
Streichelt sanft über seine Haut, liebkost sie. Immer noch küssen sie sich leidenschaftlich.
Als sie das nächste Mal Sauerstoff tanken, begibt Smircen sich eine Etage tiefer und saugt, leckt und küsst Ygors Hals bis dieser ihn plötzlich von ihm drückt und an den Rand des Sofas zurückweicht.
"N-nein... ich kann nicht... das... das ist...", stottert er verwirrt und sichtlich aufgeheizt daher bis sich ein schmaler Finger auf seine Lippen legt und ihn zum Verstummen bringt.
Schon legen sich wieder Lippen zu einem kleinen Kuss auf seine und dann auf seinen Hals.

Sie wandern tiefer, über seine Brust, Smircen drückt ihn hinunter auf das Sofa, leckt leicht über seine Brustwarzen, saugt an ihnen und geht tiefer bis zu seinem Bauchnabel.
Ein Stöhnen entweicht Ygors Kehle, lässt ihn erzittern und Smircen lächeln.
Dieser streicht mit den Lippen seinen Hosenbund nach, fährt mit der Zunge neckend darunter.
Ein weiteres Stöhnen hallt durch den Raum.
Smircen bewegt sich wieder weiter hinauf, küsst über Ygors Brust bin zu seinem Mund und nimmt diesen mit einem leidenschaftlichen Kuss in Besitz.
Während er weiter Ygors Mundraum plündert, fahren seine Hände wieder hinunter zu seinem Hosenbund, ziehen ihn mitsamt der Shorts leicht hinunter, streifen dabei über Ygors hochempfindlichen Schritt.
Er zieht sie ihm ganz aus, lässt von seinem Mund ab und fängt an seine Innenschenkel mit Küssen zu bedecken.
Immer näher kommt er der empfindlichen Stelle, sie jedoch nie berührend.
Ygor kann das Stöhnen nicht mehr unterdrücken.
Er windet sich unter den sanften Berührungen Smircens.
Will, dass dieser ihn endlich berührt.
Dort berührt.
Dort, wo er es jetzt haben will.
Wo er es braucht.

Plötzlich setzt Smircen einen leichten Kuss auf Ygors Spitze und entfernt sich dann von ihm um sich seiner Kleidung zu entledigen.
Langsam zieht er sich den Pullover aus, -Ygor immer tief in die Augen blickend- lässt ihn zu Boden fallen, fährt dann langsam unter sein Shirt, immer weiter hinauf, das Shirt mit sich ziehend bis es er schließlich auch auszieht und es neben seinem Pullover landet.
Er streicht sich langsam über die Brust, immer weiter runter, über den dünnen Bauch, die leichten Muskeln hinunter zur Hose.
Er öffnet die drei Knöpfe, langsam, herausfordernd, lässt erkennen, dass er nichts darunter trägt.
Lässt sie seine schmalen Beine hinunterrutschen.

Es bringt Ygor dazu schwer zu schlucken den fremden Mann in all seiner natürlichen Schönheit nackt und offensichtlich nicht weniger erregt als Ygor selbst, vor ihm stehen zu sehn.
Er setzt sich auf, nimmt Smircens Hand, zieht ihn zu sich hinunter, küsst ihn und schlingt die Beine um ihn, als er sich auf ihn legt.
Er spürt ihn.
Und er will ihn.

Smircen richtet sich wieder auf, lächelt auf Ygor hinab, streicht seine Seiten entlang, hinunter, bis er seine Hüften zu fassen bekommt, beugt sich herunter und umschließt seine Erregung, leckt darüber, saugt an ihr...
Ygor stöhnt und bäumt sich auf.
Smircen lässt seine Hand zu Ygors Hintern gleiten, seinen Finger in ihn.
Weitet ihn.
Fügt noch einen zweiten Finger hinzu.
Macht ihn für das Folgende bereit.
Noch einen dritten.
Lautes Stöhnen hallt durch den Raum.
Ein bedauernder Seufzer schließt sich ihm an, als Smircen seine Finger aus ihm zurückzieht.
Das Seufzen wird bald wieder von weiterem Stöhnen abgelöst als er merkt, was Smircen vorhat.
Dieser hebt seine Hüften an und dringt, während er seinen Hals küsst, in ihn ein.
Ygor versucht an Smircens Rücken Halt zu finden, stöhnt immer weiter und krallt sich bei ihm fest.
Smircens bewegt sich.
Er stößt in ihn.
Erst langsam und sacht, dann immer schneller und härter, doch immer genüsslich.
Ygor ist kurz davor.
Die Lust in ihm will sich entladen.
Er spürt es....
Und dann.....

Schmerz.
Ganz plötzlich ist er da.
Sein Hals tut so weh...

Er krallt sich fester in den Rücken Smircens, will schreien doch kein Laut kommt ihm über die Lippen.
Immer noch ist da dieser Schmerz...
Sein Hals, es ist sein Hals...
Er spürt wie das Leben nur so aus ihm herausfließt...
Ihn verlässt....

Plötzlich ist der Schmerz weg.
Dafür ist alles schwarz...

Er ist tot....
Getötet von Smircen vom Heresclan....
Und er war lecker....


Keimo:

"Was ich hier will?" Ein trauriger Blick wird mir zugeworfen.
"Darf ich dich denn nicht besuchen?"
Wehleidig sieht sie mich an.
"Dafür bist du den ganzen Weg hierher gekommen??"
"Natürlich", lächelt sie mich lieblich an, "Wenn du nicht zu mir kommst, muss ich halt zu dir kommen."
Ich sehe sie fragend an, worauf sie nur ihr schönes, melodisches Lachen lacht.
"Gut, ich gebe zu..." Sie steht auf und kommt langsam auf mich zu. "Ich bin auch hier, weil ich euch bei eurem Krieg helfen werde." Sanft legt sie ihre Arme von hinten um mich und legt ihren Kopf auf meine Schulter.
Das einzige, das ich von mir gebe, ist ein leichtes Seufzen, ehe ich meine Hände auf ihre Arme lege und frage, was sie jetzt vorhabe.
"Nichts, mein Schatz. Nicht bis jetzt...." Sie lehnt sich an mich. "Aber ich denke ich sollte mal für dich jagen gehen... Du bist ziemlich schwach... So wird das nichts mit Krieggewinnen." Wieder höre ich ihr sanftes Lachen an meinem Ohr.
Sie haucht mir noch kurz "Warte kurz, mein Schatz" ins Ohr, ehe sie sich von mir löst und innerhalb einer Sekunde verschwindet.

Völlig geschafft lasse ich mich auf das weiße Sofa in der Mitte meines Wohnzimmers fallen und bin Sekunden später auch schon weggedöst.
Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe, doch als ich wieder aufwache, merke ich, dass ich nicht mehr allein bin.
Ich blinzle ein paar Mal und sehe mich dann um, wer noch hier ist.
Kurz fahre ich zusammen, als ich die Frau und die zwei Männer am Boden liegen sehe.
Ich mustere sie kurz, sie scheinen gesund und gut entwickelt zu sein, und hebe dann meinen Blick wieder etwas.
Fragend sehe ich sie, meinen Überraschungsbesuch, an.
Sie lächelt nur zurück, deutet dann auf die am Boden liegenden Menschen und meint: "Hier, Schatz. Guten Appetit, wünsche ich!"
Ich sehe sie geschockt an. "Gleich drei?!?!"
"Ja, drei! Von einem wirst du doch nicht satt!"
"Aber das wird man merken... Die Leute sind so schon misstrauisch genug. Wir können uns nur von Blutkonserven ernähren und du schlachtest drei Menschen ab?!"
"Abgeschlachtet habe ich sie noch nicht. Dafür bist du da. Schließlich kann ich dir keine Toten zum Trinken geben... Die sind doch vollkommen ungenießbar!"
"Ich hab nicht vor von Toten zu trinken! Aber drei sind schon etwas auffällig!", gifte ich sie an.
Sie holt einmal tief Luft und sieht mich dann fast mitleidig an.
"Du musst aber was zu dir nehmen...."
Na toll.... Die dir geht's doch nicht gut'-Mitleids-Nummer...
Ich schließe genervt die Augen, merke wie ihr Blick immer noch auf mir haftet und nicke dann ergeben.
Egal was man tut, man sollte immer das tun, was sie will...

"Aber nur weil ich so schwach bin...", gebe ich ihr noch zu verstehen, bevor ich mich erhebe und auf die drei Menschen zugehe.
Langsam, Schritt für Schritt nähere ich mich ihnen und mit jedem Stück, das ich ihnen näher komme, werde ich umso hungriger. Hungriger nach ihrem Blut...

Mit offenem Mund, gespitzten Zähnen, und leicht keuchend, lasse ich mich neben ihnen auf die Knie und fahre langsam, fast andächtig, mit der Hand über ihre reglosen Körper.
Immer wieder gleitet meine Hand über die drei, beschäftigt sich schließlich nur noch mit dem kleineren der beiden Männer.

Sanft fahre ich seine Konturen nach, spüre seinen Puls unter der warmen, dünnen Haut...
Immer weniger kann ich mich beherrschen, immer grober wird mein Streicheln, bis ich schließlich seinen Arm packe und ihn von den anderen wegzerre.
Ich ziehe ihn mühsam hoch bis ich ihn so stützen kann, dass ich direkt an seinen Hals herankomme. Immer noch bewegt er sich nicht.
SIE hat ihn scheinbar ziemlich effizient aus dem Gefecht gezogen.
Schwer atmend und leicht zitternd fahre ich mit den Lippen über den Hals vor mir.
Ich setze leichte Küsse auf ihn, lecke dann über eine kleine Stelle neben der Halsschlagader und beiße zu.
Sofort habe ich diesen wundervollen Geschmack im Mund. Süß aber dennoch nicht zu süß... Mit diesem wunderbaren Geschmack den Blut nun mal so eigen hat....
Einfach lecker....
Gierig trinke ich, ignoriere es, als der Mann plötzlich zu sich kommt und wild umher tritt und schlägt. Ich drücke nur brutal seine Arme zusammen, sodass er sie nicht mehr gescheit bewegen kann und trinke weiter.
Wenige Minuten später fällt sein lebloser und völlig blutleerer Körper schwer auf den Boden.

Schwer atmend genieße ich den süßen Nachgeschmack, bevor sich meine Sinne wieder melden und mein Körper sich auf einen weiteren Menschen stürzen will.
Doch mitten in der Bewegung, erstarre ich abrupt.
Vor mir sehe ich zwei verängstigte Menschen gefesselt und geknebelt und in Panik.
Vor ihnen liegt ein Zettel am Boden, der mich jedoch nicht lange interessiert.
Ohne weiter darüber nachzudenken stürze ich mich auf die völlig verängstigte Frau, reiße ihren Kopf herum und ramme ihr meine Zähne in den Hals.
Nach den ersten paar Schlucken, stoße ich sie von mir und starre sie wütend an.
Scheiße... Sie ist schon zu lange wach...
Zu viel Adrenalin im Blut.
Ein wenig ist immer gut... Aber Todesangst kann gefährlich sein.
Die doppelte Portion Adrenalin, die ein Vampir dann in sich vereint, kann einen ganz schön lange außer Gefecht setzen.
Ich besehe mir den anderen Mann, doch auch er sieht aus, als würde er sich gleich in die Hosen machen....
Aus denen wird heut nichts mehr.
Wütend stehe ich auf, die verschreckten Blicke auf mir haftend, und knacke erstmal bedrohlich mit den Knöcheln um mich ein wenig abzureagieren.

Nachdem ich einige Zeit nur dagestanden bin und versucht habe mich zu beruhigen, dreh ich mich wieder um und hebe, ohne die panischen Menschen zu beachten, den Zettel auf, der die ganze Zeit aufm Boden gelegen ist.

Ich gehe damit in die Küche, setze mich auf einen der Barhocker, und lese mir durch was auf der Mitteilung steht:


-------------------------------------------------------------
Hei Keimo, mein Schatz!
Leider musste ich auch schon wieder gehen. Da ich dich nicht von der Einnahme deiner Nahrung ablenken wollte, habe ich dir diese Nachricht geschrieben.
Ich hoffe es hat geschmeckt und wir sehen uns bald wieder.
Küsschen und mach's gut!
-------------------------------------------------------------


Gezeichnet ist die Nachricht mit einem roten Lippenabdruck. Blutrot...
Scheinbar hat sie sich die Lippen aufgeschlitzt um dann ihren Kussmund auf die Nachricht zu setzen.... Das sähe ihr ähnlich....

Seufzend lasse ich die Nachricht wieder fallen und greife nach dem Telefon.
Schnell ist die bekannte Nummer gewählt und schon höre ich das Freizeichen.

"Ja, hallo?"
Na endlich.. "Hei!"
"Oh, hei Keimo! Wie geht's?"
"Gut, danke. Ich hätte hier was für euch..."
"Was denn?", kommt mir sogleich eine neugierige Stimme entgegen.
"Essen." Ich musse leicht schmunzeln bevor ich fortfahre. "Zwei Menschen. Frisch aber momentan zu verängstigt um von ihnen zu trinken. Wäre das nicht was?"
Stille.
"Wo zum Teufel hast du die her?!?"
"Bekommen."
"Aber... Aber wir sollen doch keine Menschen entführen!!! Es wäre zu auffällig!"
"Das ist mir auch klar... Ursprünglich waren es ja drei.." Ein erschrockenes Luftholen dringt durch den Hörer. "Aber was sollte ich machen?! SIE tut doch eh was sie will...."
Wieder Stille... Dann, ein Schlucken.
"Willst du mir sagen, dass..... dass... SIE.. hier ist?", die Stimme zittert.
Ich seufze kurz auf und bejahe dann schlicht und einfach.
Ich vernehme ein weiteres Schlucken, bevor es von lautem Rascheln abgelöst wird.
"Warte kurz, Keimo...."
Na wundervoll.... Warten auch noch.... Wie ich das hasse....
Wütend schnaubend verdrehe ich die Augen und stehe auf um mir einen Apfel aus dem Kühlschrank zu holen.
Auch als ich wieder an der Theke sitze und mit einem saftigen Geräusch in den Apfel beiße, kommt immer noch Rascheln aus dem Hörer, wobei man zwischendurch auch aufgeregte Stimmen vernehmen kann. Was sie sprechen, verstehe ich allerdings nicht...

Glatte fünf Minuten später, erhalte ich endlich wieder eine Antwort.
"Keimo?"
"Jah?!", murre ich genervt.
"Wir holen die zwei ab. Du bist zuhause, oder?"
"Ja, bin ich... Vermutlich noch länger, aber beeilt euch trotzdem. Ich will nicht, dass die Menschen hier allzu lang bleiben!"
"Ok, ich schick wen zum Abholen rüber."
Ohne eine Antwort zu geben oder sonst irgendeine Verabschiedung, lege ich einfach auf und esse in Ruhe den Apfel fertig.

Nachdem ich den Apfelputz weggeschmissen habe, gehe ich wieder zurück ins Wohnzimmer, an den beiden verängstigten Menschen vorbei ohne sie zu beachten und hinein ins Bad.
Dort angekommen schaufle ich mir erstmal etwas Wasser ins Gesicht und beschließe, nach einem gründlichen Blick in den Spiegel, zu duschen.

Also drehe ich die Dusche an und beginne damit mich auszuziehen.
Fertig ausgezogen steige ich schließlich in die Dusche und lasse das herrlich warme Nass auf mich niederprasseln.
Genießend drehe ich mich unter dem Wasserstrahl hin und her und streiche mit leichten Bewegungen über meine Haut, das wundervoll weiche Gefühl auskostend.
Immer wieder streiche ich mir über die Brust, an den Seiten entlang und über die Schultern, wobei ich die Augen genießend geschlossen halte.

So langsam drängen sich mir Bilder in den Kopf, bei denen ich nicht weiß wo sie herkommen....
Wunderschöne Bilder.
Erotisch...
Heiß...
Bei diesen Bildern beschleunigt sich mein Atem und ich lehne mich schnell an die Duschwand zurück, um meine Knie am Einknicken zu hindern.
Immer noch habe ich die Bilder vor Augen, doch plötzlich wird mir mit einem Schlag klar, wen ich mir da gerade vorgestellt habe und, obwohl ich mir eigentlich dachte, dass ich gleich panisch die Dusche auf kalt stellen würde, kann ich nur leicht lächeln.
Langsam und immer noch lächelnd, lasse ich mich an der Duschwand hinunter bis ich schließlich sitze und nun so das angenehme Prasseln auf meiner inzwischen reichlich erhitzte Haut genieße.

Nach einer Weile bemerke ich die plötzlich aufgetauchte Präsenz von Vampiren. Sie scheinen in meiner Wohnung zu sein.
Doch schnell beruhige ich mich wieder, da es ja eigentlich nur die sein können, die die Menschen abholen.
Aber, sollte ich wirklich schon so lang geduscht haben?

Scheint so.
Denn als plötzlich die Badezimmertür aufgeht sehe ich in ein nur allzu bekanntes Gesicht.
"Hei.. Keimo...", stottert der junge Vampir, den ich nun schon einige Jahre kenne, da er von einem guten Freund von mir in die Welt der Vampire' eingeführt wurde.
Ich sehe ihn fragend ohne und schon fängt er wieder an zu stottern.
"Äh... Ähm.. W-wir sind d... da... um die.. die Menschen.. Abzu-...zuholen..."
Mühsam stemme ich mich hoch und lasse das Wasser in meinen Nacken prasseln.
Die Anwesenheit des inzwischen rot gewordenen Vampirs ignoriere ich inzwischen einfach.
Doch, da er sich nicht wegzubewegen scheint, raune ich ihm ein "Gut. Nehmt sie und haut ab." zu, woraufhin er stolpern aus dem Bad verschwindet und fange an mich mit Duschgel einzuseifen.

Danach dusche ich mich noch ein letztes Mal gründlich ab, bevor ich aus der Dusche steige und mich mit einem flauschigen Handtuch abtrockne, bevor ich es mir um die Hüfte binde und so das Bad verlasse.

Im Wohnzimmer angekommen, schaue ich mich erstmal um, um zu sehen, ob sie auch ja keinen Dreck veranstaltet haben und sehe dann auf die Uhr.
Hmm.... Zeit zu gehen, würd ich sagen.

Gemütlich schlendere ich ins Schlafzimmer, suche mir gemütliche Kleidung raus und marschiere damit bepackt zurück ins Bad.
Dort angekommen, rubble ich mich noch einmal mit dem Handtuch ab, bevor ich eben dieses in den Wäschekorb werfe und beginne dann mich anzuziehen.

Etwas später besehe ich mir mein Erscheinungsbild kritisch im Spiegel und bewerte es als ok.
Schnell noch richte ich meine Haare etwas und schnappte mir dann im Wohnzimmer Schlüssel, Handy und Geldtasche, bevor ich die Wohnung voll fit wieder verlasse.
Das Blut und die angenehme Dusche, haben mich wieder aufgepäppelt.

Als ich hinaustrete, merke ich, dass immerhin der Regen aufgehört hat und schlendere los in Richtung meines Lieblingscafés.
Das einzige Café in dieser Gegend, das ich kenne, das um die Zeit offen hat und auch noch wirklich Kaffee serviert.
Sind lauter Nachtaktive, die das betreiben... Aber Kundschaft haben sie genug.
Außerdem ich das Café einfach herrlich.
Gemütlich, kuschelig und sie haben Massen an Büchern, die man zum lesen ausborgen kann.
Auch wenn man nicht denkt, dass es mitten in der Nacht Leute gibt, die in Cafés gehen um Bücher zu lesen, sind doch immer erstaunlich viele Leute dort.
Doch sie stören nicht, und das ist das, was ich an diesem Café am angenehmsten finde.
Obwohl dort immer Leute sind, stört es einen nicht....

Endlich angekommen, schüttele ich mich etwas, um die Kälte von mir 'abfallen' zu lassen, und gehe zur Theke.
Nach kurzer Wartezeit kommt eine junge Dame zu mir und fragt mich nach meinen Wünschen.
"Ich hätte keine eine Melange und Cookies... Und Bücher natürlich", füge ich lachend hinzu.
Sie lächelt mir freundlich zu, ohne dass ihre Freundlichkeit aufgesetzt wirkt, und macht sich dann daran meinen Kaffee herzubereiten.
Keine zwei Minuten später habe ich ein Tablett mit meiner Tasse und einem kleinen Teller mit Cookies in der Hand und sehe mich suchend nach einem Platz um.
Als ich mich schließlich auf einen freien Platz gesetzt habe, ziehe ich meine Jacke aus und lehne mich, die Augen schließend in den weichen Polstersitz zurück.

"Na, auch hier? Wir treffen uns aber verdächtig oft..."
Kurz zucke ich zusammen und öffne schnell meine Augen um mich mit einem frechen Grinsen in einem inzwischen bekannten Gesicht konfrontiert zu sehen.
Scheinbar hat er gerade ein Buch geholt, denn eben dieses legt er jetzt auf den Tisch neben mir und setzt sich.
Oh. Tischnachbarn...
Mir fällt im Moment nicht anderes ein als etwas zu lächeln.
Zum Henker noch mal, was tu ich da?

"Da wir uns noch nicht vorgestellt haben: Ich bin Aleksanteri. Mich nennen die Leute aber meistens Aleks oder Ksanteri. Ich überleb beides." Höflich hält er mir seine Hand entgegen, obwohl er vermutlich weiß, dass kein Vampir solch eine Geste annehmen würde. Wäre ein zu hohes Risiko.
Er weiß es und genau aus diesem Grund reiche ich ihm auch meinerseits die Hand.
Anfangs schaut er etwas irritiert, doch dann grinst er nur.
Wo der wohl so plötzlich diese Ruhe mir gegenüber her hat?
Plötzlich werde ich mir des fragenden Blickes seinerseits bewusst und werde leicht rot...
Ich sollte mich nicht so ablenken lassen.

"Keimo", meine ich dann schließlich lächelnd.


Aleksanteri:

OH FUCK FUCK FUCK!!!!
Was ist da nur in mich gefahren?!
Wieso hab ich von ihm getrunken?!? Von IHM!!!
Wenn sein Blut wenigstens nicht so gut geschmeckt hätte... Aber es war so herrlich...
Gott!!! Er ist mein Feind!! Wir sind Kriegsgegner!!! Wieso zum Teufel hab ich das getan?! Wie konnte ich nur nachgebe und wirklich von ihm trinken?!
Fuck! Wir sollten uns doch eigentlich gegenseitig an die Gurgel gehen und nicht voneinander trinken!!!

Völlig verstört und immer wieder vor mich hinfluchend und Kopf schüttelnd gehe ich den Gang entlang, in dem mir mehrere Vampire, ob meines Zustandes, seltsame Blicke zuwerfen.
Es ist inzwischen Nacht geworden, jetzt wachen sie alle auf....

Ich nähere mich immer mehr dem Saloon, doch als ich vor der großen Türe stehe, die Hand zum Klopfen erhoben, stocke ich.
Soll ich das wirklich tun?
Ihm davon berichten?
Hmm... muss ich wohl... Schließlich ist der der Clanführer und ich muss ihm gehorchen...
Nachdem ich noch einmal tief durchgeatmet habe, reiße ich mich zusammen und klopfe einige Male, bevor ich die Türschnalle runterdrücke und eintrete.
Ich weiß, normalerweise dürfte man nicht ohne Erlaubnis eintreten, doch ich weiß auch, dass sie mich nicht bestrafen oder ähnliches werden.
Ich bin ihnen zu wichtig. Schließlich können sie einen ihrer wenigen Elite-Kämpfer nicht vergraulen.
Ohne unsere Elite-Gruppe wäre der Clan schon längst untergegangen....

"Aaah!! Hallo Ksanteri, mein Starker! Bist du wieder wohl auf? Ja? Na das ist schön! Es gibt sooo viel zu erledigen!", kommt einer unserer Strategen sofort plappernd auf mich zu.
"Ich will vorher mit dem Meister sprechen!"
"Huh? Wieso das?!"
"Frag nicht und bring mich zu ihm!", herrsche ich den etwas Kleineren an.
Dieser schaut erst etwas verstört, weil er mich normal nur als jemand kennt, der Befehle bekommt und diese ohne zu fragen ausführt, nickt dann aber leicht.
Dieses Nicken wandelt sich allerdings schnell in ein Kopfschütteln.
Fragend sehe ich ihn an.

"Nun... Der Meister ist im Moment nicht da...", meint der Stratege leicht unsicher.
"Wo ist er?! Ich will verdammt noch mal mit ihm reden!"
"Er ist unterwegs... Du weißt schon... Verhandlungen mit ein paar Leuten... Höflichkeitsbesuche und... er versucht immer noch, nachdem du sie nicht wolltest, seine Tochter zu vermählen...
"Nenn mir einen mehr oder weniger intelligenten Vampir, der so eine kleine zickige Göre zur Frau haben wollen würde. Besonders da sie nicht einmal die Erbin des Clans ist!"
Er schaut mich erst geschockt an, wie ich so was nur sagen kann, nuschelt dann aber leise seine Zustimmung.

Nach einer kurzen Zeit der Stille, schnaufe ich noch ein letztes Mal gequält bevor ich mich wieder fange und nach neuen Befehlen frage.
Sofort wird der kleine Stratege Feuer und Flamme, läuft aufgeregt zu einem großen antiken Tisch in der Mitte des Raumes, auf dem Karten, andere Papiere und seltsame Werkzeuge liegen und bedeutet mir ihm schnell zu folgen.
Ruhig gehe ich ihm nach, beobachte die anderen Strategen, die ebenfalls um den Tisch herum stehen, wie sie mich mustern.
Vielleicht hätte ich nicht so ausflippen sollen, doch das ist jetzt auch schon egal...
Als ich schließlich ebenfalls beim Tisch stehe, kramt der Stratege, mit dem ich vorher noch "diskutiert" habe einige Blätter und Notizen hervor, breitet sie über den anderen auf und räuspert sich, bevor er beginnt mir meinen neuen Auftrag zu erklären.
"Nun.. Da du letzte Nacht ausgefallen bist und die Nacht davor nur als Aufpasser und Lehrer eines unserer Kleinen fungiert hast... Ist einiges an Arbeit übergeblieben..." Er kramt noch etwas herum, liest kurz etwas durch, bevor er fortfährt.
"Also... Deine heutige Arbeit wird so aussehen, dass du als erstes bei unseren Informanten vorbeischaust, ob sie was Neues haben und dann zu dieser Adresse gehst" Er reicht mir einen kleinen Zettel mit besagter Adresse "und die sich dort aufhaltenden Vampir etwas... nun ja... das übliche eben... Wir haben Informationen, dass sich dort heut Nacht einige Vampire vom Bellicusclan aufhalten sollen.
Dort soll irgendetwas Wichtiges laufen und deine Aufgabe ist es, erst herauszufinden, was es ist und sie dann aufhalten.... Ja... Das ist es so im Großen und Ganzen.", schließt er mit einem fragenden Blick auf mich.
Noch bevor ich etwas erwidern kann, mischt sich ein anderer ein: "Sicher, dass er dafür schon bereit ist?"
Der Kleine Stratege sieht den anderen verwirrt an. "Wieso nicht?"
"Na weil er doch ziemlich fertig war... Vor Kurzen noch."
Der Blick des Kleinen, wendet sich nun mir zu und er hebt eine Augenbraue, während er versucht mich genau zu mustern.
Leise seufzend meint er dann, er werde mir jemanden zur Seite stellen, damit ich es nicht allein tun müsse.
Auf die Frage, wer dies denn machen sollte, entbricht eine hitzige Diskussion, bei der ich dann aber beschließe einfach zu gehen und mich vorzubereiten. Wer mitgehen würde war doch eh egal und die Diskussion musste ich mir nun wirklich nicht geben.

In meinem Zimmer angekommen, suche ich mir ein paar Anziehsachen aus dem Schrank heraus, gehe ins Bad um noch schnell zu duschen und ziehe mich dann an.
Bevor ich gehe, nehme ich mir noch schnell meinen Mantel, meinen Hut und das Amulett, das mir meine Mutter damals an ihrem Sterbebett schenkte, bevor sie starb.
Ich hatte es so gut wie immer bei mir. Es war meine Erinnerung an sie. Mein Glücksbringer. Mein Beschützer...

Eine halbe Stunde warte ich nun schon auf meinen "Partner", doch bis jetzt ist noch niemand aufgetaucht.
Ich stehe hier in der Eingangshalle, darauf wartend, dass, wen auch immer sie mir mitgeben, endlich kommt, doch das einzige was das Warten bis jetzt gebracht hat, sind ein paar Gespräche mit Clanmitgliedern, die ich alle mehr oder weniger gut kenne.
Gerade verdrehe ich zum dritten Mal die Augen, als ich Schritte vernehme, die sich in meine Richtung bewegen.
Als ich aufsehe, erkenne ich Jack, der auf mich zukommt.
Na wunderbar...
Von allen Vampiren, die unserem Clan angehören, krieg ich grad den als Begleitung, den ich am wenigsten mag...
Was heißt hier nicht mögen...?
Ich hasse ihn....
Abgrundtief....
Jack ist ein kleiner eingebildeter Idiot, der alle immer herumkommandiert und alles zu sagen haben will aber im Grunde nichts drauf hat...
Pah...
Völlig genervt stehe ich auf, werfe dem siegessicher grinsenden Jack einen tödlichen Blick zu und marschiere auf die Eingangstür zu.
"Na, du Held? Hab gehört du hast dich verprügeln lassen? Müsstest du nicht tot sein? Wäre schön gewesen, dann hätte der Clan dein Gesicht wenigstens nicht mehr sehen müssen!", lacht Jack herablassend.
"Immerhin hab ich überlebt. Du wärst schon tot gewesen ehe du dir noch in die Hosen machen hättest können...", herrsche ich ihn böse an.
Ich muss mich beruhigen. Wenn er mich jetzt schon so aufregt, kann das heute noch was werden....
Man sollte uns beide nicht als Team losschicken...
Das gibt mit Sicherheit Tote...

"In die Hose machen?! Ich?! Sag mal geht's dir noch ganz gut?! Ich mach mir doch nicht in die Hose!!!", schreit er nun aufgebracht.
Er macht sich also nicht in die Hose?
Na das wollen wir sehen....

Ich gehe noch einige Schritte, bevor ich abrupt stehen bleibe und in Abwehrposition gehe. Ich schleudere meinen Kopf in alle Richtungen, nach Angreiffern suchend und knurre leise.
Sofort ertönt hinter mir ein Keuchen gefolgt von einem verängstigtem "Was..?"
Ich bedeute Jack ruhig zu sein, reiße dann energisch meinen Kopf herum, fixiere einen Punkt hinter ihm, beginne hektisch zu atmen und stottere dann: "J-Jack... dreh dich jetzt... lieber nicht um... Da...Da ist.... Da ist..."
Völlig geschockt versteinert Angesprochener sofort, zittert am ganzen Leib und bekommt einen weinerlichen Gesichtsausdruck.
Immer wieder schluckt er nervös, seine Unterlippe zittert.

Nachdem ich diesen Anblick etwas ausgekostet habe, stelle ich mich wieder gemütlich hin und schaue ihn breit grinsend an.
"Na? Wie war das mit Ich mach mir doch nicht in die Hose' Bäh bäh bähhhh???"
Vor mich hingrinsend drehe ich mich einfach um und gehe weiter.

Kurz später schließt Jack, leise vor sich hinfluchend, zu mir auf, aber ich kann aus den Augenwinkeln sehen, dass er sich immer wieder nervös umschaut, ob ihm auch ja niemand folgt.
So ein Angsthase.

So wandern wir also durch die Straßen, immer auf der Hut, falls wir anderen Vampiren begegnen sollten, und klappern unsere Informanten ab.

Gerade kommen wir bei Loi, einem Menschen in unseren Diensten an, der uns aufgeregt erzählt, dass einige sehr gefährliche Vampire in der Stadt wären.
"Ich hab sie gesehen!", berichtet er ganz aufgeregt. "Ich war gerade einkaufen! EINKAUFEN!!!! Diese Vampire sind am helllichten Tage herumgelaufen!! Am TAG!!!", schreit er fast hysterisch herum, während er wild mit den Armen herumfuchtelt.

Aber wie könnte das sein?
Vampire können sich nicht am Tag herumtreiben.....
Loi meint zum Abschluß noch, dass sie keinem der drei Clans angehören zu scheinen, er es jedenfalls nicht herauskriegen konnte zu welchem sie gehören....

Wenig später befinden Jack und ich uns wieder auf der Straße. Leichte Bedrücktheit umgibt uns.
Wenn es Vampire gibt die bei Tageslicht frei herumlaufen können, wäre das eine riesige Bedrohung....
Auf jeden Fall werden wir Vorbereitungen treffen müssen.

Und... sie gehören keinem Clan an....
Beziehungsweise.... Er hatte sie keinem zuordnen können....
Vielleicht? ...Nein.... Obwohl.. Das wäre eine Erklärung dafür, dass sie hier wären....

"Jack? Geh du ins Clanshaus und berichte ihnen von den Informationen die wir gesammelt haben. Sag ihnen aber nichts von dem, was Loi erzählt hat! Wir treffen uns in sagen wir drei Stunden, vor dem Haus in dem die vom Bellicusclan sein sollen."
Er schaut mich verwirrt an, bis sich sein Ausdruck in einen eingebildeten wechselt.
"Wieso sollte ich? Bin doch nicht dein Botenjunge! Glaubst du ich tanz so einfach nach deiner Pfeife? Pah! Vergiss es! Such dir wen blöderen dafür!", zickt er hochnäsig herum.
Ich atme tief durch, drehe mich zu ihm, sehe ihm in tief in die Augen und meine dann leise, fast flüsternd: "Willst du sterben?"

Und schon ist er weg.
Na bitte... Geht doch.
Schon mache ich mich auf, um noch schnell Eve zu besuchen, eine Freundin aus Kindertagen, und sie wegen diesen Vampiren zu fragen.
Ihre Großmutter war eine Art Hexe. Eine Magierin, die Dinge, Menschen oder auch andere Wesen aufspüren konnte, und die ihr Können an ihre Enkelin vererbt hatte.
Vielleicht könnte sie mir sagen, ob diese Tagwandler sich wirklich in der Stadt befinden.
Nach einer halben Stunde stehe ich endlich vor dem kleinen Café, dem Eve arbeitet, und betrete dieses schließlich.
Ich werde von dem intensiven Geruch, den Kaffee nun mal so an sich hat, empfangen und gehe, genüssliche den Duft einziehend, auf die Theke zu.
Sofort kommt eine junge Dame zu mir und fragt mich, was ich denn möchte.
Ich sage ihr, dass ich auf der Suche nach Eve sei und ob sie sie vielleicht holen könnte.
Keine zwei Minuten später, kommt Eve aus der Tür zum Lagen auf mich zu und umarmt mich leicht bevor sie mich von untern herauf ansieht, mir über die Wange streicht und mit ihrem typischen melancholischen Blicke fragt, wie sie mir denn helfen könne.

"Hei Eve.. Naja, es geht darum, dass wir gerade von ein paar Vampiren gehört haben, die neu in der Stadt sein sollen.... Nun ja... Sie sollen ziemlich mächtig sein... Und außerdem am Tag herumgehen können.... Könntest du vielleicht herausfinden, ob das wahr ist?"
Sie sieht mich erst mit großen Augen an, nickt dann aber.
"Gut... Es könnte nur etwas dauern... Ich hoffe du hast Zeit?"
"Ja, die habe ich. Mehr oder weniger", lächle ich sie leicht an.
"Ok.. Bestell dir etwas zu trinken und setz dich. Nimm dir ein Buch und warte. Ich hoffe es wird nicht allzu lang dauern."
Damit verschwindet sie wieder im Lager.

Seufzend bestelle ich mir bei der jungen Frau, die mich vorher begrüßt hat, einen Kaffee, suche mir einen Sitzplatz, auf dessen Tisch ich dann meine Tasse stelle und begebe mich in die Bibliothek.

Nachdem ich mir ein Buch herausgesucht habe, gehe ich wieder zurück, doch wen ich da neben meinem Platz sitzen sehe, lässt mich unwillkürlich schmunzeln.
Ich gehe auf ihn zu und spreche ihn leicht grinsend an.
"Na, auch hier? Wir treffen uns aber verdächtig oft..."
Er schaut leicht erstaunt auf, antwortet aber nicht.
Ich setze mich an meinen Platz und fahre einfach mit der Unterhaltung' fort indem ich mich einfach vorstelle.
Ich reiche ihm die Hand, und als er mir seine wirklich gibt, schaue ich doch etwas verwirrt.
Wow... Das hab ich ja noch nie erlebt, dass ein Vampir einem anderen die Hand gibt....
Es gibt ja wirklich Wunder....

Nachdem ich ihn eine Zeit lang fragend angeschaut habe, scheint er endlich zu verstehen, was ich von ihm will und meint lächelnd "Keimo.."

Keimo... Hmm.... Auch ein interessanter Name...
Ich denke lieber nicht weiter darüber nach und widme mich meinem Kaffee.
Ich gieße etwas Milch hinein und verfeinere das ganze noch mit fünf Löffeln Zucker.
Mag sein, dass das etwas übertrieben ist, aber ich mag das, wenn's so süß ist.

Wir schlürfen also bei an unseren Kaffees herum, als mir eine Idee kommt.
Ich schiele ihn von der Seite an, anwiegend ob ich es wirklich tun sollte oder nicht...
Als er bemerkt, dass ich ihn ansehe, dreht er seinen Kopf zu mir und sieht mich fragend an.
Ich hole tief Luft, und frage, während ich stur in meine Tasse starre:
"Sag mal... Ihr habt nicht zufällig grad Verstärkung bekommen?" Ich sehe auf und blicke in ein leicht verwirrtes Gesicht.
"Ich meine... Vampire... Mächtige Vampire... Welche, die am Tag leben können."
Nachdem ich das gesagt habe, verfinstert sich sein Gesicht und er wendet seinen Blick von mir ab um die Tischplatte anzustarren, ohne sie jedoch wirklich zu sehen.

"Also sind sie wirklich vom Culumclan?", frage ich ihn nach einigen Sekunden Schweigen.
Er atmet tief ein, will etwas sagen, doch er scheint es nicht wirklich zu schaffen.
"Ach komm. Ich kann 139 und 815 zusammenzählen. Ist klar, dass sie von eurem Clan sind...."
Verwirrt lächelnd schaut er von dem Tisch auf und sieht mich fragend lächelnd an.
"139 und 815?", meint er dann grinsend.
Nun muss ich auch grinsen und nicke einfach nur.
Darauf fängt er an zu lachen, was irgendwie schön klingt....
Als er sich wieder gesammelt hat meint er dann; "Naja, ist auch eine Möglichkeit!"

Wir schwatzen noch eine Weile, verstehen uns eigentlich ganz gut, bis plötzlich Eve an meinem Wisch steht und mich lächelnd ansieht.
Ich schaue sie fragend an und sie nickt entschlossen.
"Also. Aleksi. Du hattest Recht. Sie sind wirklich in der Stadt. Es sind so um die 5-6. Wieviele genau weiß ich leider nicht...
Willst du wissen wo sie sich aufhalten?"
Also stimmte es, was Loi sagte.
Nachdem ich etwas darüber nachgedacht habe, schüttle ich allerdings den Kopf und meine, es nicht wissen zu wollen.
Sie schaut erst etwas verwirrt, nimmt es dann aber wie es ist, will sich umdrehen um zurückzugehen, bleibt dann aber plötzlich stehen.
Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie Keimo an.
Nach einiger Zeit murmelt sie ein "Fast die gleiche Aura...Fast die Gleiche..." und verschwindet.

Ich sehe ihr verwirrt hinterher.
Was sollte das denn?
Fast die gleiche Aura'... Was meinte sie damit?

Ohne, dass meine Frage beantwortet wurde, verlasse ich etwas später das Café.
Gleich hinter mir Keimo.
Wir haben beschlossen gemeinsam zu dem Unterschlupf der Leute vom Bellicusclan zu gehen, da er meint, er könne etwas Spaß gebrauchen.

Auf dem Weg dorthin unterhalten wir uns darüber, wie unsinnig dieser ganze Krieg doch eigentlich wäre und sind darin übereingekommen, dass es nur ein idiotisches und völlig unbrauchbares Abschlachten sei.

Kurz bevor wir ankommen, fällt mir noch etwas anderes ein.
"Sag mal... Wieso kämpfen wir eigentlich nicht gerade?"
Er sieht mich etwas verwundert an lächelt dann aber und meint: "Bist du denn schon ganz gesund?"
Damit ist das Thema beendet und wir gehen weiter. Keimo vor sich hingrinsend und ich leicht Kopfschüttelnd.

Als wir vor dem Haus ankommen, sehe ich mich suchend um, doch Jack ist nirgends zu sehen.
Während ich versuche ihn vielleicht irgendwo zu erkennen, starrt Keimo einfach nur das Haus an.
Nachdem ich es aufgegeben habe, ihn zu suchen, drehe ich mich ebenfalls um und sehe Keimo fragend an.
Er sieht auch zu mir und nickt dann in Richtung Tür.
Ich hole tief durch und gehe dann auf sie zu.

Leise schleichen wir durch die kleine Eingangshalle, versuchen auszumachen wo die Vampire sich verstecken und beschließen schnell, in den nächsten Stock zu gehen.
Leise gehen wir die Stiege hinauf, hoffen, dass keine der alten Holzstufen irgendwie laut knarrt und stoppen aber in der Mitte der Stiege.
Keimo starrt auf irgendetwas, das ich nicht erkennen kann, da ich hinter ihm bin, bückt sich dann um es aufzuheben und hält es mir, nachdem er es näher betrachtet hat, hin.

Es handelt sich bei dem Ding' um einen filigran gearbeiteten Ring mit miteinander verbundenen Verzierungen.
Sein Anblick lässt mich schlucken und leise "Jack" flüstern.
Es ist einer seiner vielen Ringe, das heißt er muss hier sein.....
Oh nein....
Alarmiert sehe ich zu Keimo, der nickt entschlossen und geht dann schnell weiter die Stiege hinauf.
Oben angekommen schleichen wir durch einen langen Gang und bleiben an dessen Ende stehen.
Keimo bedeutet mir näher zu kommen und schon sehe ich Jack durch den kleinen Schlitz der leicht geöffneten Tür.

Gefesselt und geknebelt sitzt er, mit entblößtem Oberkörper und schon einigen Schlitzwunden auf ebendiesem.
Um ihn herum stehen mehrere Vampire mit gebleckten Zähnen und ausgefahrenen Krallen.
Gerade holt einer von ihnen zu einem weiteren Schlag aus, um Jack den Gar aus zu machen.




Langsam, mit bedächtigem Schritt bewegte er sich durch die Straßen. Nur wenige Leute waren unterwegs und als er in seine Zielstraße einbog, begegnete ihm niemand mehr.
Die kleine Straße schien wie ausgestorben.
Er ging vorbei an klapprigen Fensterläden, an ramponierten Türen und an herabblätternden Fassaden.
Und er kümmerte sich nicht darum.
Entschlossen strebte er auf sein Ziel, einem kleinen Haus weiter unten, zu und ließ es nicht eine Sekunde aus den Augen.

Vor dem Haus angekommen, sah er sich noch ein letztes Mal um, bevor er durch die kleine Tür eintrat, den kleinen Gang entlang ging und an eine ebenso heruntergekommene Türe klopfte.
Nach einigen Augenblicken öffnete sie sich einen Spalt breit und ein dunkles Auge blitzte hindurch.
„Was wollt ihr hier?“, krächzte eine Stimme leise.
„Nichts was euch etwas angehen würde“, antwortete der vor der Tür stehende mit einem gefährlichen Unterton in der Stimme.
„Tretet ein ..“

Und schon schwang die Tür knarrend auf und bescherte dem Neuankömmling Blick auf eine schlecht beleuchtete und total verrauchte Bar.
Nur wenige Besucher waren anwesend, doch sie alle sahen auf, als der Mann eintrat.
Er ließ seinen Blick über die Leute schweifen, bis er endlich gefunden hatte, wen er suchte.
Mit raschen Schritten ging er auf die in Schatten gehüllte Person zu und setzte sich auf einen Stuhl gegenüber.
Einige Minuten des Schweigens verrannen, bis er plötzlich zischte:
„Ich nehme an.“

Sein Gegenüber musterte ihn kurz, bevor es mit gesenkter Stimme fragte:
„Wie kommt Euer plötzlicher Meinungswechsel?“
„Eine Begegnung, mehr braucht Ihr nicht zu wissen.“
„Brauche ich das wirklich nicht?“
„Nein, das tut Ihr definitiv nicht. Und nun kommen wir bitte zu meiner Bezahlung. Ihr wisst, ich tue diesen Job nicht umsonst.“
„Eure Bezahlung, ja… Miquel!“, der Kellner, der zuvor die Tür geöffnet hatte, trat zu ihrem Tisch, „Können wir in einen Raum, in dem wir ungestört sind?“
Kurz zuckten seine, Miquels, Augen zwischen den beiden Gästen umher, bevor er sich leicht verneigte und sie mit einer Geste zu einer kleinen Türe im hinteren Teil der Bar wies.
„Natürlich, folgt mir!“

Hinter der Tür lag ein kleiner Raum mit einem Tisch und ein paar Sesseln. An den Wänden hingen einige verstaubte Bilder und der einzige Lichtspender war eine schwach leuchtende Deckenlampe mit zerfleddertem Lampenschirm.

Schnell trat Miquel vor, schob die Sessel zurecht und wischte fahrig über den Tisch.
Dann fragte er nur noch, ob noch irgendwelche Wünsche offen wären und verschwand eilends.

Die Tür fiel mit einem dumpfen Laut zu.

„Nun? Hier sind wir allein… Wie sieht es nun aus mit meinem Honorar?“

„Ihr seid wie mir scheint etwas ungeduldig…. Die Bezahlung sieht so aus, dass Ihr nach Beendigung des Auftrages eine Tasche bekommen werdet. In dieser wird sich Euer Honorar befinden; 15.000 $ und das von euch geforderte Relikt.“

„Und woher weiß ich, dass Ihr mich auch sicher bezahlt?!“

„So viel solltet Ihr aber eigentlich über mich wissen.“

„Ihr seid als ehrenvoll bekannt, doch auch als listig. Nicht gerade die beste Mischung um Euch zu vertrauen und ich traue grundsätzlich niemandem.“

„Verlasst euch auf mich, die Tasche wird Euch erwarten.“

„Gebt sie mir gleich.“

„Nein.“

„Dann das Relikt!“

„Nein. Das Geld kann ich Euch gleich geben. Aber nicht das Relikt, denn wenn Ihr es vorher schon bekämt, hättet Ihr doch keinen Ansporn mehr den Auftrag zu erfüllen. Und ich beharre darauf, dass es getan wird.“

„Doch wenn ich erst den Auftrag erledigt habe, habt Ihr ebenfalls keinen Ansporn mehr mich zu bezahlen, oder?“

„Sehr weise von Euch.“

„Nun? Zahlt mich gleich. Ich werde den Auftrag erledigen!“

„Ich vertraue Euch nicht.“

„Wieso nicht?“

„Aus zweierlei Gründen. Zum Einen weil ich, genau wie Ihr, niemandem traue, und zum Zweiten seid ihr Söldner.“

„Ist dies denn wirklich ein Grund?“

„Ja. Einem Söldner zu trauen wäre als ob man einem Säufer eine Flasche Bier zur Aufsicht geben würde.“

„Ihr amüsiert mich. Nun gut. Ich werde Euren Weg wählen. Doch seid gewarnt; sollte ich diese Tasche mit dem Geld und dem Relikt nicht erhalten, werde ich nicht eher ruhen, ehe ich sie habe. Wie und vor allem ob Ihr dabei wegkommt sei in Frage gestellt.“

„Wunderbar.“

„Wann kann ich die Tasche haben?“

„Wenn Ihr den Auftrag erledigt habt.“

„Das wird nicht lange dauern. Also?“
„Ihr werdet Euch melden, sobald Ihr ihn erledigt habt, dann wird Euch gesagt werden wie Ihr zu Eurem Honorar kommt. Und nun entschuldigt mich, ich habe noch etwas zu erledigen. Eine schöne Nacht wünsche ich Ihnen noch!“
Mit diesen Worten verschwand die Gestalt durch die kleine Tür und der Mann war allein in dem verschmutzten Raum.

Grimmig starrte er an die Tür und wünschte der gerade gegangenen Person die Pest an den Hals.

Auch wenn die Pest sie eh nicht umbringen kann, dachte er ironisch und verließ ebenfalls das Zimmer.
Schnellen Schrittes ging er durch die Bar, doch kurz bevor er den Ausgang erreicht hatte, kam Miquel, der Kellner, zu ihm.

„Sir. Hier, dies ist für sie“, er reichte ihm einen kleinen Brief und verschwand wieder.

Leicht irritiert, aber dies kaum zeigend, betrachtete der Mann den seltsamen Brief, beschloss dann aber, gegen seine Neugier ankämpfend, ihn erst an einem sichereren Ort zu öffnen.
So steckte er ihn schnell in eine seiner Manteltaschen und verließ die Bar.

Ein feuchter Wind schlug ihm ins Gesicht und er atmete erleichtert auf.
Der Gestank und all der Rauch in der Bar hatten ihn beinahe erdrückt.
Nun genoss er die zwar etwas kühle aber dennoch erfrischende Nachtluft.
Einige Sekunden stand er bewegungslos da und genoss das Gefühl des über seine Haut streichenden Windes, doch dann drehte er sich nach links und ging schnellen Schrittes, die Umwelt ignorierend, in Richtung seiner Unterkunft.



„Wo warst du?!“, schrie ihm die aufgeregte Frau entgegen.

„Unterwegs.“, meinte er nur kühl und ging an ihr vorbei ins Wohnzimmer.

„Hättest du mir das nicht sagen können? Ich mache mir Sorgen verdammt!“

„Das brauchst du doch nun wirklich nicht. Ich kann schon auf mich aufpassen.“

„Ach ja?! Tue ich aber! Du weißt ganz genau was da draußen alles los ist! Die Vampire schlachten sich gegenseitig ab. Und du als Clanloser wirst da nicht verschont werden! Verdammt, ich will nicht, dass du stirbst!!“

Leicht den Kopf schüttelnd drehte er sich wieder um, ging auf die aufgelöste Frau zu und strich ihr über die Wangen, die Tränen wegwischend.

„Ich werde mich nicht töten lassen, meine Liebe. Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen.“ Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und umarmte sie sanft.
Sie schniefte auf, drängte sich näher an ihn und krallte sich in seine Schultern fest.
„Lor. Ich liebe dich…. Ich… Ich könnte es nicht ertragen, wenn du sterben würdest … Ich könnte es einfach nicht…“

„Ist schon gut….. psssst…. Beruhige dich mein Schatz….. Beruhige dich….“, er strich ihr behutsam durch die Haare und schob sie dann leicht von sich.
„Ich liebe dich auch, und das weißt du, hm?“, lächelte er sie an.

„Oh Lor, ich..…“

Ihr Satz erstarb in einem sanften Kuss.


Einige Zeit später saßen sie zusammen am Küchentisch und tranken Kaffee.

Die Frau blickte nachdenklich in ihre Tasse, hob dann ihren Blick und richtete ihn auf ihr Gegenüber.
„Und wo warst du wirklich?“

Lor sah sie an. Er seufzte und erzählte ihr dann von seinem Treffen.

„Ein Auftrag, hm? Ich werde irgendwann noch sterben vor Sorge… Und was musst du diesmal tun?“

Ein tiefer Blick von ihm genügte und sie wusste die Antwort.
Seufzend wendete sie sich wieder ihrem Kaffee zu, nahm einen Schluck und schloss dann leicht erschöpft die Augen.

Plötzlich schlangen sich zwei Arme um sie und sie lehnte sich an den starken Körper hinter ihr.

„Oh Lor…“

„Ich liebe dich, Schatz. Ich muss diese Jobs erledigen, das weißt du…. Als Clanloser kann ich es mir nicht leisten wenig Geld zu haben. Ich muss mir andauernd Blutkonserven kaufen, da ich in dieser schweren Zeit auch nicht einfach jagen kann. Und das Söldnertum beziehungsweise diese Aufträge sind das einzige, das genug einbringt.“

„Wärst du nicht clanlos, hättest du diese Probleme nicht….“

„Quatsch! Dann hätte ich dich auch nicht und das ist viel schlimmer…“

„Lor… Wirklich.. Manchmal denke ich, wenn du dich nicht in mich, einen Menschen, verliebt hättest, wärst du nicht von deinem Clan ausgestoßen worden und du hättest nicht solch ein Leben führen müssen und es ginge dir überhaupt viel-..…“
Zwei Finger legten sich auf ihre Lippen und ließen sie verstummen.

„Ich bereue nichts….“, hauchte Lor ihr flüsternd ins Ohr und sie versanken in einem unendlich scheinenden Kuss.


Fortsetzung folgt....


TO BE CONTINUED....



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