Hakis Blog

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Titel: Was nicht alles passieren kann, wenn der Hottellift ausfällt....
Autor: Hak / Kia
Blablabla: Mir gehört von den Viechern (Ihr möget mir bitte, als Zugeständnis an meinen bescheidenen Verstand verzeihen, dass ich diesen Ausdruck benutze, doch es ist nunmal einer meiner Ticks, sie so zu nennen... Wobei ich wohl ziemlich viele Leute so nenne....) leider keiner.... Die gehören nämlich sich selbst..... oder auch nicht....
Warnung: Geht um die Band The Rasmus.




Was nicht alles passieren kann, wenn der Hottellift ausfällt....


Das Leben ist doch echt zum Kotzen.
Wohin man auch kommt, mit wem man sich auch abgibt, überall sind irgendwelche "glücklich" Verliebten.
Echt schlimm...
Jeder hat eine Freundin und jede einen Freund... und was hab ich?
Eigentlich nur jede Menge Stress wegen dem neuen Album.....

Also um das mal bisschen zu erklären:
Wir sind hier in Schweden und nehmen das neue Album auf.
Solche Aufnahmen sind echt nervenaufreibend...
Es werden neue Songs eingespielt und das dauert immer etwas....
Zwischendurch heißt's dann: "Nein, spiel das so!" und "Mach das lieber so, das klingt besser" oder auch "Gott, kannst du das nichtmal richtig machen so dass es gscheit klingt?!"
Hab ich alles schon erlebt...
Das geht jetzt schon ziemlich lange so und wird wohl auch nicht so bald vorbei sein.
Wir sind alle schon reichlich geschafft und freuen uns schon auf unsere Rückkehr nach Hause...
Ein eigenes, gemütliches Bett.... Also nicht, dass die Betten im Hotel nicht gemütlich wären, die sind schön weich, aber das eigene Bett zuhause ist dann ja doch das einzig wahre....
Für mich jedenfalls.... Mit all meinen Polstern und der warmen, weichen Decke.... Ich könnte schon beim Gedanken daran dahinschmelzen.....

Ich muss wohl ziemlich leidend und von meinem Bett träumend geschaut haben, denn Pauli sieht mich schon seltsam besorgt von der Seite an.
"Ist was?", frage ich ihn.
Er sieht mich noch kurz an, schüttelt dann aber mit dem Kopf und schaut in eine andere Richtung.
Ich zucke kurz mit den Schultern und verfalle wieder in meine Gedanken an mein schönes Bett.

So vergeht die Zeit und ich schrecke erst wieder hoch als Pauli mich leicht an der Schulter rüttelt und mir per Fingerzeig zu verstehen gibt, dass wir, nach 20-mintüiger Fahrt endlich vor dem Hotel angekommen sind.
Nach dem Aussteigen, atme ich erstmal tief durch und hacke diesen Arbeits-, bzw. Aufnahmetag als erledigt ab.

"Du kommst wohl nicht mehr mit einen Trinken oder?", höre ich Paulis Stimme an meine Ohren gelangen.
"Seh ich so aus als würd ich keinen mehr Trinken wollen, oder was?", geb ich sofort zurück.
"Na ja.... Ich dachte nur, weil du heut im Wagen so seltsam drauf warst."
"Ach, das war nichts... Hab nur an Zuhause gedacht..."
"Ach so... Also kommst du jetzt mit oder nicht?"
"Nein" Ich grinse ihn frech an.
"Öhm...." Oje, jetzt hab ich ihn wohl total aus der Bahn gebracht. Zuerst meinen ich würde sowas doch eh nicht ausschlagen und dann erst nicht mitgehn... Sorry, aber ich kann heut einfach nicht´... Brauche auch einmal meine Ruhe....
"Na gut..", meint er noch und dreht sich dann um um rüber zu Lauri zu schlendern um ihn zu fragen.
[A.d.A.: So, jetzt solltet ihr langsam checken um wen es hier geht *hysterisch kicher*]

Ich mache mich inzwischen auf den Weg in mein Zimmer.
In der großen Empfangshalle angekommen sehe ich schon von weitem ein großes Schild, welches an der Lifttür angebracht ist.

---- Störung ----
Leider ist die Benutzung des Aufzuges momentan nicht möglich.
Grund ist ein technisches Problem.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
-----------------

Die werden nicht mehr lange nur ein technischen Problem haben, sondern bald auch eines mit mir, schließlich ist mein Zimmer im 14. Stock, verdammt nochmal!!!!!!!!!!!!!!!!

Sofort gehe ich zur Rezeption und werfe der armen Frau hinter dem Tresen die übelsten Beschimpfungen und Anschuldigungen an den Hals.
Die Arme rutscht auf ihren Sessel immer tiefer, macht hier und da den Mund auf, will etwas sagen, wird von dem von mir produzierten Schwall an Beschuldigungen unterbrochen bevor sie überhaupt anfangen konnte.

Ich hole kurz Luft und gerade als ich wieder loslegen will, spüre ich eine Hand auf meiner Schulter.
Ich drehe mich um und sehe, dass Eero hinter mir steht und mich fragend anblickt.

"Lift ist kaputt", sage ich knapp und drehe mich wieder zu der Empfangsdame um.
"Dann gehn wir eben zu Fuß"
Ich starre ihn entsetzt an.
"Was?", er hebt eine Augenbraue, "Wir zwei schaffen das schon, auch wenn es 14 Stockwerke sind. Immerhin sind wir keine Schornsteine, so wie Pauli und Lauri. Die werden da nie hoch kommen."
Noch leicht entsetzt grinste ihn an.

Au ja. Das würde heute wieder ein Spaß werden. Pauli und Lauri waren noch einen Trinken und würden sicher einiges in sich reinschütten, wie wir es zusammen auch immer tun. Dann müssten sie in ihre Zimmer, doch wenn der Lift nicht funktioniert müssten sie Stiegen steigen und da ihre Lungen voll waren mit Teer und sie bei sportlichen Betätigungen immer leicht außer Atem kamen wäre das eine rießige Quälerei. Und wir zwei, ich und Eero, wobei hauptsächlich ich, könnten dann frech bzw. fies auf sie herabgrinsen, wenn sie sich die Stiegen hochschleppten.
Das wird lustig.

Nun setzten wir uns also in Bewegung und gingen richtung Stiegenhaus.
Dort angekommen spähte ich hinauf und befand die Stiegen als anstrengend, schweißtreibend und mit Sicherheit viel zu viele..... Aber was tut man nicht alles für ein weiches Bett.....

[Kleine Erklärung:10 Stufen sind ein Absatz und 2 Absätze sind ein Stockwerk]
1. Stufe.... Geht ja noch....
2. Stufe.... Das schaff ich.
3. Stufe.... Langsam wird's anstrengend.
4. Stufe.... Scheiße... Eero ist schon am ersten Absatz angekommen.
5. Stufe.... Ob ich das aushalte bis da ganz oben?
8. Stufe.... Ich will in mein Bett!!!!!!
1. Absatz.... Eero grinst mich blöd vom nächsten Absatz an. Scheinbar wartet er dort auf mich. Na da kann er lange warten...
13. Stufe.... Inzwischen hat er sich hingesetzt.
15. Stufe.... Wußte garnicht, dass ich so tapfer sein kann
17. Stufe.... Eero schaut skeptisch herunter und fragt mich ob ich heute noch oben ankommen wolle...
18. Stufe.... Ich bleibe kurz stehen, atme durch und antworte ihm dann, dass ich es schon gern tun würde das wohl aber heute nichts mehr wird.
2. Absatz.... JAH!!! Wir sind im ersten Stock angekommen!!!! Eero macht mich darauf aufmerksam, dass es nun nur mehr 13 Weitere wären... Na danke Eero jetzt ist meine gute Laune wieder futsch.....

24. Stufe.... Ein Wunder, dass ich noch nicht zusammengeklappt bin..
28. Stufe.... Eero macht den Vorschlag wir könnten doch ein wenig reden während ich mich hochquäle.
3. Absatz.... Komme endlich zum verschnaufen und sage ihm, dass das sicher eine nette Ablenkung wäre, aber er halt ein bisschen auf die Antworten warten müsste.
31. Stufe.... Er grinst mich an, nickt und meint dann noch er hätte eh etwas wichtiges mit mir zu besrpechen, wo ich nicht unbedingt reinquatschen sollte.
33. Stufe.... Ich schaue ihn sauer an für den Satz mit dem reinquatschen. Er sieht mich erst fragend an, bricht dann aber in Lachen aus und sagt mir noch wie lahm ich doch bin... Na vielen Dank... Da geh ich schon freiwillig zu Fuß und der macht sich über mich lustig.....
36. Stufe.... Eero ist schon wieder ein einhalb Absätze voraus. Scheiße... so wird das nichts...
38. Stufe.... Irgendwie sterbe ich hier gerade!
39. Stufe.... MORD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
4. Absatz.... 2. Stock geschafft! Ich selbst leider auch...

44. Stufe.... Ich glaub Eero fängt endlich an zu sprechen.
45. Stufe.... Er scheint irgendwas über irgendwas total wichtiges zu quatschen, doch durch den halben Herzkasperl den ich gerade erleide bekomme ich nur wenig mit.
5. Absatzt.... Wow... der hat jetzt tatsächlich einen halben Absatz lang durchgelabert. Irgendwas von wegen irgendwer liebt irgendwen.... Spinn ich oder ist mein Name auch mal gefallen? Na toll... Ich hab mich zu sehr darauf konzentriert nicht umzufallen und da hab ich natürlich wieder nichts mitbekommen.... Vielleicht frag ich beim nächsten Absatz mal nach wenn ich wieder Luft bekomme....

52. Stufe.... Ich brech gleich zusammen!!!!!!!!
55. Stufe.... Langsam könnte ich aber wirklich bald da sein...
58. Stufe.... Mist.. Ich hab grad gemerkt, dass ich erst zwei Stöcke hinter mir habe...
6. Absatz.... Eero sieht mich an... Ich kann nur an seinen Lippen versuchen abzulesen was er mir sagen will. Schaffe es nicht.... Atme durch und bringe dann unter Mühen ein "Hää??" heraus.
Er grinst mich an, schüttelt ungläubig den Kopf und meint dann ich solle nicht so dumm tun und endlich ordentlich die Stiegen hinaufgehn.
Ich schau ihn an, murre dann ein "Ja ja, ist ja schon gut... lass mir doch den Spaß", nehme zwei Stufen auf einmal und bin sogleich auf dem 7. Absatz angekommen.



"Also was gibt's?", frag ich ihn noch mal.
"Nein, also echt. Ich will mit dir reden und du hörst nicht zu!"
"Hey, hey." ich hebe abwehrend meine Hände, "Ich war damit beschäftigt nicht umzufallen!"
Er schaut mich böse an.
"Du bist echt kindisch! Mit dir kann man nicht ernst reden!" Sicher kann man das!
"Ich kann nicht glauben warum er sich gerade in dich. Ach nein, echt.." Häää??????
"Weißt du, er tut mir echt Leid manchmal! Er liebt dich und dir geht das wohl am Arsch vorbei!!!! So was wünsche ich NIEMANDEM!!!"
Ich starre ihn an.
Wovon zum Henker redet der??
Ich mach den Mund auf, will was sagen doch er schreit mich weiter an.
"GLAUBST DU NICHT, DASS DU IHN DAMIT VERLETZT?!?!"

"JETZT WART MAL!!!", schrei ich zurück. Er schaut mich verdutzt an, ist dann aber still und wartet darauf, dass ich was sage. Ärgernis steht immer noch in seinem Gesicht
"Also, ich hab wirklich keine Ahnung wovon zum Teufel du redest! Ich weiß nicht wer in mich verliebt sein soll und deshalb kann's mir nicht am Arsch vorbei gehen, weil ich gar nicht weiß worum es überhaupt geht!!!!!"

Man sieht förmlich wie es in seinem Hirn rattert und scheppert.
"Du. Du hast echt keine Ahnung?" Er sieht mich ungläubig an.
"Nein, nicht im Geringsten!"
"Aber. hmm.. Eigentlich hat er es immer wieder versucht. Andauern versuchte er dir näher zu kommen.. Hast du nie etwas gemerkt? Das glaub ich ja nicht."
"Was sollte ich merken? Um wen geht es jetzt bitte?"
Eero senkt seinen Blick und scheint angestrengt nachzudenken, wie er es mir sagen soll. Ist doch egal, er soll es einfach sagen!
"Hast du dich nie gefragt wieso sich Lauri manchmal so komisch verhält, dir gegenüber? Wenn er sich an dich schmiegt, an deiner Schulter lehnt und so? Hast du dich nie gefragt weshalb er das macht?"
"Na ja, er braucht halt seinen Körperkontakt. Macht er bei euch ja auch und - "
"NEIN! Bei uns macht er das NICHT!"
"Nicht?"
"Nein. Unglaublich. Du bist der naivste Mensch den ich kenne. Merkst echt nicht wenn jemand deine Nähe sucht, dich braucht.. Dich liebt.."
"Du meinst.. Lauri. Nein, das glaub ich nicht!"
Er schaut mir tief in die Augen. Ein seltsamer Blick und dann ein einfaches Nicken.

Mir bleibt die Spucke weg. Mein Hals ist wie ausgetrocknet. Ich kann mich nicht bewegen.
Bin erstarrt. Kann nicht glauben, was Eero mir gerade versucht mitzuteilen. Kann nicht glauben, dass jemand wie Lauri, den ich immer für stock hetero gehalten habe, sich in mich verliebt haben könnte. Ich denke zurück an die Momente von denen Eero erzählt hat.
Galt das denn wirklich mir? Machte Lauri das nicht bei den anderen auch? Ich versuche mich zu erinnern ob ich ihn jemals mit Pauli oder Eero "schmusen" gesehen habe. Doch mir fällt nichts ein. Kann es denn echt wahr sein?

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen als Eero sich plötzlich räuspert, ein "Ich geh dann mal weiter." murmelt und die Stiegen weiter emporsteigt.
Ich bleibe derweil stehen. Verfalle wieder meinen Gedanken.
Nach einer Weile setze ich mich auf die Stufen, stütze meine Ellenbogen auf den Knien ab und lege den Kopf in meine Hände.

Ist es wahr?
Wieso erzählt mir Eero so etwas?
Liebt Lauri mich echt oder werde ich hier nur gewaltig verarscht?


Ich glaub's nicht. Grad bin ich aus meinen Gedanken geschreckt, hab auf die Uhr geschaut und merke, dass ich hier über eine Stunde lang gesessen bin!
Eine Stunde!!!
Oh mein Gott!
Wie kann ich da nur so lange drüber nachdenken.
Vermutlich haben sie mich beide, Eero und Lauri, nur auf den Arm nehmen wollen und lachen sich da oben jetzt einen ab.
Eero jedenfalls. Lauri und Pauli sind ja noch saufen.
Ich muss irgendetwas tun, damit sie glauben ich würde es nicht allzu ernst nehmen.
Dann können sie sich nicht ganz so sehr über mich lustig machen.
Ich sag einfach ich wär auf der Stiege eingeschlafen.

"Aki?"
Was ist denn jetzt? Wer will was von mir?
Ich schau mich verwirrt um und nehme die Person die direkt vor mir steht nicht einmal richtig wahr.
Ich muss mich wirklich ziemlich verwirrt umgesehen haben, denn als ich endlich klar wahrnehme, dass da wer vor mir steht grinst dieser jemand ziemlich breit.
"Oh. Tag Lauri. Schon fertig mit der Sauftour?"
"Nicht wirklich. Pauli hat irgendein Mädl halb abgeschleppt.
Na gut.. Er hatte es jedenfalls vor und war voller Enthusiasmus am Werk und da ich nicht stören wollte und mir bisschen fad wurde bin ich einfach schon mal gegangen. Hab heut einfach nicht so Lust."
"Aja" Boah, da hab ich ja wieder ein geiles Kommentar abgelassen!
"Was machst du eigentlich hier auf der Stiege?"
"Stiege?" Ich sehe mich verwirrt um und merke, dass ich immer noch auf dem gleichen Platz sitze. "Ups.. Ich sitz ja immer noch hier.."
"Immer noch? Seit wann sitzt du denn hier?"
"Oh.. Seit ich und Eero hier raufgehen wollten."
"Kommst du mit rauf? Ist glaub ist bequemer oben auf dem Sofa als hier. Oder willst du hier bleiben?"
"Öhm." Ich will schon rauf. Ist ja eigentlich unbeabsichtigt, dass ich hier noch sitze. Will grad sagen, dass ich eh mitkomme als Lauri sich mit viel Schwung umdreht und sich neben mich auf die Stufen fallen lasst.
"Gut", meint er mit einem Lächeln zu mir, "bleiben wir halt da."
"He Lauri, lass mich halt denken bevor du handelst!" Cooler Satz. Lass MICH denken, bevor DU handelst. Manchmal möchte ich mich echt selbst umarmen..
"Wir können schon raufgehen. Ich sitz hier eh schon ewig und oben ist's viel gemütlicher!"
Ich stehe auf und reibe mir demonstrativ meinen schmerzenden Hintern.
Ich schaue auf Lauri runter, der noch immer sitzt und mich anschaut.
Bzw. MEINEN ARSCH ANSCHAUT!!!!!
Ruhe, Junge, Ruhe.
Er starrt dir nicht auf deinen Arsch, er schaut nur einfach irgendwohin. Das ist nur rein zufällig mein Arsch.
Das bilde ich mir nur ein. Alles Einbildung.
Wenn wir oben sind kill ich Eero wegen dem Blödsinn den er mir da erzählt hat! Dadurch krieg ich noch Wahnvorstellungen.

Endlich rafft er sich auch wieder auf und wir stapfen die Stufen hoch.
75. Stufe.. "Sag mal Lauri."
76. Stufe.. "Was denn?"
78. Stufe.. "Ich weiß nicht wie ich's ausdrücken soll."
8. Absatz.. "Versuchs halt einfach"
84. Stufe.. "Geht aber nicht so leicht.."
9. Absatz.. Lauri fängt langsam an zu schnaufen. Raucher halt.
92. Stufe.. Ich fange an "Raucheeeer, Raucheeeer" zu trällern, was mir ein paar böse Blicke einbringt.
96. Stufe.. Ich grinse gerade bis über beide Ohren. Wieso weiß ich auch nicht.
10. Absatz.. Holla. Wir sind im 5. Stock. Wir Lahmärsche.
105. Stufe.. Mir muss doch irgendwas zur allgemeinen Beschäftigung einfallen. Irgendein Gespräch..
134. Stufe.. Mir ist immer noch nichts eingefallen.. Das muss man mal schaffen..2. Stöcke und mir fallt null ein.
136. Stufe.. HA ich hab's!!!
137. Stufe.. "Weißt du eigentlich was mit Eero los ist, heute? Der ist irgendwie ein wenig. verwirrt."
14. Absatz. Die Hälfte haben wir hinter uns. "Was soll mit ihm los sein? Also ich find er ist im Großen und Ganzen so wie immer." He ist das witzig! Es bilden sich richtige Denkfalten auf seiner Stirn!
141. Stufe.. "Na ob das so normal ist? Als wir hier raufgelatscht sind war er jedenfalls nicht mehr ganz bei Trost."
142. Stufe.. "Was hat er denn gemacht?"
143. Stufe.. Oje, hätte ich bloß von etwas anderem zu reden begonnen. Ich sollte anfangen zu denken bevor ich etwas sage.
148. Stufe.. "Naja er meinte du wärst schwul." Bisschen hart ausgedrückt aber wie soll ich's auch anders sagen?!
15. Absatz.. Betretenes Schweigen.
16. Absatz.. "Das hat er?" Ui Lauri hat seine Sprache wieder gefunden.
162. Stufe.. "Nicht direkt aber so cirka, ja."
164. Stufe.. "Wie, nicht direkt?"
165. Stufe.. "Nun. Nicht so: Du Aki, Lauri ist schwul. Sondern eher so: Aki, Lauri steht auf dich."
17. Absatz.. Seltsame Ruhe breitet sich aus.
172. Stufe.. Ich sehe mich um. Lauri? Wo ist er denn?

Ups, da steht er. Versteinert auf der 165. Stufe und schaut mir großen Augen zu mir hoch.
Irgendwie starrt er voll geschockt zu mir rauf.
Ich bete innerlich, dass Eero nur einen Scherz gemacht hat.
Denn,
a) Hab ich keine Ahnung wie ich mich verhalten sollte, wenn einer meiner besten Freunde auf mich stehen sollte und
b) Wäre ich dann gerade höchst taktlos zu Lauri gewesen und der schaut eh aus als würde er gleich losheulen.
"Lauri?"
Schweigen.
Ich räuspere mich leicht.
"Alles in Ordnung?"
Er bewegt sich nicht.
Nur sein Oberkörper hebt und senkt sich.
Weiterhin Schweigen.
Ach, scheiße! Was mach ich jetzt?! Was zum Teufel mach ich jetzt?!?!

"Du, Aki.." Eine leise Stimme. Fast unverständlich.
Lauri sieht mir direkt in die Augen.
Er sieht leicht traurig, unsicher und auch verzweifelt aus.

".Wäre es. denn schlimm.?"



Sä puhut ihan hassuja. [Wer nicht weiß, was das heißt, sollte Finnisch Nachhilfe nehmen ] Au ja.. das hätt ich ihm jetzt gern entgegengeschrieen. Doch ich krieg kein Wort raus.

Ich versuche gerade etwas zurechtzustottern als ich ihn schon schnell auf mich zukommen sehe.
Er steigt rasch die Stufen hinauf zu mir, legt seine Arme um meinen Hals, zieht mich an sich und küsst mich.

WHAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

"Sorry." ,murmelt er nachdem er sich nach einiger Zeit wieder von mir gelöst hat und stapft an mir vorbei schnell die Stiegen weiter rauf.
Mich lässt er einfach stehen. Mit halb offenem Mund und nicht begreifend, was da passiert ist.

Oh Mann.. Das darf doch wohl nicht wahr sein.
Erst Eero der mir sagt, Lauri würde auf mich stehn.
Dann Lauri, der es scheinbar wirklich tut und mich dann auch noch KÜSST?!?!?!!?
Das hält mein Hirn nicht aus!
Ich mein. er hat mich geküsst! GEKÜSST!!!!!
Ich hab ja nix gegen Homosexuelle, kenn ja selbst ein lesbisches Paar, unheimlich nett die beiden,
aber das ist schon komisch wenn es der eigener Freund ist.
Besonders wenn er dann noch auf einen selber steht.
Damit bin ich irgendwie überfordert...

Was erwartet er jetzt von mir?
Dass ich was für ihn fühle?
Gar seine Liebe erwidere?
Oh je. Wie sag ich's ihm bloß, dass ich das nicht tue?
Es jedenfalls glaube es nicht zu tun.
Ich war, soweit ich mich erinnere noch nie verliebt.
Meine bisherigen Freundinnen waren mehr so. Gespielinnen. Gesellschaft.. Mädchen die ich gern um mich hatte, weil ich sie einfach mochte.
Ich halte mich für ziemlich kalt.
Bis jetzt hat sich bei mir nie etwas wie Liebe gezeigt. Oder ich merke es nicht, sagen wir so.
Ich mag die Leute, wenn sie freundlich zu mir sind.
Doch wann liebe ich jemanden?
Das ist das Problem, das ich mit den Leuten immer habe.
Und jedes mal sage ich mir, sollte ich einmal wirklich verliebt sein, werde ich das schon merken.

..Wieso denke ich da überhaupt gerade darüber nach?
Über Liebe? Oje.. Lauri, du hast mich echt durcheinander gebracht..

Na toll. schon wieder die Zeit vergessen. Ich geh besser wieder weiter.
Ich kann ja nicht hier bleiben und nichts tun.
Irgendwie muss ich ja. na ja reagieren..
Also weiter geht's.

Ich hasse Stufensteigen. Da hat man so viel Zeit über allerlei nachzudenken.
Aber innerhalb der letzten zwei Stockwerke hab ich mal die wichtigsten Fragen und Sachen die es herauszufinden gibt zusammengefasst:

- Was erwartet er von mir?
- Was soll ich tun?
- Was passiert wenn ich etwas tue?

Also zu Nummer zwei ist mir immerhin schon was eingefallen, was Nummer 1 eventuell auch beantworten könnte.
Näääämlich. man glaubt's kaum, ich hab beschlossen einfach mit ihm zu reden.
Wagnis pur, ich weiß. aber was Besseres ist mir einfach nicht eingefallen.

Also schleppe ich mich hier gerade voller Qualen die blöden Stiegen rauf.
Und ich kann mich nicht mal darüber aufregen, weil gerade was ganz anderes durch meinen Kopf geht.

Endlich oben..
Boah.... 14 Stöcke... das ist. nein echt..
Ich verklag das blöde Hotel, ich schwör's!
Wie die den Leuten nur so was antun können..

Also gut.
Derzeitige Lage:
Ich habe beschlossen mit Lauri zu reden..
Ich stehe hier vor der Tür zum Stiegenhaus, bin endlich im 14. Stock angekommen.
Nun starre ich auf unsere Zimmertür.

5 Schritte zur Tür, einmal klopfen und dann reden.. Schluck. Als ob das so leicht wäre.

Na gut. 1. Schritt.. Ich schaff das!
2. Schritt.. Wird schon klappen.
3. Schritt.. Ich wünscht ich wär Optimist.
4. Schritt.. Ich hab Angst..
5. Schritt.. Soll ich echt? Ojemine.
Na gut. jetzt klopfen.. Ich muss das schaffen!

Ich klopfe. Wow, soviel Mut hätte ich mir eigentlich gar nicht zugetraut.
Stille. Wieso klopfe ich eigentlich? Ich bin doch auch in dem Zimmer.
Also sperre ich selbst auf und betrete das relativ geräumige Zimmer.
Nur leicht fällt das Licht der untergehenden Sonne durch die Fenster.

Langsam gehe ich durch den Flur, sehe mich in dem großen Raum um. Niemand.
Ich gehe weiter ins Schlafzimmer, ins Bad, doch nirgends ist jemand.
Scheiße.
Wo ist er? Wäre er wieder gegangen hätte ich es gemerkt, schließlich war ich die ganze Zeit auf den Stiegen.

PASKAAAAAAAA!!!!! WO IST ER NUR?!?!?!


Hier einmal die drei, hier mehr oder weniger interessanten Ls:
Lage: Beschissen
Lauri: Futsch
Laune: auf dem Tiefpunkt..

Sodala. Haben wir's mal wieder versaut.
Was mach ich denn jetzt nur?
Suchen?
Naja. der könnte eigentlich überall sein.
Obwohl.
Eigentlich nur in diesem Stockwerk.
Gut, ich such jetzt einfach alle Räume in diesem Stock durch, irgendwo wird er schon sein.
..hoff ich mal..

Also latsch ich mal den Gang entlang.
Hmm.. In diesen Zimmern kann er nicht sein, da würde er nicht reinkommen weil sie zugesperrt sind.
Was haben wir denn noch?

Aaaaah! Das Zimmer von Pauli und Eero!
Sollt ich mal reinschaun!
Woanders kann er eigentlich auch nicht sein.

Ich klopfe an ihrer Tür an und kurze Zeit später sehe ich in ein fragendes Gesicht,
welches ich nach ein paar Sekunden endlich Eero zuordnen kann.

"Ähh.. Ist Lauri bei dir?"
Jetzt starrt er mich an als wäre ich ein Geist.

"Der ist doch mit Pauli saufen."
"Äh. nein.." Woah Junge, lern mal ein paar neue Vokabel!
"Nicht?" Wie fragend kann Eero denn bitte schauen? Der sollte einen Preis dafür kriegen.
"Ähm.. Nein, der ist vorher zurückgekommen. Pauli hat sich eine geangelt und da wurde ihm wohl fad."
"Ahja.. Nun, hier ist er nicht. Vielleicht ist er ja in eurem Zimmer. Das ist nämlich eures und das gehört euch." Bin ich hier im Kindergarten? Hallooohoooo!!!! Ich bin schon seit ganz vielen Jahren da raus!!! Man kann mit mir normal reden!!

"Da war ich schon.", gebe ich gereizt zurück.
"Und da war er nicht?" Blitzmerker...
"Nein. Sonst würd ich dich jetzt kaum fragen ob er hier ist."
"Ist logisch.." Nein echt? Boah Eero, bist du kluuuug!
"Du weißt also nicht wo er ist.. Ok, such ich halt weiter.
Danke Eero für die groooße Hilfe die du mir warst."
Wusste gar nicht, dass ich soviel Ironie in nur einen Satz kriegen kann. Wurscht..

Also, Ergebnis, der Eero-Befragung: 0,0000000000000000000 usw.
Gebracht hat mir das jetzt gar nichts. Null, Nada, Nothing.. Naja außer halt, dass ich jetzt weiß, dass Lauri nicht bei Eero ist. Uuuuuui....
Das heißt er hat sich verdünnisiert um's mal so zu sagen.
Und hier in diesem Stock gibt's eigentlich nicht viel mehr wo er sein könnte.
Also gehe ich weiter den Gang entlang, versuche bei jeder Tür ob sie offen ist,
merke bei jeder, dass sie zu ist und verzweifle langsam.

Von meinem derzeitigen geistigen Zustand sag ich jetzt mal gar nichts..
Tür zu, Tür zu, Tür zu, Tür offen, Tür zu..
TÜR OFFEN?!?!?!?!?
Schnell zurück und rein in die gute Stube.
Stube ist gut..
Die einzige offene Tür in diesem Stock führt auf eine riesige Terrasse, die ich vorher gar nicht bemerkt habe.
Überall stehen riesige Gewächse herum.
Wunderschöne Grünpflanzen, die einfach atemberaubend auf mich wirken.
Leicht von den Lichtern aus den anderen Hotelfenstern beleuchtet, scheinen sie fast selbst leicht zu leuchten,
was mit dem wunderschönen schwarzen Nachthimmel und seinen Sternen einfach nur traumhaft aussieht.

Langsam gehe ich über die große Terrasse. Um mich herum alles wunderschön.
Hier könnte ich ewig bleiben.
Aber ob ich hier Lauri finden kann?
Wäre genau der Platz an den er gehen würde, wenn er nachdenken wollte.
Aber ich wüsste nicht woher er wissen sollte, dass hier eine Terrasse ist.
Schließlich wusste ich es auch nicht..

Gott bitte, Oh großer Agga [Insider, sorry musste sein *gg*] lass mich ihn finden!

Fast ehrfürchtig schreite ich über die Terrasse.
Das Flair hier lässt mich nur mehr staunen.
Hier ein schön weiches Bett, mit weichen Polstern, einer schönen warmen Decke und einer gemütlichen Matratze würde mich dazu bringen hier herzuziehen.

Wart! Stop! Halt! Aus jetzt!
Denke ich gerade ernsthaft darüber nach, auf eine Terrasse zu ziehen?!?
Himmel, ich hab sie ja wohl nicht mehr alle!
Ich sollte hier Lauri suchen und vergess mich gerade völlig!

Also ich werde mich jetzt auf meine Suche konzentrieren.
Ich schaue hinter jede Pflanze und durchforste jeden Schatten mit meinen Blicken.
Ich habe fast die gesamte Terrasse durchsucht als mein Blick auf die Lichter der Stadt fällt.
Von der Terrasse aus hat man einen genialen Ausblick auf die Stadt.
Sie liegt unter uns, leuchtet in verschiedenen Farben und ruft einfach Romantik hervor.
Und ich bin nun wirklich kein Romantiker!
Aber das.. Ja, das haut selbst mich aus den Schuhen...

"Schön, nicht wahr?"

Mühevoll kann ich mich von dem Anblick losreißen und auf die Seite schaun.
Dort steht Lauri, blickt ebenfalls auf das, was sich unseren Blicken da bietet.
Und ist, ebenso wie ich, überwältigt.

Es ist schon ein niedlicher Anblick, wie klein Lauri mit leuchtenden Augen dasteht und den Anblick genießt.
Dennoch sehen seine Augen unheimlich traurig aus.
Und verheult..
Man merkt es nicht sehr in diesem diffusen Licht und trotzdem ist es sichtbar.
Er muss einiges geheult haben.
...Wegen mir?....

"Ich könnte ewig hier stehen.", spricht er weiter.
"Ja. Mit einem schönen weichen Bett, ...Polstern, ..Decken.. Herrlich.." War ich das?
Ja scheinbar schon. Jedenfalls sieht Lauri mich jetzt ganz verwirrt an.
"Ich mein ja nur.." Kann ja nix dafür, dass ich Betten-Fanatiker bin!
Jetzt lächelt er mich an. Bisschen ängstlich aber trotzdem.
"Du stehst also auf Bette, ja? Find ich süß.. Aber du bist eh immer und bei allem süß.." Er wird rot. Das sieht man sogar in dieser "Dunkelheit".

Nur, dass er mich süß findet. naja. weiß ehrlich nicht was ich davon halten soll.
Hat ja noch nie jemand zu mir gesagt.
Besonders kein Mann.
Ist ein seltsames Gefühl..

"Lauri. Ich muss mal mit dir reden. Also." wie sag ich das denn jetzt? ".Also wegen dem vorher.. Weil. du bist mein bester Freund und.."
"Jaah.. Dein bester Freund.. Toll.." Er schaut schon wieder so traurig und irgendwie verzweifelt.
"Weißt du. Ich wäre gern so viel mehr für dich als ein bester Freund. Es gibt so viel, was ich gerne für dich sein würde..."
Was soll ich dazu sagen? Ich starre einfach nur wieder auf die Stadt, deren Lichter immer noch gen Himmel scheinen und denke über das eben Gehörte nach.

Ist schon arg.
Schließlich sind wir schon ziemlich lange befreundet. Waren immer gern zusammen was Trinken und haben auch sonst einigen Mist veranstaltet.
Doch ich frage mich seit wann.

"Es passierte über längere Zeit.."
"Was?" Hab ich was verpasst?
"Dass ich mich in dich ... naja. du weiß schon...
Jedenfalls hat's halt länger gedauert. Anfangs hab ich dich als guten Freund betrachtet,
Doch mit der Zeit wurde einfach mehr daraus..
Da kam so ein Gefühl dazu, dass ich nicht kannte. Hat lange gedauert, bis ich wusste, was es war.."
Aus den Augenwinkeln kann ich sehen, wie er mich verträumt ansieht.
Ich denke darüber nach, was ich jetzt machen sollte und wieder schleicht sich ein mächtiger Gedanke an ein schönes, weiches, warmes Bett in meinen Kopf..
"Nun." ,fange ich an doch werde abrupt unterbrochen.
"Nichts nun. Ich weiß, dass es nicht leicht ist zu verkraften, dass ein guter Freund auf einen steht..
Nur.. Ich hoffe... ich hoffe du.. Du. du wirst mich nicht irgendwie verabscheuen deswegen.."
Man merkt, dass Angst in seiner Stimme liegt.

Ich atme einmal tief durch und drehe mich dann abrupt um.
"Willst du hier ewig so stehn, gehen wir runter in unser Zimmer und trinken mal was!"
Toll, Aki. einfach wunderbar. Anstatt was ordentliches zu antworten, gehst du wieder saufen...
Lauri sieht ziemlich verwirrt drein, lächelt dann aber wieder und folgt mir.
Vielleicht hab ich ihm ja damit ein bisschen seine Angst genommen.
Denn würde ich ihn verabscheuen, würde ich wohl kaum mit ihm was Trinken gehen wollen.
Wir gehen über die Terrasse auf den Ausgang zu und nachdem wir uns um die fünf Mal verirrt haben, finden wir diesen auch endlich.


Ich bin erschüttert!
Wollen die mich verarschen?
Nennen die DAS Alkohol?!?!
Das ist halbes Wasser! Haben die nichts Gescheites?
Ich hab heute einen riesen Schock erlitten und da gibt's noch nichtmal Alkohol zum verdauen?!
Ich fang gleich an zu heulen..

"Och Aki. Das Hotel ist halt ein Saftladen. Die sind auch blöd, wenn sie nichts Ordentliches da haben! .Heeeey.. Brauchst doch nicht weinen deswegen!"
Ganz mitleidig schaut Lauri mich an und als ich wieder laut aufschniefe, legt er vorsichtig einen Arm um mich.
"Nicht weinen Aki, das wird schon wieder!"
"Aber- .. Aber- .. Aber ich will mich doch besaufeeeeeen!", schluchze ich herzzerreißend vor mich hin.
"Weißt du was? Wir werden jetzt runter in die Hotelbar gehen und uns dort was holen!"
Schniefend schau ich ihn an, nicke nach einigem Überlegen dann aber.
Er steht vom Sofa auf, auf dem wir gesessen sind, und streckt mir seine Hand entgegen.
Ich seufze noch ein letztes mal auf, ergreife die Hand und lasse mich aufziehn.
Das passiert allerdings mit etwas zu viel Schwung, sodass ich ziemlich gegen ihn krache.
Wir stehen uns gegenüber und starren uns gegenseitig an.
Nach fast einer halben Minute, gibt Lauri ein "Ups" von sich und geht einen Schritt zurück.
Er dreht sich um und verschwindet in Richtung Tür.
Ich atme einmal tief durch und folge schließlich.

"Also ich mag das Hotel hier nicht wirklich. Nur die Terrasse kann was. Den Rest kannst vergessen!", meint Lauri, als wir auf den Lift warten.
"Jo, die Terrasse ist echt schön.. Aber der Alk hier.. Grässlich..", gebe ich noch immer leicht gereizt zurück.
"Ach, jetzt vergiss das mal! Unten in der Hotelbar gibt's sicher was Gescheites." Er drückt mehrmals auf den Ruf-Knopf für den Lift, wird langsam ungeduldig, weil dieser nicht kommt.
"Ach ja? Und was wenn nicht??", gebe ich zurück.
Inzwischen hämmert er wild auf dem Knopf rum und sieht aus als würde er gleich darauf eintreten.
"Sag mal, Lauri, was is'n los?"
"Der scheiß Lift kommt nicht!"
"Kann er auch nicht. Der ist außer Betrieb."
"...Und was warten wir hier dann?"
"Ähm... Weil's grad so schön war?"
"Aki. Das ist bescheuert. Wir sind bescheuert.."
"Als wär' das nicht eh von vornherein klar gewesen.."
Er seufzt einmal ordentlich und sieht mich dann mit gerunzelter Stirn an. "Weißt du was. Wir werden jetzt aufhören blöd vor dem kaputten Lift zu stehn und die Stiegen runtergehen.. Ok?"
"Wär eine gute Idee." Ich fange an breit zu grinsen.
"Ist ja auch von mir."
"Das ist sie. Brilliante Idee!" Ich muss gleich losprusten.
"Was lachst du so?"
"Ach. Ich mein nur. Wir stehn hier immer noch! Trotz deiner tollen Idee..."
"Jo und?"
"Ausführung, Mann!"
"Hä?"
"Du sollst endlich deinen Arsch bewegen und losgehen!"
"Oh.." Na endlich versteht er's und geht los, Richtung Stiegenhaus.

[Gleiches Schema, man muss nur umdenken, weil sie jetzt runtergehen *g*]
14. Stock.. Gut, Aki. Schau nicht hinunter. Du hast gar keine Höhenangst, du bildest dir das nur ein! Alles Einbildung!!!!
Monolog, Anfang:

278.Stufe.. "Ich will einen Whisky"
276.Stufe.. "Oder einen doppelten"
272.Stufe.. "Oder ein paar Gläschen Finlandia."
269.Stufe.. "Oder sonst einen Wodka?"
266.Stufe.. "Oder einen Cocktail."
263.Stufe.. "Aber welchen?"
260.Stufe.. "Whaaa, ich kann mich nicht entscheiden."
257.Stufe.. "Oder ich nehm einfach alles."
Monolog, Ende.
Dialog:
255.Stufe.. Neben mir lacht es.
254.Stufe.. "Was ist?"
253.Stufe.. "Ach nichts, ich find's nur so süß wie du Selbstgespräche mit dir führst, was du denn trinken sollst."
249.Stufe.."Lass mich doch.. Ich mach das gerne"
247.Stufe.. "Ich hab ja nichts dagegen gesagt!"
245.Stufe.. "Gut so!"
238.Stufe.. "Uuuund?", ein schelmisches Grinsen, "Was nimmst du denn nun?"
235.Stufe.. "Lauuuuriiiiiii!!!!!!! Mach's nicht noch schlimmer als es ist!"
233.Stufe.. Er lacht. Ist das fies. Ich leide hier und der lacht.
230.Stufe.. "Aki? Hey. Ich hab's nicht so gemeint.."
226.Stufe.. "Akiiii??? Och komm schon!"
222.Stufe.. "Es tut mir ja Leid. Bitte verzeih mir."
218.Stufe.. "AKIIIIIIIIIIII!!!!!!!!!!!!!"
215.Stufe.. Ich werfe endlich einen Blick auf Lauri, der versucht mich wieder dazu zu bringen mit ihm zu reden.
214.Stufe.. Er sieht aus als würd er gleich anfangen zu kreischen und durch die Gegend zu rennen..
213.Stufe.. "Akiiii, bitteeeeeeee, das kannst du doch nicht macheeeeeeeeeen!!!!!!"
211.Stufe.. "Was kann ich nicht machen?", erbarme ich mich schließlich zu sagen.
210.Stufe.. "Na mich zu ignorieren.." Er schnieft einmal theatralisch.
208.Stufe.. "Ach, Lauri. Das würde ich doch nie tun." Ich lächle ihn aufmunternd an.
205.Stufe.. "Gerade eben hast du es getan.. Voll und ganz.."
200.Stufe.. "War doch nicht so gemeint!"
197.Stufe.. Er schaut mich mit tränenbenetzten Augen treuherzig an und fiebst leise, "Wirklich?"
195.Stufe.. Ich lache laut auf, dreh mich auf die Seite und umarme den Kleinen.
"Ja, wirklich wirklich!", flüstere ich ihm sanft ins Ohr und puste kurz darüber.
Ich lass ihn wieder aus der Umarmung los und gehe weiter runter.
193.Stufe.. Ich seh rüber zu Lauri und muss erstmal blinzeln.
192.Stufe.. Lauri ist voll rot im Gesicht und er starrt geradeaus anstatt auf die Stufen.
187.Stufe.. "Lauri, alles klar?"
186.Stufe.. "Was?" Er sieht auf.
184.Stufe.... "Ob irgendwas ist."
180.Stufe.. "Ach nein. Alles.. Alles klar."
179.Stufe.. "Warum glaub ich dir das nur nicht?", meine ich grinsend.
175.Stufe.. "Naja. gerade.. Gerade hast du.. Hast du mich umarmt und... und mir ins Ohr gehaucht und.", seine Stimme wird immer leiser, bis er schlussendlich ganze verstummt.
173.Stufe.. "Ups." Oh Gott.. Hätte nicht gedacht, dass sich das SO auswirkt.
170.Stufe.. "Sorry.", murmle ich kleinlaut.
167.Stufe.. "Brauchst dich nicht entschuldigen... Hast doch nichts falsch gemacht" Jetzt sieht Lauri aus, als wär er mit einer Tomatenpflanze verwandt..
Klar. Nichts, außer ihn umarmt, ins Ohr gepustet und damit voll wuschig gemacht, weil er in mich verliebt ist und darauf viel mehr reagierst als im nicht-verliebten-Zustand..
Boah, das heißt ich muss in nächster Zeit besser aufpassen, was ich mache.
Hab ich schon fast vergessen.. Oder verdrängt?

150.Stufe.. "Paska!"
149.Stufe.. "Was ist?" Grüne Augen blicken mich fragend an.
147.Stufe.. "In die Hotelbar trinken zu gehen war vielleicht eine nicht so tolle Idee.."
145.Stufe.. "Wieso?"
142.Stufe.. "Weil wir nacher wieder HINAUFGEHEN müssen!!!!"
141.Stufe.. Wir sind nun beide in völligem Schock stehengeblieben..
Lauri: "Ach du verfi**** Schei**!"

Ok. Krisensitzung in meinem Gehirn.
Was sollen wir jetzt tun?
Wieder rauf? Das wären 7 Stöcke.. Wir sind grad bei der Hälfte.
Wow. Perfektes Timing..
Vielleicht gehen wir einfach weiter runter und Trinken was.
Aber dann müssen wir in besoffenem Zustand hier rauf..
Auch nicht gerade einfach.
Wenn wir aber jetzt wieder raufgehn, war's umsonst aber dafür brauchen wir nur die Hälfte wieder raufgehn..

"Ich weiß was wir machen!", meint Lauri nach einigem Überlegen.
"Ja?"
"Wir gehen runter, besaufen und halb zu Tode und hoffen drauf, dass uns die Hotelangestellten dann rauftragen.
Und wenn die es nicht wolln, solls Eero machen.
Pauli befindet sich dann vermutlich im selben Zustand wie wir und wird uns da kaum was bringen.."
".Und du glaubst das geht?"
"Klar, wieso nicht?"
"Also ich weiß nicht.."
"Akiii.. Da unten gibt's Aaaaalk! Richtigeeeen Aaaaaalk!!!" Fiesling..
"Ok ok, hast mich überzeugt. Dann halt weiter runter."

Während wir so weiter runterlatschen und nicht wirklich viel reden außer einer kleinen
Diskussion ob die Idee wohl wirklich funktionieren wird,
kommen meine Gedanken wegen Lauri und seinen. nun. Gefühlen. zurück.

Ich weiß immer noch nicht, was ich machen soll.
Er sagte ja selbst er hoffe ich würde ihn nicht verabscheuen oder so.
Glaub nicht, dass ich das tue. Bis jetzt jedenfalls nicht.
Ich denk auch nicht, dass ich es irgendwann werde.

Oh schon da?
Sind inzwischen also unten angekommen.
Wir schauen uns nach der Bar um, und als wir sie andlich gefunden haben,
steuern wir direkt auf sie zu.

Hui. Nett hier. Alles in schönem dunklem Holz gehalten. Leicht altmodisch,
aber trotzdem nicht unmodern. Ein paar Leute sitzen wild verstreut herum und
schlürfen an ihren Getränken, während sie reden, Zeitung lesen oder sich einfach nur ein wenig umsehen.

Gleich hat Lauri einen schönen Tisch für uns gefunden.
Mit einem Blick gibt er mir zu verstehen, dass er dort sitzen will.
Aha. Nicht an der Bar? Auch gut. wie er will.

Wir setzen uns also hin und schauen uns noch mal gründlich um.
So vom zweiten Eindruck her, gefällt mir diese Bar sogar noch besser.
Schöne Bilder hängen an den Wänden, leise Musik läuft im Hintergrund,
hinter der Bar sind in einigen Reihen alle möglichen Getränke aufgestellt.
Sieht lecker aus.

"Coole Bar.", meine ich, um das Schweigen aufzuheben.
"Jo, ist schön hier. Schau wir wurden endlich bemerkt." Lauri fängt an zu grinsen.
Ich versteh erst nicht was er meint, als ich dann aber seinem Blick folge,
sehe ich dass die Bardame auf uns zukommt,
um scheinbar unsere Bestellung aufzunehmen.
Scheint keine eigene Bedienung zu geben, was aber auch nicht nötig ist,
da die Bar so groß auch wieder nicht ist.

Jetzt steht sie hier vor uns und lächelt uns nett an.
Während Lauri gerade fragt ob es hier richtigen Alkohol auch gäbe,
schau ich sie mir mal genauer an.
Mittelgroß, schaut nicht allzu alt aus, nette Oberweite, blonde kinnlange Haare und ein echt nettes Gesicht.
Hmm. normal würde ich mich mit Pauken und Trompeten auf so jemanden wie sie stürzen.
Aber irgendwie bleibt dieser Drang gerade aus.
Naja. vielleicht weil heute so ein seltsamer Tag war.

Ich höre gerade noch ein "Einen Hill Street bitte."
Von Lauri, und weiß somit, dass ich jetzt vermutlich dran bin mit meiner Bestellung.
Hmm. was nehmen wir denn?
"Ähmm.. irgendwas wo Whisky drin ist bitte."
"Egal was?"
"Egal was."
"Ok, kommt gleich."
Und schon ist sie wieder weg.

Ich dreh mich wieder zu Lauri, der mich irgendwie fragend anschaunt.
"Was denn?"
"Kein Spruch?"
"Was meinst du?"
"Dass du sie eben nicht angemacht hast. Passiert ja reichlich selten."
"Wieso? Ich mach doch nicht jede Bedienung an die ich seh.
"Aber jeder die ein bissl nach was ausschaut."
"Stimmt garnet!"
"Doch."
"Woher willst du das wissen, hä?!"
"Weil ich es weiß."
"So ein Scheiß.."
"Glaub mir. ich hab dich beobachtet. und es ich war immer ziemlich .
Naja. eifersüchtig auf die Mädels die du angemacht hast."
"Echt?"
"Jo. Bis auf die Sprüche. Die braucht keiner."
"Heeeeeeey!!!!! Na danke, du!"
Ich schlag ihm auf den Hinterkopf, weil er so schrecklich frech grinst.
"Autsch.."
Ich schlag ihn gleich noch mal.
Jetzt schaut er ganz traurig.
Vergiss es Lauri, da kannst du noch so süß schaun, ich werd dich trotzdem Weiterschlagen!
..
..
..süß schaun?!?!?!?...
Hab ich das gerade wirklich gedacht???????
.. SÜSS?!?!?!.....

Gerade wandelt sich Lauris Gesichtsausdruck von traurig/schmollend in fragend,
weil ich so geschockt schau aufgrund meiner seltsamen Gedanken, als die Bardame wiederkommt.

Sie balanciert mit der einen Hand ein Tablett und gibt uns mit dem anderen die Getränke.
Lauri kriegt ein einen Shortdrink und ich ein reichlich verziertes Teil.
Was ist das bitte?

"Einmal Hill Street und hier," sie stellt mir mein Glas hin, "Whisky Sour. Ich bräuchte noch eure Zimmernummern bitte."
"Beide Zimmer 1406.", antwortest du auch sogleich.
"War's nicht 1416?", frage ich ihn.
"Was? Nein. oder?"
"Ich hab mir eingebildet es wär 1416."
"Ähmm.Keine Ahnung. So ein Mist."
"Die Namen würden's sonst auch tun.", mischt sich die Bardame nun auch noch ein.
"Ylönen und Hakala."
"Ok, danke und lasst's euch schmecken!" Sie lächelt noch kurz und geht dann zurück hinter den Tresen um die dort sitzenden Leuten wieder zu bedienen.

"Duuuuuuhuuu Lauuri? Ich werd mal aufs Klo gehn.. Wart schön auf mich. und stell nix an!",
oje. Ich kichere hier dumme Sätze daher. Zu viel gesoffen, ich geb's ja zu.
Aber wir halten was aus, da wirken wir immer wie nur leicht angeheitert auch wenn wir
nimma gscheit denken können. Dauert alles etwas.
"Is ok Spatzi.", sieht er mich aus leicht glasigen Augen an und grinst mich dann auch noch
dümmlich an.
Mit seinem Einverständnis steh ich auf, versuche nicht allzu viel zu wackeln und stampfe auf
die Toiletten zu.
Bevor ich durch die Tür trete, schallt mir noch ein "See you later Akigator" hinterher und
dann betrete ich den kleinen Gang von dem ein paar weitere Türen abzweigen.

Irgendwas stimmt hier doch nicht.. Also damit meine ich nicht, dass ein Plakat von
MADONNA an der Wand hängt, nein, damit meine ich die Spur von Gewand die sich bis hin
zum Männerklo zieht.
Ach wird schon nix sein.
Also gehe ich weiter, mach die Tür auf, geh ein paar Schritte rein und langsam wird mir klar,
dass hier Geräusche sind, die nicht wirklich in eine Toilette passen.
Außer man will sie dort haben. Aber es gehört sich halt nicht. Wurscht.
Jedenfalls schiele ich vorsichtig um die Ecke in eine der Kabinen und ein kleinlautes "Ups, sorry!",
entfährt mir bei dem Anblick der sich mir da bietet.
Also diese Verrenkung sieht schon irgendwie schmerzhaft aus.
Wie man so was nur aushält...
Aber jedem das seine.. Oder jeder..
Gerade als ich mich wegdrehe, vernehme ich erst ein erschrecktes Aufkeuchen
und dann wird mein Trommelfell schmerzlichst in Stücke gerissen.
Also JETZT bin ich wieder nüchtern.
Schnellen Schrittes verschwinde ich aus der Tür, hetze durch den Gang wieder
zurück in die Bar und hau mich, einen Lachanfall unterdrückend zu Lauri.
Der guckt mich aber nur fragend an und ich muss mich echt beherrschen nicht laut loszugackern.

"Weiß du Lauri, ich glaub.. ich glaub wir sollten hier abhaun... Und zwar schnell!"
Noch breiter grinsen kann ich nun echt nicht mehr.
Lauri sieht mich immer noch fragend an und langsam wandelt sich sein Gesicht zu einem verwirrten Ausdruck.
Hui ist der aber schon langsam.
Ich gehe schnell zur Bar, lass mir ein paar Falschen Alk geben und gehe damit zurück zu Lauri.
Weil der noch immer nichts getan hat grabsch ich mir seine Hand und zieh ihn aus der Bar raus,
kurz bevor zwei Menschen mit extrem roten Gesichtern aus der Toilettentür kommen.
Ich schleife Lauri hinter mir her aus dem Hotel raus und steuere sogleich den sich in der Nähe befindenden Park an.
Sicher findet sich ein nettes Plätzchen zum Weitersaufen.

Kichernd lasse ich mich auf den Rasen nahe eines kleinen Teiches fallen und kurze
Zeit später lässt sich Lauri neben mich plumpsen.
"Was warn jetzt?", fragt er mich, während er die Sterne über uns bestaunt.
Auch ich bin von ihnen fasziniert, weswegen ich seine Frage erst registriere
als er sie noch mal wiederholt.
"Also.. Ich bin so aufs Klo. Und dann geh ich rein. Und dann..", ein Kicheranfall
überkommt mich, "dann seh ich da zwei die's doch tatsächlich dort treiben!"
Während ich in einem Lachanfall untergehe schaut Lauri mich geschockt an.
Als ich fertig mit dem Lachen bin und mir immer noch leicht kichernd die Tränen aus den
Augen wische schaut mich Lauri immer noch unverändert an.
"Alles ok mit dir?", frag ich ihn aus Sorge um seine Gesundheit.
Er schreckt aus seinem geschockt-gestarre auf und wird dann rot wie eine Tomate.
"Du. da-das w-war .. Hast du gesehen wer das war?"
"Ähmm. nicht genau. War damit beschäftigt mich zu wundern wie jemand solche
Verrenkungen machen kann. Du musst dir das mal vorstellen, das muss doch wehtun."
Ich versuche ein wenig diese seltsamen Verbiegungen nachzumachen was ganz ehrlich ziemlich
deppert ausschauen muss.
Genauso werd ich jetzt auch angesehen. Gut, dann lassen wir das halt. Wollt nur zeigen was ich meine.
"Nein, ich meine. Ach Gott. Ich glaub du hast Pauli erwischt wie er-"
"WAAAAAAAAAAAS?!?!?!??"
"Jo.. Wir waren doch in der Bar."
"Ihr wart in DIESER Bar? Ich dachte ihr wart woanders?!"
"Ursprünglich ja. Aber nach einiger Zeit haben wir gewechselt weil die Sitze dort zu hart waren."
"Ihr wechselt die Bar, weil die Sitze zu hart waren? Wegen der Sitze?!?!?"
"Hey. die. die . die warn echt. echt schlimm hart."
"Na gut. Darüber sag ich jetzt nix."
Er senkt etwas den Blick. Och wie niedlich. Klein Laurilein schaut beschämt.
Ich könnt ihn knuddeln!!
.Das hab ich eben nicht gedacht..
Gedächtnis, diese Gedanken streichen wir aus dem Protokoll, aber SOFORT!!!!!

Also gut. ähmm. Wo warn wir grad?
"Ähmm. wo warn wir grad?"
Jetzt schaut er wieder zu mir hoch, hebt dann eine Augenbraue und überlegt.
Über den Anblick den er damit bietet muss ich schon wieder lachen.
Ich glaub ich hör heut gar nicht mehr auf.
"AAAAAAAH!!!", Ich glaub er hat's endlich, "Pauli!"
"AAAAAAAAAAHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!" Ich glaub ich hab's auch bald.
"Du glaubst echt der war das?!" Darauf gibt es nur heftiges Nicken von Seitens Lauris.
"Aber. IEH ICH HAB PAULI BEIM- mpf"
Lauri hat sich auf mich gestürzt und hält mir den Mund zu.
Erst als ich nicht mehr geschockt schaue lässt er mich langsam los, kniet aber immer noch über mir.
Ich atme ein paar Mal tief durch und dann passiert etwas was ganz merkwürdiges.
Plötzlich sind alle Gedanken an Pauli weg und mein Hirn schaltet sich voll aus.
Ich kann nur mehr daran denken, wie nah mir Lauri ist, welch angenehme Wärme
er doch ausstrahlt und wie scheußlich er doch nach Zigaretten stinkt.
So was Ekliges. Ich verziehe leicht entsetzt das Gesicht und drücke ihn von mir weg.
"Lauri, werd bloß diesen Zigaretten-Geruch los. Ist ja schlimm."
Ups, jetzt schaut er vollkommen verpeilt und sein Gehirn scheint erst verarbeiten zu müssen was ich da gesagt hab.
Dann allerdings zieht er sein Shirt etwas hinauf und schnüffelt daran.
"Ist doch nicht so schlimm..", meint er ganz unschuldig schauend.
Auf meinen vorwurfsvollen Blick jedoch, nimmt er mir eine der Flaschen weg, nimmt
mehrere Schlucke und steht dann auf.
"Also, wenn ich stinke sollte ich meine Sachen halt mal waschen, nicht?"
Ich nicke nur und er fährt fort.
"Also, wir haben hier stinkende Anziehsachen und Wasser. Ich würd sagen,
wir nutzen die Gunst der Stunde und waschen den ach-so-schlimmen Geruch raus."
Darauf dreht er sich grinsend um und geht auf den kleinen Teich zu wobei er sich
gleichzeitig schon mal das Shirt auszieht.

Huch, was wird das denn jetzt?
Keine fünf Minuten später hockerln wir am Rand des Teiches, Lauri nur in Boxer und waschen seine anderen Sachen.
Muss ein seltsames Bild abgeben wie wir da die Sachen immer wieder ins
Wasser tauchen und uns gegenseitig "unabsichtlich" mit Wasser bespritzen.
Kindergarten. Echt jetzt...
Während wir so alles rum um uns herum langsam unter Wasser setzen und somit die Wiese
gießen, nehmen wir immer wieder ein paar Schlucke aus den mitgebrachten Flaschen.

Ich tauche gerade ein weiteres Mal Lauris Hose in den Teich als er plötzlich aufschreit: "AKI!!!!"
Schnell dreh ich mich zu ihm, und somit starren wir uns gegenseitig an.
Es sind vielleicht zwei Zentimeter zwischen unseren Nasen und ich kann seinen Atem auf meinem Gesicht spüren.
"Was'n?" frag ich ihn, beweg mich jedoch kein Stück von ihm weg.
"Ich.. Ich. Mir ist kalt.. Und. Ich."
"Ja?" Ist klar, dass ihm kalt ist, es ist mitten in der Nacht und er hockt hier halbnackt rum.
"Tut mir Leid.", flüstert er atemlos bevor er sich vorbeugt, die kurze Distanz zwischen uns überwindet und mich küsst.

Beschämt schauende grüne Augen, rote Wangen und ein zu einem leichten Lächeln
verzogener Mund, das ist das worauf ich gerade sehe.
Doch dieser eigentlich richtig niedliche Ausdruck wandelt sich schnell zu einem
erschrockenen. Die Farbe Rot nimmt Überhand und er rappelt sich schnell auf.
Was tut er?
Es ist ja nicht so als würde ich irgendwas dagegen machen können, aber wieso haut er ab?
Ist ja nicht so als könnte ich überhaupt was machen, außer dasitzen und vor mich hinstarren.
Ich will gar nicht wissen wie ich grad schau.
Glaub da würde ich auch Angst kriegen.
Das Geräusch eines brutal auf den Boden aufkommenden Körpers reißt mich aus meinen Gedanken.
Langsam und mit einem deutlichen Fragezeichen über mir blinkend, drehe ich mich zu der Quelle des Geräusches.
Was ich dort sehe lässt mich sofort von einem Zustand in den nächsten wechseln.
Von "Erstarrt" in "Lachkrampf".

Lauri liegt, von der Macht der Schwerkraft niedergestreckt, am Boden, den Arsch in der Luft
rumwackelnd, wie eine Raupe, Hände nach hinten und vor sich hinmurrend.
Im Großen und Ganzen genial!
Und genau wegen diesem Anblick kann ich einfach nicht aufhören zu lachen.
Es ist einfach herrlich, was sich mir da bietet.

Erst nach ein paar langen Minuten schaffe ich es, mich immer noch lachend mehr oder
weniger aufzurichten und zu Lauri rüberzukrabbeln.
Ich lege die Arme um seine Taille und versuche ihn hochzuziehen.
Mit einigem Kraftaufwand meinerseits und vielen "Autsch"s, "Aua"s und "Das tut weh, verdammt!"s
schaffen wir es dann endlich aufzustehen.
Eine Meisterleistung, muss ich schon sagen.
Nachdem wir verschnauft haben, was um einiges länger gedauert hat als es bei Leuten in
unserem Alter sollte, nehme ich Lauris Arm und lege ihn mir um die Schulter, um ihn so stützend,
zum Hotel zurückzugehen.. Taumeln.. Wie auch immer..

"Oje. Du Aki, ich glaub das wird nix. Ich kann so nicht die Stiegen aufi."
Ein Blick zur Seite und ich sehe mich mit einem todleidenden Gesicht konfrontiert.
"Wie willst du dann rauf kommen?"
Ein leichtes Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht und gespielt unschuldig meint er: "Du könntest mich tragen.."
TRAGEN?!?!
14 Stockwerke?
Vielleicht sonst noch was?
Maybe in Hotpants damit auch etwas Unterhaltung dabei ist?
Oder Tanzend?
Singend?
I'm siiingin' on the stairs.
I'm siiiingin' on the stairs.
What a gloooorious day,
I can carry Lauuuri again...
?????

Na, mit mir nicht, Freundchen!

Obwohl. Hmm.. Für den Kuss vorher könnte ich mich eigentlich ,rächen'..

"Gut Lauri, du wenn du unbedingt raufgetragen werden willst, wirst du eben raufgetragen.
Warte nur kurz, ok?" Ich grinse ihn fett an und eile schnellen Schrittes Richtung Bar.
Nach kurzem Umsehen hab ich endlich gefunden was ich gesucht habe.

"Pauli?"
"Hey Aki, was machst'n du hier?"
"Nichts . nur. Komm mal her, ich muss mit dir unter vier Augen sprechen."
Ich deute ihm ein paar Schritte vom Tisch wegzukommen, auf dem er mit einer Frau,
die ich noch niiie gesehen habe, sitzt.
Er murmelt jener kurz etwas zu, steht dann auf und kommt auf mich zu um mich zu fragen was denn los sei.

Ich lege ihm einen Arm um die Schulter und sehe ihn hochnäsig an.
"Nun mein Lieber, unser lieber Lauri möchte gern die Stiegen hinaufgetragen werden.
Und ob du's glaubst oder nicht, du, ja du und nur du hast die Ehre dies tun zu dürfen."
So eine tolle ,Rede' und alles was ich ernte ist ein verwirrter Blick?
Also die Leute von heute..
Ich grinse ihn an und meine dann ganz beiläufig, "Weißt du. Wenn du das tust, könnte ich ja
eventuell darauf verzichten allen von deinen. Bar-Toiletten-Aktivitäten zu erzählen.."
Er starrt mich geschockt an, öffnet seinen Mund, doch alles was daraus hervordringt ist der leichte Geruch nach Alkohol.

"Nun, ich denke wir werden uns einigen können, nicht wahr?"
Ich lächle ihn ein letztes Mal an, trällere noch schnell "Lauri wartet vorm Stiegenhaus" und
bin auch schon wieder verschwunden.
Schnell geh ich wieder zurück zu Lauri, und erkläre ihm, dass ich ihn nur trage, wenn er ganz fest
die Augen schließt und sie auch geschlossen hält.
Er schaut zwar etwas verwirrt, willigt dann aber doch ein.
Er ist dann auch ganz brav und schließt die Augen.
Ich hoffe nur Pauli kommt schnell. Ich will Lauri da nicht mit geschlossenen Augen ewig rumstehn lassen.

Ganze drei Minuten später ist er immer noch nicht da.
Wie lang kann es dauern so einer Fuffn zu sagen, dass man mal kurz weg ist?
Oh. Verzeihung. Ist klar, dass er lang braucht..

"Du Aki. Was ist jetzt? Bist du noch da?" Oje, Lauri redet schon mit ganz verzweifeltem
Stimmchen.. Oooooooch, ich werd weich. Was sag ich denn jetzt?

"Ja, gleich Lauri.. Ich muss mich nur noch seelisch darauf einstellen."

Stille...

Vielleicht hätte ich doch was anderes sagen sollen..
Ich werde von weiteren Überlegungen abgehalten als ich einen grimmig dreinschauenden Pauli
auf uns zustapfen sehe.

Ich lege einen Finger auf die Lippen um ihm klarzumachen, dass er gefälligst leise zu sein hat.
Dazu versuche ich noch böse zu schaun, was allerdings nur eher mäßig klappt.

Er verdreht theatralisch die Augen bevor er, nach einem letzten lautlosen Seufzen, Lauri auf die Arme nimmt und in Richtung Stiegen marschiert.
Lauri fiept kurz auf, als er so plötzlich aufgehoben wird, hält die Augen aber geschlossen und schließt
auch sofort die Arme um Pauli um sich fest an ihn zu drücken.
So wandern wir also ein weiteres Mal an diesem Abend die Stiegen rauf..

[Yesterday I talked to Santa, and he told me, that you've been veeery naughty.! - That's right! And me, little naughty girl, will proof that and let you climb up the stairs one more time!! Ho, ho, ho!]

1. Absatz. Na bitte, so wie's aussieht schaffen wir das heute noch.
2. Absatz. Ich nehm alles zurück..
23. Stufe. Ich werde hier verrecken.
26. Stufe. Wir werden hier ALLE verrecken. Ich aus Anstrengung. Pauli aus Anstrengung. Und Lauri weil er sich das Gnack bricht, wenn Pauli tot umkippt.
3. Absatz. Hilfeeeeee!!!!!!!!!
35. Stufe. Hallo, hört mich wer? Nein, natürlich nicht, wie könnte auch. Ich sag ja nichts laut..
Sonst würde der Lauri ja merken, dass ich ihn gar nicht trag.. Und das wäre nicht so vorteilhaft.
Das gäbe wieder ein Theater.
37. Stufe. Oh nein. Pauli fängt an zu keuchen.
4. Absatz. Er soll bloß leiser atmen. Aber Lauri merkt's eh nicht. Ignorant.. Als würde ich je so atmen.
43. Stufe. Ich hab Lust was zu singen. Aber damit beschleunige ist das Sterben der anderen vermutlich noch weiter..
Also, Singen; Nicht gut!
5. Absatz. Wer baut immer solche rießigen Hotels? Reichen ihnen 1-2 Stöcke denn nicht?
52. Stufe. Oder gleich einfach nur das Erdgeschoß?
54. Stufe. Aber nein, sie müssen immer solche riesigen bauen, damit arme kleine, beruflich
auf Blechdosen herumhauende, Leute wie ich, sich abmühen können, weil der Lift ausgefallen ist.
6. Absatz. Juhu.. Wir sind im 3. Stock.. Hallo? Sind wir bald da?
7. Absatz. Pauli legt immer wieder Pausen ein.. Schleeechtes Zeichen..
...
...
16. Absatz. Schluss ist. Pauli kann nicht mehr. Das hat er mir deutlich klargemacht als er
stehen geblieben ist, Lauri abgesetzt hat und mir seinen Mittelfinger gezeigt hat.
Das mit dem Mittelfinger war allerdings so eine Sache. Denn selbst dazu hat er erst
verschnaufen müssen, weil er nicht genug Kraft mehr hatte ihn zu bewegen...
Danach ist er umgedreht und hat mich und Lauri alleingelassen, der sich schon ganz verwirrt dreht, ohne
aber die Augen aufzumachen, - Braver Bursche - und nach mir fragt..

Ich atme noch mal durch und als Pauli außer Sicht ist, sag ich Lauri, dass er die Augen wieder aufmachen kann.
"Was ist?", werde ich gleich als erstes gefragt, als er wieder sehen kann.
"Du bist zu schwer!" Vermut ich jetzt einfach mal.
"Ab jetzt gehst du selber, ok?" Nicht, dass ich ihn auch noch tragen muss.

Ganz traurig schaut er mich an.
Also in "Armer, schwarzer Kater" wäre er wahrlich DER Meister schlechthin.


Hmm. Mist.. Mein schlechtes Gewissen meldet sich.

Erster Gedanke: Welches schlechte Gewissen?
Zweiter Gedanke: Bin auf Urlaub.. Ar***
Dritter Gedanke: Zweiter Gedanke, komm sofort her und du Erster, stell nicht so dumme Fragen und hilf mit eine Lösung zu finden!
Erster Gedanke: Ja, ja ist ja gut, verdammt. Beruhig dich mal!
Dritter Gedanke: BERUHIGEN?!?! Ich bin der einzige vernünftige Gedanke hier! Und ich soll mich beruhigen?!
Erster Gedanke: Genau das sollst du.
Dritter Gedanke: Also, zum Thema zurück! Was machen wir? Lauri tragen?
Erster Gedanke: Ihn selber gehen lassen?
Zweiter Gedanke: Wie wär's wenn wir ihn tragen.
Dann haben wir die nächsten paar Tage Ruhe, weil unser Herr und Meister zu erschöpft ist um sein Hirn zu aktivieren.
Dritter Gedanke: Also Extra-Urlaub?
Zweiter Gedanke: Genau das!
Erster Gedanke: Bin dabei!
Dritter Gedanke: Also ich weiß nicht. Wir können unseren Herrn doch nicht so einfach allein lassen..
Erster Gedanke: Driiiitteeeeer! Denk mal an den Sektor 84 des Großhirns!!!!
Dritter Gedanke: Die Sex-Abteilung? - OK!!! Bin dafür, dass wir ihn tragen!!!!!!
Zweiter Gedanke: Ok, dann ist das also beschlossen. Körper! Marsch ab, Lauri Stiegen rauftragen!

Scheiß Gewissen. Jetzt darf ich ihn auch noch rauftragen.
"Ok, Lauri. Komm her und mach dich leicht. Ich trag dich ausnahmsweise."
Und schon hüpft mir ein Bündel namens Lauri in die Arme, sodass ich Mühe damit habe nicht
wieder zum vorigen Absatz zurückzukehren. Auf äußerst brutale Weise nämlich..
So stapfe ich also weiter hinauf, Lauri tragend, der mich die ganze Zeit angrinst und wenn
er es nicht tut über meine Schulter schaut und kichert.
KICHERT!!

Hilfe, wie soll ich das überleben?!

Wenn das so weiter geht krieg ich noch richtig Kondition..
Und meine Lunge versagt auch gleich, wegen Überbeanspruchung.
Nur noch zwei Stöcke..
Zwei verdammte Stücke!!!

Wär halt alles einfacher, wenn ich nicht auch noch die doppelte Last zu schleppen hätte.
Boah, ich bin so fertig.
So verdammt fertig..

"Mach dich leeeeiiiiicht!!!!", schnaufe ich zu Lauri, der immer noch total happy zu sein scheint. Auch was seltenes.
"Ich bin doch leicht!"
"Nein, bist du nicht!"
"Willst du damit sagen, dass ich dick bin?!"
"Dass du dick bist, hab ich nie gesagt! Nur, dass du schwer bist!"
"Was im Endeffekt aufs Gleiche hinausläuft!"
"Mah. So meinte ich das nicht! Ich wollte nur sagen, dass es extrem anstrengend ist, dich
hier raufzuschleppen!"
"Also findest du doch, dass ich dick bin!"
"Nein, ich-"
"Aki?! Findest du mich sexy?"
Stille.. Ich starre ihn geschockt an. Was zum Teufel will der?
Ob er sexy ist?!
Was soll das denn bitte werden, wenn's fertig ist?
Nachdem ich ihn nur blöd angestarrt hab und mich sonst nicht mehr bewegt hab, fängt er
wieder an. Und er scheint etwas beleidigt zu sein.
"Pah, du Idiot! Du hast ja keine Ahnung! Was glaubst du wie viele Leute mich extrem sexy finden?! Hah!!!"
Etwas?!?!?! Er ist mehr als nur ETWAS beleidigt!!!!

"Also. Was willst du dann von mir? Wenn dich eh so viele sexy finden, wieso fragst du mich dann ob du's bist?"
"Weil's bei dir halt wichtig ist, verdammt!!!", kreischt er auch sofort los.
Also so genau wollt ich's auch wieder nicht wissen..
Und meine Ohren auch nicht..
Mit völlig lädierten Ohren schleppe ich mich also weiter die Stiegen hinauf, in den Armen
eine kleine beleidigte Leberwurst namens Lauri...
So wollt ich immer schon enden...


Mühsam und schwer schnaufend erklimme ich auch noch die letzten paar Stufen und bin
endlich oben angekommen..
Schnell lasse ich Lauri runter (fallen.) und stütze mich keuchend an der Wand ab.
Sofort streichelt eine Hand sanft über meinen Rücken und versucht mich zu beruhigen.
Ich werfe dafür nur mit bösen Blicken um mich, schüttle die Hand von mir ab und gehe auf
unser Zimmer zu.

Ohne hinzusehen weiß ich, dass Lauri mir mit bedrücktem und besorgtem Gesichtsausdruck folgt.
Heftig will ich die Tür aufreißen und renne direkt in eben jene rein...
Mist. Muss ja erst aufsperren...
Mit auf die Nase gedrückter Hand verfluche ich lautstark diese dämliche Tür und taumle
einige Schritte zurück.
Aus den Augenwinkeln kann ich erkennen, dass Lauri sich auf die Unterlippe beißen muss um
nicht loszulachen.
Idiot, das tut weh!
Doch schon tritt er vor, holt den Zimmerschlüssel raus, schließt auf und öffnet mir dann die
Tür extraweit..
Oh, dafür wird er büssen.

Vor mich hingrummelnd betrete ich unser Zimmer und steuere sogleich aufs Badezimmer zu,
wo ich mir die Zähne putze und mich nur mehr schwer vom Einschlafen abhalten kann.
Als ich fertig bin, taumle ich wieder ins Zimmer zurück und sofort aufs Bett zu.
Aufseufzend lasse ich mich hineinfallen und trete und ziehe und verrenke mich so herum, bis ich endlich
ordentlich drinnen liege, ziehe die Decke über mich und murmle nur mehr ein leises
"Nascht..", bevor ich auch schon völlig erschöpft eingeschlafen bin.

Das von Lauri kommende "Ähm.. Aber du." höre ich schon fast nicht mehr, und das was
danach kommt überhaupt nicht.


Ich träume von kleinen Wölkchen und darauf herumhüpfenden Giraffen mit blauen Flecken die mir die Zunge
rausstrecken. Ja, ich mag euch auch nicht, bääääh..
Nach einiger Zeit wechselt mein Traum in einen Regenguss.
Ich stehe auf einer Wiese und es regnet wie aus Kübeln, hört einfach nicht auf. Doch das
seltsame ist, dass mich der Regen nicht berührt. Obwohl ich mitten drinnen steh, berührt mich
kein Tropfen... Bis plötzlich massig Wasser auf mir zusammenbricht und mich unter sich
begräbt.
Plötzlich sehe ich mich in einem Meer wieder, kämpfe gegen die Fluten an, gegen riesige
Wellenberge. Sie drücken mich hinab und als ich denke, ich würde gleich ertrinken, ändert
sich mein Traum ein weiteres Mal und ich liege auf dem Bauch und werde massiert.
Genießend habe ich die Augen geschlossen und seufze leicht ob des wundervollen Gefühls
auf meinem Rücken.
Irgendwie macht mich die Massage an.. Weiß nicht warum.. Scheint als ob die Masseuse
was vom Handwerk versteht.. Ob Lauri auch so angenehm massieren kann?
Wieso will ich das eigentlich wissen???
Spinn ich jetzt total?

Langsam fange ich an mich etwas zu winden und zu wenden.
Meine Lebensfunktionen fangen wieder an zu arbeiten und mein Geist wird langsam wieder wach...
Ich versuche, dieses wunderbare Gefühl, von massierenden Händen auf meinem Rücken, noch länger zu behalten und versuche krampfhaft weiterzuschlafen..
Bei meinem Kampf gegen das Aufwachen entweicht ein kleines Knurren meiner Kehle und
schon höre ich Lauri in mein Ohr flüstern:
"Na, wieder wach?"
Flüstern?
Was sag ich da? Der stöhnt das halb!!!
Leise grummelnd, berichte ich von meinen Träumen, bis er plötzlich anfängt leicht zu lachen.

"So so, wurdest du also gut massiert, hm?", lacht er und fügt hauchend hinzu: "Sicher, dass es nur ein Traum war?"

Es dauert etwas, bis ich genug darüber nachgedacht habe, was er da eben gesagt hat und sofort bin ich hellwach.
Völlig erstarrt, wie als wäre ich eine verkrampfte Statue, liege ich in der Matratze,
kralle meine Hände ins Leintuch und spüre nun deutlich, dass Lauri auf mir liegt und
über meinen Rücken und meine Seiten streicht und dabei immer wieder meinen Nacken küsst..

Was soll das denn????????

Nach einiger Zeit kann ich allerdings nicht mehr anders, als ich zu entspannen und es zu genießen.
Ich kann mir ein leises Seufzen nicht verkneifen und schon werde ich sanft umgedreht, sodass
ich auf dem Rücken liege und Lauri nun auf meiner Hüfte sitzt.
Er beugt sich wieder vor und streichelt und küsst leicht über meinen Oberkörper.
Meine Vernunft hat sich schon lange verabschiedet und so kann ich nicht mehr daran denken,
was hier gerade passiert und nur mehr genießen.

Immer wieder seufze ich leise auf und merke dann plötzlich, dass meine Handy sich in Lauris Haaren vergraben haben, was mich dann doch etwas wundert, weil ich es nicht einmal mitgekriegt habe.
Doch als ich gerade etwas sagen will, streicht eine zarte Hand über meinen Schritt und ich werfe stöhnend meinen Kopf zurück.

!("/$(!")§$(!/$($%)!"!$%%$§$&§"!$ !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

DAS KANN DOCH EINFACH NICHT WAHR SEIN?!?!
Ich liege hier im Bett und einer meiner besten Freunde.. argr!!!

Wieso?!
Wieso ich?!
Wieso musste er sich gerade in mich verlieben??
Wieso in mich?!!?!??!?!
Wieso bin ich es der hier gerade.
WIESO VERDAMMT!!!????!!!!

Und wieso.. wieso will ich nicht, dass er aufhört...?

Immer weiter fahren seine Hände über meine Haut, immer öfter berührt er dabei meinen Schritt, immer weniger kann ich das Stöhnen verkneifen.
Meine Haut brennt. Überall wo er mich berührt. Überall.
Ich kann es mir nicht erklären.
Ich weiß nicht, wieso mir das so gefällt, wieso es so schön ist.
Dabei müsste ich ihn doch von mir stoßen, ihn angeekelt anschauen und ihn als Schwuchtel beschimpfen und, dass er seine Perversitäten nicht an mir auslassen soll.
Doch.. Das will ich nicht.
Ich WILL, dass er mich berührt...
Ich weiß nicht wieso.
Es ist die pure Verwirrung, die mich übermannt..
Doch nicht lange kann ich über das ,wieso' nachdenken, denn all mein Denken, mein Gewissen, sowie meine
Fähigkeit mich zurückzuhalten gehen bei seinen Berührungen zu Grunde.
Ich stöhne auf, lasse Lauris Haare los und kralle mich stattdessen ins Leintuch, drücke ihm meinen Unterkörper entgegen, nach mehr fordernd.
Dabei weiß ich nicht einmal WAS ich da fordere.

Lauri jedoch scheint es zu wissen, denn seine Hände hören auf mich zu streicheln, er legt sie an meine Seiten
und fängt an nur noch zu küssen.
Er beginnt am rechten Schlüsselbein, wandert zum linken und dann immer weiter hinunter.
Mein Atem scheint sich überhaupt nicht mehr beruhigen zu können, so unregelmäßig geht er schon..

Langsam und jeden Flecken Haut küssend, wandert er weiter hinunter, legt einen Zwischenstopp bei meinen
Brustwarzen ein und küsst sich dann bis zu meinem Bauchnabel.

Sanft lässt er seine Zunge hineinfahren, was mich kehlig aufstöhnen lässt, und saugt dann an einem Fleck ein wenig darüber.
Dabei fängt er an meine Seiten zu streicheln, immer wieder hauchzart darüber zu streichen und mir kleine Seufzer, neben dem Stöhnen, zu entlocken.

Inzwischen hört er auf meinen Bauchnabel zu umgarnen und streicht mit seiner Nase hinunter, bis zum Bund meiner Shorts.
Auch seine Hände begeben sich hinunter, schleichen sich unter ihren Bund und ganz langsam, zieht er sie hinunter.

Schwer atmend lege ich meinen Kopf zurück in den Polster, starre an die Decke, ohne sie jedoch richtig zu
sehen, denn all meine Sinne sind auf einen Punkt weiter südlich an meinem Körper konzentriert.

Doch gerade als er mich dort berührt, wo ich es gerade am meisten haben will, zuckt ein fast schmerzender Gedanke durch meinen Kopf.

WAS ZUM TEUFEL TUN WIR DA?!?!?!?!?!

Plötzlich steigt Panik in mir auf, rein aus Reflex drücke ich Lauri von mir, strample mich ans Bettende zurück, schaue ihn geschockt an and beginne beinahe zu hyperventilieren.

Fragend und leicht verzweifelt schauen mich zwei grüne Augen an, doch ich kann nicht lange hineinschauen, ich kann es einfach nicht.
Schnell verschwinde ich vom Bett, mache einen Bogen um Lauri, nehme mir meine Short und ziehe sie hastig an.

"Aki?" Gerade als ich dabei bin mir auch meine Hose anzuziehen und mich mit dem Knopf rumärgere, spricht Lauri mich an.
Er steht hinter mir, doch ich kann ihn nur kurz ansehen, bevor ich mich wieder von ihm wegdrehe.
Langsam, zitternd legt sich seine Hand auf meine Schulter, was mir einen Schauer über den Rücken jagt.
"Aki, was ist.."
"Lass es!! Ich.. Ich kann das einfach nicht, kapiert?!?!"
Schnell schnappe ich mir auch mein T-Shirt, ziehe es mir über und hol mir auch noch einen Pulli.
Dann haste ich auf die Tür zu, mache sie auf und will gehen, doch ich drehe mich noch ein letztes Mal um,
und der Anblick der mich erwartet bringt mich fast dazu doch zu bleiben.

Lauri steht da, in sich zusammengesunken und verzweifelt.
Einige Tränen entkommen seinen Augen und rinnen seine roten Wangen hinunter.
Seine Unterlippe zittert, er will etwas sagen, kann es jedoch nicht.

Schnell habe ich meinen Blick abgewandt, ihn zum Boden gerichtet und murmle nur noch ein, "Tut mir Leid, Lintu.",
bevor ich endgültig aus dem Zimmer trete und mich daneben an die Wand lehne.
Durch die geschlossene Tür dringt ein dumpfer Laut und ich weiß, dass Lauri zu Boden gegangen ist..
Ich hoffe er tut sich nichts...

Doch trotz meiner Sorge kann ich nicht wieder hinein..
Ich kann es nicht.
Nicht, nach dem, was passiert ist..
Es geht einfach nicht..

Schon schleicht sich auch über meine Wange eine kleine Träne, doch ich wische sie nur weg und verschwinde in Richtung Stiegenhaus.


[Hehehe, Anleitung weiter oben ]

273. Stufe. Fuck..
248. Stufe. Fuck..
213. Stufe. Fuck..
187. Stufe. Fuck!!!!!
176. Stufe. Wie konnte das nur passieren?
172. Stufe. Wieso, verdammt?!
159. Stufe. Ich hätte es erst gar nicht so weit kommen lassen dürfen..
155. Stufe. Ich hätte ihn schon viel früher aufhalten müssen!
130. Stufe. Aber. es war doch so schön..
100. Stufe. Scheiße.

90. Stufe. Ich bleibe stehen, setze mich hin und vergrabe mein Gesicht in meinen Händen.

Nach einigen Minuten in denen ich einfach nur tief durchgeatmet habe, schaue ich wieder hoch
und versuche fast die gegenüberliegende Wand zu hypnotisieren.

"Oh Gott! Wieso? Was tust du nur?!
Ich weiß, du bist schlecht drauf.. Natürlich. Du darfst das auch sein.
Ich verstehe, dass es dir auf die Nerven geht nur Nahrung zu dir nehmen zu dürfen, die man nicht beißen muss..
Aber wieso musst du das an mir auslassen?! Denk doch dran, dass das ganze einen Sinn hat!
Brackets hat man nicht umsonst! Dafür schaut's nachher um so schöner aus!

Aber wie kannst du mir das nur antun?!

...Ja. Klar.. Ich bin nur eine kleine Figur auf deinem Schachfeld. nur ein kleiner Bauer..
Oder anders gesagt. Ich bin ein paar Pixel in deinem Wordprogramm.
Doch WIESO?!
Wieso ich?!?!

Fuck... Was soll ich denn jetzt nur tun?!?!?"

Leise jammernd ziehe ich die Nase auf und lehne mich auf meine auf den Knien abgestützten, verschränkten Arme...
Scheiß Welt...


Psychiater... Ich brauche einen Psychiater....
Ganz, ganz dringend, bevor ich mich noch aus Frust und Verzweiflung die Stiegen runterstürze...

Ich halte ja daran fest:
Für alle wesentlichen Probleme gibt es keine Lösungen.
Und genau das ist es...
WAS soll ich tun?
Ich weiß nicht, wie oft ich das schon wiederholt habe, aber eingefallen ist mir nichts....
Ich warte verzweifelt auf Hilfe, oder wenigstens eine Idee...
Irgendwas....

Fuck.... Ich kann's einfach nicht glauben was da geschehen ist...
Bin ich jetzt wirklich schon völlig durchgedreht?
Irrenanstalt ich komme!
Das ist das Ende einer tollen Karriere....

Tötet mich, aber ich brauch jetzt was zu essen....

Also gehe ich, immer noch im Schockzustand, die Stiegen weiter hinunter und schlendere unten angekommen in die Eingangshalle und auf die Information zu.

"'Tschuldigung, wo kann ich hier denn etwas zu Essen bekommen?", frage ich sie ohne dabei zu registrieren, dass sie kurz zusammenzuckt. Vielleicht hätte ich sie gestern nicht so anschreien sollen....
Ungerührt lausche ich ihrer Erklärung und mache mich dann schlurfend auf den Weg in den Speisesaal.
Was mich dort erwartet ist das reinste Chaos.
Eero sitzt an einem Tisch, ganz allein, und hat alle möglichen Teekannen vor sich aufgereiht.

"Was willst du denn mit den allen?", frage ich ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue.
"Die schmecken alle nicht und jetzt suche ich gerade nach einem der schmeckt..."
"Und da probierst du gleich......", ich zähle die Kannen ab, muss dreimal von vorn anfangen, schaffe es dann aber doch und fahre dann fort: "13?"
"Ja... Bis jetzt war noch nichts gescheites dabei..."
"Bist du dir sicher, dass die dir nicht immer die gleichen bringen? Welches Hotel hat 13 Teesorten???"
"Also angeblich haben die hier über 45!", meint er plötzlich erbost und plustert sich auf.
Vergiss es Jungchen, ich bin eh so schon kleiner als du....

Ich drehe mich um, gehe zum Buffet und lade mir erstmal ordentlich Semmeln und Nutella auf den Teller, ehe ich wieder zurückgehe und mich zu Eero an den Tisch setze.
Dieser wirft einen zweifelnden Blick auf mein Frühstück, wendet sich dann aber der gerade neu kommenden Teekanne zu.

Ich schmiere mir eine Semmel [=immer noch Brötchen^^ Diesmal aber Singular *g*]
und beginne gedankenverloren damit sie zu essen.
Alles Gute im Leben ist entweder ungesetzlich, unmoralisch, oder es macht dick...
Wie unfair....
Und schon verschwindet die nächste Semmel in meinem Inneren, während ich darüber nachdenke was Lauri wohl gerade tut...
Hoffentlich stellt er nichts an....

Whaaaaaaa!!!!!!!!!!!
Schnell springe ich auf, von Panik gepackt, renne auf die Treppen zu, drehe mitten drin wieder um, renne zum Tisch zurück, schmier mir schnell noch zwei Semmeln und rase wieder davon.
Schnell bringe ich zwei Stockwerke hinter mich, werde dann allerdings immer langsamer.
Schließlich setze ich mich zwischen 3. und 4. Stockwerk hin und verspeise gemütlich meine Semmeln.
Dann richte ich mich wieder auf und kämpfe mich weiter nach oben....
Scheiß Lift!

Nachdem ich hechelnd im 4. Stock angekommen bin, beschließe ich nach einer Atempause doch wieder umzudrehen und latsche wieder hinunter.
Unten angekommen marschiere ich geradewegs auf die Telefone zu und stelle mich zu einem.

Schnell tippe ich die Nummer des Hotels ein und bitte die Dame die abhebt, vermutlich die am Empfang, mich zu unserem Zimmer durchzustellen.
Erstmal passiert gar nichts....
Dann, nach ein paar Minuten des Wartens, immer noch nichts....
Mist, ist etwas schon was passiert?
Hat er sich gekillt?

Ich könnte mich gerade selbst kasteien...
So richtig mit Kordelpeitsche...
Naja.... Vielleicht auch nur mit Wollschnüren... Ich will mir ja nicht wehtun....
Gerade will ich auflegen, als es in der Leitung knackt.
Eine leise, zitternde Stimme meldet sich, die ich gerade noch als Lauris erkennen kann.
"Jah...?"

Ich weiß nicht was ich sagen kann, hab ihn nie SO aufgelöst erlebt.
Er scheint völlig am Ende zu sein.... Irgendwie macht mich das traurig...
Und irgendwie fühl ich mich auch schuldig, schließlich bin ich auch Schuld daran...
Aber was wir gemacht haben.... Was da passiert ist, das...... das...... Ich kann einfach nicht... Verdammt!

"Äh... Lauri...", beginne ich zaghaft und fahre, nachdem ich ein erschrockenes Aufkeuchen am anderen Ende vernommen habe, fort, "Also... Ich wollt dir nur sagen, dass es mir Leid tut... Und, dass du dir bitte nichts antust.... Bitte Lauri, tu dir nichts!"

"Wieso sollte ich.. mir etwas tun?"

"Lauri... Ich kenne dich schon lang genug.... Du gibst dir selbst die Schuld an allem...."

"Ist ja auch so...."

"Stimmt, aber trotzdem!"

"Aki.... Du widersprichst dir...."

"Wie immer halt....
Lauri.... Komm runter..."

"Ich bin schon ok.... Es geht mir gut..."

"Nein, ich mein 'runter' im Örtlichen Sinn", muss ich lachen und lehne mich an die nächstgelegene Wand um nicht umzufallen.

"...Oh...." Ertönt es nur mehr aus dem Hörer und mit einem letzten "Ok.... ich komm gleich...." Legt Lauri auf und ich verfrachte meinen sich vor Lachen schüttelnden Körper Richtung Speisesaal, wo ich mich daran mache, mir noch eine Semmel zu schmieren.

Schnell steck ich mir die eine in den Mund, mach mir noch eine und hetze dann wieder in die Halle zurück, wo Lauri gerade aus dem Stiegenhaus kommt.
Er sieht ziemlich geknickt aus und scheint voll fertig zu sein....
Toll... Und ich bin Schuld............

Ich gehe auf ihn zu und als er mich bemerkt bleibt er sofort stehen und senkt seinen Blick zu Boden.
Ich stelle mich ihm gegenüber und muss überlegen was ich sagen soll.
Als mir etwas einfällt, platze ich sofort damit heraus: "Also..."

Stille.

Lauri fängt an zu lachen. Und wie er lacht. Er hält sich den Bauch und ist kurz davor laut herumzukreischen......
Na danke....

"Ahaaaaahaaahaaa..... Mann Aki!!! Vergisst du jetzt schon, dass du was im Mund hast, wenn du zu reden anfängst!?!", grölt er und kniet sich nieder um nicht umzufallen, während er immer weiter lacht und sich nach kurzer Zeit anfängt sich am Boden zu winden.

Etwas rot im Gesicht starre ich auf Lauri und dann auf die Nutellasemmel dessen Ende ich bis eben noch im Mund gehabt habe....
Die schöne Nutellasemmel....
Das schöne Nutella!!!!


„Na na na, Aki! Doch nicht hier vor allen Leuten!“, quetscht Lauri mühsam zwischen dem Lachen hervor und ich werfe ihm nur einen bösen Blick zu, bevor ich mich hinknie und meine Nutellasemmel betrauere.

Als ich anfange zu schniefen, gibt sich Lauri einen Ruck, versucht sich wieder zu beruhigen und hockerlt sich hinter mich.

„Ist schon gut… Das wird schon wieder…“, vorsichtig streicht er mir über den Rücken, was mich wenigstens etwas beruhigt, mich aber nicht glücklicher macht.
Dafür aber sein nächster Satz.

„Weißt du was? Wir holen jetzt einen Korb Semmeln und ein Glas Nutella und nehmen das mit nach Oben und dort schmier ich dir eine Semmel mit eeeeeextra viel Nutella. Na, wie klingt das?“

Während er das, mir immer noch über den Rücken streichend, sagt, hellt sich meine Miene auf, mein Blick wandert nach oben und ebenso meine Mundwinkel.

Als er geendet hat, drehe ich mich blitzschnell um, schlinge meine Arme um ihn und quietsche freudig auf.

Schnell stehe ich auf, ziehe den verdutzt blickenden Lauri mit auf und schleife ihn in Richtung Buffet.
Schnell verstecken wir uns hinter einer Säule und spähen zum Buffettisch hinüber.

„Da sind sie. Die Ziele meiner Begierde.“, flüstere ich leise und grinse leicht verrückt.
„Nur dort?“, fragt Lauri leise.
„Was?“
„Vergiss es…“
„Schon passiert…“
„Das glaub ich dir sogar…“
„Wie?“
„Psst jetzt! Also, Aki, du gehst von rechts, ich von links. Du schnappst dir das Nutella, ich mir die Semmeln. Sobald wir sie haben…. Renn!!!!“

Noch einmal sehen wir uns in die Augen, nicken uns zu, holen tief Luft und gehen dann jeder in eine andere Richtung.
Langsam arbeite ich mich durch die Tische vor, versuche dabei möglichst unauffällig zu sein und nähere mich immer mehr dem Buffet.
Ein Blick zur anderen Seite des Saals zeigt mir, dass Lauri schon viel näher ist als ich, was Panik in mir aufsteigen lässt.
Ich schiebe mich hektisch durch die letzten paar Tischreihen und – wie sollte es anders sein – stolpere.
Worüber?
Eeros Beistelltisch, auf dem nun auch schon die Teekannen stehen, da sie am normalen Tisch keinen Platz mehr hatten.

„ARGR!“, schreie ich, während sich mein Körper immer weiter dem Boden nähert und dann schmerzhaft aufprallt.

„Sprichst du jetzt schon Neandertalisch? Du wirst langsam ein richtiges Sprachentalent, mein Lieber!“, flötet mir Eeros Stimme von oben entgegen und die Laute, die ich danach von mir gebe, könnte man wohl tatsächlich als Neandertalisch bezeichnen.

Unter mehreren „Aua“s „Autsch“s und „Ach du Scheiße…“s richte ich mich wieder auf und sehe mich um.
Alle sich im Saal befindlichen Personen starren mich an.
Einige mit geschocktem, andere mit amüsiertem Blick.

Schnell klopfe ich den nicht existenten Staub von meiner Hose und mache mich auf den Weg zum Buffettisch.
Egal ob alle zusehen, ich WILL mein Nutella!

Mit einem letzten Sprint, der allerdings wegen meiner schweren Verletzungen mehr in Gehumpel ausartet, schnelle ich auf das Nutella zu, schnappe es mir und humple zurück in die Eingangshalle.
Die Leute ignoriere ich einfach mal.
Was ich nicht sehe, sieht mich auch nicht….

In der Eingangshalle angekommen, überkommt mich plötzlich ein Anfall akuter Paranoia und schnell stopfe ich mir meine Beute unter meinen Pulli.

Plötzlich kommt ein Hotelangestellter auf mich zu und fragt mich was los sei.
Ich starre ihn mit hysterischem Blick an und gehe dann auf ihn los.
Mit einem „Hyjaaaaaaaaaaaa!!!!!“, hole ich aus und trete ihn.
Natürlich nicht wirklich.
Ich versuche es, aber leider bin ich nicht in der Lage mein Bein weiter als 30 cm. über den Boden zu heben.
Also belasse ich meine Tret-Versuche und probiere es händisch.
Ich fauche und fahre mit der einen Hand aus – die andere hält meine Fracht fest – um ihn zu kratzen.
Funktioniert nicht.
Woran das liegt?
Er steht ungefähr drei Meter von mir entfernt.
Mist…
Also gebe ich auf, fauche ihn kurz an und scheuche ihn fort.
Mit einem recht verwirrten Ausdruck im Gesicht und leicht dümmlich lächelnd dreht er sich weg und zieht, etwas verstört, wieder von dannen.

Mit fiesem Blick beobachte ich nun jeden der mir zu Nahe kommt, bis Lauri kommt und wir uns schnell auf den Weg zu den Stiegen machen.

Fast angekommen schiele ich zu ihm und flüstere verschwörerisch:
„Hast du sie?“
Ebenso verschwörerisch flüstert er zurück:
„Nein.“

Ich bleibe abrupt stehen und starre ihn geschockt an.

Er dreht sich um und blickt mich fragend an um sich dann mit einem kurz vor dem Heulen seiendem Mann konfrontiert zu sehen der gleich in Ohnmacht fällt.
Wie kann er mir das antun?
Soll ich das Nutella denn jetzt etwa ohne Semmeln essen?
…..Keine so schlechte Idee….
Nein! Nein! Nein!
Aki! Da wirst du sonst noch dick!

„Was ist?“, zischt mir Lauri zu.

Theatralisch schniefend schiebe ich die Unterlippe vor, mache ein besonders leidendes, weil halb heulendes Gesicht und stottere ihm zu: „Aber…aber… aber… aber wie soll ich das denn machen? Nutellasemmel ohne Semmel wäre doch wie…. Wie….. wie Schokotorte ohne Torte!“

„Oder wie Erdbeeren mit Zucker ohne Zucker!“, meint Lauri leicht euphorisch.

„Genau! Oder wie HotDogs ohne die Dogs!“

„Sind sie Dogs die Brötchen oder die Wurst?“

„Ähm… Keine Ahnung… Vermutlich die Brötchen…“

„Aber eigentlich passt Dog eher zu den Würschtl…“

„Aber aber Würschtl ohne Brötchen… Da ist schon das Würschtl besser, oder?“

„Kommt drauf an was für ein Brötchen es ist…“

„Stimmt….. Aber ist ja jetzt egal, oder? Jedenfalls sterbe ich hieeeeeer!!!!!“

Er kichert, zwinkert mir spitzbübisch zu und zeigt mir den Korb mit Semmeln.
Der ist so riesig, wieso hab ich den nicht schon vorher gesehen?
Junge, du wirst blind…..

Völlig fertig, dafür aber extremst erleichtert hole ich wieder zu ihm auf und wir nehmen die Stiegen in Angriff.

NEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Keine Stiegen!
Bitte nicht! Bitte, bitte, bitte nicht!


Wieso muss eigentlich immer ich so ein beschissenes Leben haben?

Aber das war so klar….
Murphy’s Law…. Sooft du auch in Hotels wohnst, es wird immer dort der Lift ausfallen, wo dein Zimmer am weitesten oben ist……

Glück muss man haben…
Also gut…. Je schneller wir losgehen, desto schneller sind wir oben…..
Ich hasse Stiegensteigen….

Also gut.
Beine Marsch!
…..
Der Geist ist willig aber mein Körper wehrt sich….

Ups… Lauri geht schon los… Na dann….

1.Stufe… Los geht’s!!
3.Stufe… Krieg ich da Schadensersatz wenn ich das hotel verklage?
5.Stufe… So wegen absoluter Quälerei?
8.Stufe…. Erstmal verschnaufen….
1.Absatz… Ich nehme hier sicher massenhaft ab…
13.Stufe… Die müssen mir dann tonnenweise Nutella und anderes leckeres, süßes Zeug kaufen, damit ich wieder zunehme!
1.Stock… Ja, das müssen sie!
23.Stufe… 3 Kilo weniger hab ich mindestens, wenn wir hier wieder weg sind….
26.Stufe… Ok… Ich nehme alles zurück… Das werden mindestens 5 Kilo…
3. Absatz… Tötet miiiich!!!!!!!
34.Stufe… „Sag mal, Aki…. Wenn… Wenn wir dann oben sind…“
37.Stufe… Fragend sehe ich ihn an.
2.Stock… „Ja?“
45.Stufe… „Bleiben wir dann oben? Wir haben bis 11 Uhr Zeit und es ist erst 9….“
48.Stufe… Verächtlich lache ich…. Verächtlich und leicht atemlos…
5.Absatz… „Glaubst du ich will mich da noch öfter raufschleppen?“
51.Stufe… Kurz warten, dann weitersprechen,
53.Stufe… „Ich weiß nicht wie oft ich da heute schon rauf gegangen bin….. oder…“
56.Stufe… „…besser, wie oft ich mich da raufgekämpft habe….“
3.Stock… „Wenn wir da oben sind…. Dann ruh ich mich erst aus…..“
62.Stufe… Und schon kreische ich los: „ICH WILL NICHT!!!! MEINE FÜSSE TUN SO WEEEH!!!“
Erschrocken bleibt Lauri stehen und sieht mich besorgt an, während ich die eine Hand (die, die nicht das Nutellaglas hält..,) in die Seite presse und schnell und flach atme…. Oder jedenfalls zu atmen versuche….
Dann schleicht sich plötzlich ein Lächeln auf sein Gesicht, er beugt sich vor, während ich ihn nur verwirrt ansehe und er nimmt mir das Nutellaglas ab, blickt sich um, geht dann einige Stufen höher, dreht sich wieder um und grinst mich offen an.
Nun völlig verwirrt starre ich hinauf, immer noch unwissend was er vorhat.
„Naaa? Willst du das hier nicht?“, frech streckt er mir das Nutella und die Semmeln entgegen, „Puut, puut, puut! Komm, Aki, koooomm! Komm und hol’s dir!“
Er grinst immer breiter, ob meines geschockten Gesichts, und wackelt etwas mit den Sachen herum.
Tief atme ich ein, richte mich blitzschnell auf und flitze zu ihm hoch.
Erst ist er leicht erschrocken, dann reagiert er aber doch noch, wirbelt herum und rennt die Stiegen weiter hinauf.
So geht eine kleine Hetzjagd los, bis wir beide heftig schnaufend zusammensinken und uns aneinanderlehnend auf die Stiege setzen und dort erstmal versuchen wieder richtig zu Atem zu kommen.
„In….. welchem….. welchem Stock… sind wir denn jetzt?“, gebe ich mühevoll und leidenschaftlich schnaufend von mir.
„Ich hab…. Ehrlich… Keeeeine Ahnung….. Keine Ahnung….“, schnauft Lauri, ebenso fertig wie ich es bin….
„Am besten wir ruhen uns mal etwas aus…. Und dann… dann gehen wir weiter…. Ok, Aki?“
„Absolut….“

Nach einer Weile des heftigen Atmens richten wir uns beide, wenn auch etwas widerwillig, auf und seufzen dann herzerweichend, ehe wir weiter hochsteigen.

???Stufe… Ich hoffe wir sind bald da…
???Stufe… Dieses Stiegen steigen geht mir auf die Nerven, verdammt!!!!!!
???Stufe… „Waren wir hier schon mal?“
???Stufe… „Äh, Lauri… Wir sind von unten raufgegangen… Die Stiegen führen hinauf… Die machen keine Loopings oder durchbrechen den Raum….“
???Stufe… „Nein, ich mein früher… Als wir das letzte Mal raufgegangen sind….“
???Stufe… „Frag mich nicht…. Wenn ich halb sterbe, achte ich üblicherweise nicht so sehr auf meine Umgebung….“
???Stufe… „Nein.. Also ich meine…. Ach vergiss es….“
???Stufe… Ist gut, hab eh besseres zu tun….. Sterben zum Beispiel!

„Huch!“
„Hä?“
„Aki?“
„Ja?“
„Ich glaub wir sind zu weit….“
„Was? Wieso?“
„Weil da ein Schild ist….“
„Und?“
„Naja… Laut meiner Zählweise müsste der 17. Stock über dem 14. Stock liegen…“
„Willst du mir damit etwa sagen, dass wir gerade DREI Stöcke zu weit hochgelatscht sind?!“
„Ähm…“, schulternzuckend und mit reumütigem Blick sieht er mich an, „Ja… schon irgendwie…“
Völlig am Ende mit den Nerven stöhne ich auf und drehe mich dramatisch seufzend um, um wieder hinunter zu steigen.

Endlich, ENDLICH kommen wir in unserem Stockwerk an, wo ich mich direkt am Gang auf die Knie sinken lasse und erleichtert ausatme….
Diese dämlichen Stiegen!

Langsam und vor mich hin nörgelnd krabble ich auf unsere Tür zu, während Lauri grinsend neben mir hergeht, aufsperrt und mich hineinlässt.
In unserem Zimmer angekommen, begebe ich mich sofort in Richtung Bett, klettere und lasse mich völlig erschöpft darauf sinken.
Gerade überlege ich ob ich dösen sollte oder nicht, da ich eigentlich nur erschöpft nicht aber wirklich müde bin, als es neben mir raschelt und mir ein ganz bestimmter und viel wichtigerer Gedanke kommt.
NUTELLASEMMELN!!!!

Schnell rapple ich mich wieder auf und grinse Lauri, der sich gerade auf der Bettkante neben mir niedergelassen hat, an.
Mit weit aufgerissenen Augen starrt er mich an, doch als ich ihn nur weiter angrinse, senkt er nervös den blick, sieht sich um, schaut mir wieder in die Augen um dann sofort wieder nach links und rechts zu blicken….
Nervös?
Ich grinse noch eine Spur breiter ehe ich langsam auf ihn zukrabble.
Jetzt starrt er mir nur mehr direkt ins Gesicht, kaut aber unbewusst auf seiner Unterlippe herum.
Ich komme ihm so nah, dass sich unsere Nasen beinahe berühren, schaue ihm tief in die Augen und hauche dann leise: „Nutellaaaaaaaaahhhhhhhh……..“
Einige Sekunden ist er wie erstarrt, bewegt sich nicht, doch dann fängt sein Auge an zu zucken und ich muss automatisch lachen.
Völlig geschockt dreht er sich langsam um, steht auf und holt die Sachen von der Kommode, wo er sie abgestellt hat und kommt mit leicht geöffnetem Mund wieder zurück.
Ich setze mich in die Mitte des Bettes, warte bis sich auch zu mir gesetzt hat und schaue dann gierig auf meine Beute.

So verbringen wir also die nächste Dreiviertelstunde Nutellasemmeln mampfend und uns über jeden möglichen Schmarrn unterhaltend.
Als wir schließlich alle Semmeln aufgegessen haben, sehe ich auf und muss loslachen.
Fragend sieht Lauri mich an.
„Lauri… Vielleicht...“, immer wieder muss ich mich selbst durch mein Lachen unterbrechen, „vielleicht solltest du… einmal essen… essen lernen…“, kichere ich vor mich hin.
Nun steht die Verwirrung deutlich in sein Gesicht geschrieben.
Lachend beuge ich mich zu ihm, nehme sein Gesicht in meine Hände und flüstere ihm zu: „Pssst…. Halt mal still…“

Ich überwinde den letzten Zwischenraum zwischen uns und lecke ihm, zwischen kleinen Küssen, sanft das Nutella aus dem Mundwinkel.

Obwohl dort schon kein Nutella mehr ist, kann ich einfach nicht aufhören. Es ist mir einfach nicht möglich….
Und ich weiß nicht wieso…..
Aber es fühlt sich irgendwie… Naja… Irgendwie ist es….. schön….

Langsam wende ich mich vom Mundwinkel ab und küsse ihn richtig auf den Mund.
Wenn er vorher schon versteift dagesessen ist, dann ist er jetzt gerade zu Eis erstarrt, doch dieser Zustand verfliegt, als ich ihm noch einen zweiten Kuss auf die Lippen hauche.

Bedächtig legt er seine Hände in meinen Nacken, streichelt durch den Haaransatz und dann beginnt er endlich, nach langer Starre, den Kuss zu erwidern.

Wie automatisch schließe ich die Augen, und fühle seine Lippen dadurch viel intensiver….

Es verschlägt mir fast den Atem, dieser Kuss ist so…. so wunderschön….
Die Frage was zum Teufel wir hier tun, hat sich für kurze Zeit in den hintersten Teil meines Hirns gedrängt und nur der Gedanke daran, das hier zu genießen beherrscht meinen Geist.

Und ich tue es….
Ich weiß nicht wieso, aber ich genieße es, Lauri zu küssen….
Immer wieder treffen sich unsere Lippen, vereinen sich und tun sich schwer damit sich wieder zu trennen, bis der Körper seinen Tribut, in Form von Sauerstoff, fordert.

Als sich unsere Lippen das nächste Mal vereinen, spüre ich plötzlich Lauri Zunge, die um Einlass bittet, liebevoll, zärtlich, und doch fordernd.

Erst zögere ich etwas, doch dann kann ich nicht mehr denken, ich will nur noch fühlen….
Nur mehr fühlen….

Schon werde ich erforscht, spiele auch mit ihm, erforsche ihn meinerseits.
Ein herrliches Gefühl….

Ich schlinge meine Arme um ihn, ziehe ihn näher an mich und auch er zieht mich näher zu sich, beginnt mir über den Rücken zu streichen, sanft, zaghaft….

Immer wieder küssen wir uns, atmen hektisch, küssen uns wieder….

Langsam lassen wir uns, uns immer noch mit zuen Augen küssend, uns gegenseitig streichelnd, zurück in die Matratze sinken….


Plötzlich spüre ich etwas Seltsames an meinem Schlüsselbein und erst als Lauri es breit grinsend „entfernt“, merke ich was das ist….

„Willst du mich fressen??“

Er kichert.
Dann nimmt er noch einmal etwas von dem noch übrigen Nutella und tröpfelt/schmiert es auf mein anderes Schlüsselbein.

Als ich wieder seine Zunge auf meiner Haut spüre, kann ich nicht anders und drücke ihn von mir runter.

Leicht verwirrt sieht er zu mir rauf, vertieft die Verwirrtheit noch als ich seinen Pullover hinaufschiebe, grinst dann aber, als ich etwas vom Nutella auf seinem Bauch platziere.

Langsam und genussvoll lecke ich es von ihm, wobei er leise aufstöhnt.

Ich kichere und streich leicht über seinen Bauch, ehe ich kichernd meine:
„Du solltest bissl abnehmen, du setzt da was an!“ und einen Finger demonstrativ in seinen Bauch drücke.

Dann ist es still.

„Ich bin nicht dick!“

Wieder muss ich kichern, ehe ich abrupt stoppe, als ich seinen nächsten Satz höre.
„Du bist viel dicker als ich!“

„Boah! Du Anti!“ [mal ein kleines Zitat von mir *gg*], meine ich gespielt böse und setze mich als Rache auf seinen Schoss und halte seine Arme neben seinem Kopf fest, sodass er sich nicht bewegen kann.

Mit großen Augen starrt er mich darauf an und keucht hilflos.

Einige Zeit sehen wir uns in die Augen, während er des Öfteren aufkeucht, weil ich immer wieder etwas Druck auf seine untere Hälfte ausübe.

Schließlich flüstert er leise und völlig verzweifelt: „Bitte….“


Nett wie ich bin, und ich bin scheinbar wirklich nett, lächle ich ihn an und beuge mich zu ihm runter.
Wir verfallen in einen wunderschönen Kuss, auch wenn ich ihn trotz allem nicht loslasse.

Langsam beginne ich mein Becken zu bewegen und er stöhnt immer wieder auf.

[Dies ist eine launische Geschichte….. Ich habe heute unten auch Brackets bekommen, daher:]

Auf einmal mischt sich ein Geräusch zwischen Lauris Stöhnen ein und lässt mich auffahren.

Schwer atmend sitze ich da und starre in Richtung Tür.
Lauri hat scheinbar auch endlich gemerkt was los ist und sieht sich hektisch um.
Es herrscht fast völlige Stille, nur durchbrochen von unserem schweren Atmen.

Dann ertönt das Geräusch noch einmal. Es ist etwas wie ein RUMMS oder ein BAMM und kurz darauf folgt ein „MACHT AUF!!!“.

Geschockt sehen wir uns an und hastig stehen wir auf, richten unsere Kleidung und Lauri verschwindet zusätzlich im Bad, während ich zur Tür gehe und, nachdem ich noch einmal tief durchgeatmet habe, sie öffne.

Davor steht, mit den Armen in die Seiten gestemmt, Pauli und blitzt mich böse an.

„Hei Pauli, was gibt’s denn?“

Übelst gelaunt sieht er mich an und schnauzt dann: „In 5 Minuten fahren wir. Wenn Lauri auch da ist, sag ihm das. In 5 Minuten sind wir weg!!“

„Und wieso bist du so saumäßig drauf?“, kann ich mir nicht verkneifen ihn zu fragen, als er sich schon umgedreht hat.

Er wendet sich wieder zu mir schnauzt mir ein „Musste wegen euch Deppen Stiegen steigen!“ zu und geht.

Kichernd schließe ich wieder die Tür und beeile mich dann aber ins Bad zu kommen, wo ich Lauri packe und ihn mit aus dem Zimmer zerre, während ich ihm nur kurz erkläre, was los ist.

Und schon hetzen wir die Stiegen runter, als ob Louhi [böse Herrscherin/Hexe von Nordort; Kalevala], wütend wie eh und je, hinter uns her wäre.

Stock um Stock bringen wir hinter, bzw. über uns und stürzen uns immer schneller um die Kurven, bis es passiert….


Ich stolpere und haue mich direkt auf meine Nase.
Gott sei Dank sind wir da gerade auf einem Absatz angekommen und waren nicht gerade auf den Stufen, da hätte sonst was passieren können….
Trotzdem, das tut weh, verdammt!!!

Jammernd setze ich mich hin und halte mir die Nase, die richtig zu pochen scheint.

Sofort hockt sich Lauri zu mir und nimmt mich in den Arm, streicht mir sanft über den Rücken und versucht mich so zu beruhigen.

„Lass mich mal sehn!“, meint er schließlich, nimmt meine Hände aus meinem Gesicht und sieht sich das ganze mal an.

Ich sehe ganz genau, dass er sich schwer beherrschen muss um nicht das Gesicht zu verziehen, doch das ist mir im Moment egal.
Es tut so sauweh!

„Ok, weißt du was…“, er richtet sich auf, „wir gehen jetzt runter und lassen das von einem Arzt anschauen“, zieht seinen Pullover aus, „und vorher“, das T-Shirt verlässt auch seinen Oberkörper, „schauen wir, dass es wenigstens nicht so blutet.“ Und wischt mit einem Zipfel des T-Shirts das Blut von meiner Nase.

Schließlich steht er auf, zieht sich schnell den Pullover wieder an und hilft mir dann auch aufzustehen.

Während er mich stützt und immer wieder mit dem T-Shirt in meinem Gesicht herumfährt, ganz sanft, aber trotzdem extrem schmerzhaft, schaffen wir es schließlich auch die restlichen Stufen hinunter zu gehen und kommen ziemlich fertig und, in meinem Fall einer Ohnmacht nahe, unten an.

Sofort rasen wir zur Rezeption und leicht panisch versucht Lauri der Dame dahinter zu erklären was passiert ist.
Zuerst scheint sie etwas verwirrt zu sein, als sie dann aber ihren Blick auf mich richtet, nachdem Lauri wilderst zu mir hin gestikuliert hatte, scheint sie zu verstehen und telefoniert kurz.
Dann bittet sie uns uns hinzusetzen und beteuert uns, dass der Krankenwagen gleich da sein wird.

Geistig sowie körperlich vollkommen fertig setze ich mich hin und drücke mir das T-Shirt an die Nase.
Während ich also so dasitze und auf mein baldiges Ende warte, tigert Lauri ungeduldig vor mir hin und her.

Da fällt mir plötzlich ein, dass die anderen ja eigentlich warten und wir schon längst beim Wagen sein hätten sollen….von wegen 5 Minuten….

Also versuche ich Lauri das mitzuteilen, was allerdings mehr als nur nasal und unverständlich klingt….
Mist….

Und, wie könnte es anders sein, er versteht mich natürlich nicht…

Nach einigen vergeblichen Versuchen gebe ich es schließlich auf und schmolle lieber ein wenig.
Unfair… Dabei kennen wir uns schon so lang….. Lauri, lern gefälligst Gedankenlesen!!!!

Von Eero und Pauli sehen wir nichts mehr bis nach ungefähr 10 Minuten der Krankenwagen kommt und uns mitnimmt.
Ich muss mich auf die Liege legen und mein Gesicht wird mit irgendwelchen Stoffteilen zugepflastert.
Na das haben wir gern….
Ich werd aussehen wie sonst was…. Wundervoll…

Lauri sitzt auf einem Sitz neben mir, er hat 18 Versuche gebraucht um sich anzuschnallen, und hält meine Hand.
Naja… Halten ist vielleicht übertrieben….
Denn eher halte ich seine als er meine….
Auf jeden Fall scheint er nervöser zu sein als ich selbst…..
Er schwitzt wie sonst was und ist immer kurz davor zu kreischen…..

Kreisch nur….
Lass es raus, dann geht’s dir besser….

Obwohl…. Dann fangen meine Ohren vielleicht auch noch zu bluten an….
Ich sterbeeeeeee!!!!!!!!!!!!!!


Ich fühle es….
Die Dunkelheit kommt auf mich zu….
Der Tod ereilt mich….
Er ist hinter mir her…
Will mich zu sich holen….
In die Hölle…..

HEY!!!!
Wieso komm ich in die Hölle??
Ich war doch immer nett, hab meine Pflanzen einmal jährlich gegossen und hin und wieder sogar die Klobrille runtergeklappt!
Also?!
Ich werd ja wohl in den Himmel kommen, so ein Engerl wie ich bin!

Nicht?
Wieso nicht?
Ach… wegen all der verarschten Leute… wegen dem Passanten-mit-Obst-Bewerfe…. Wegen meinen perversen Gedanken…
Was? Was für perverse Gedanken?

Das ist doch nicht pervers….. Sowas hat sich doch wohl schon jeder mal vorgestellt…
Ach… nicht… hmm…. Ok…. Aber so schlimm ist das doch nicht…
Gut, vielleicht ein wenig… Aber…
…..
Ach komm… Ich will nicht in die Hölle!!!
Im Himmel gibt’s viel geilere W… AUTSCH!!!!
Hee!!!!
…..
Was soll das heißen, dass ich genau aus diesen Gründen nicht hinauf komme?
Pah… Pervers…
So ein Quatsch….
Ich liebe nun mal geile WOLLDECKEN!!!!!!
Und ich stell mir halt auch manchmal vor mit ihnen ein Kuschelwochenende zu veranstalten!
DAS IST NICHT PERVERS!!!!!!
Nur weil du keine Wolldecke hast die so wundervoll weich… und warm… und einfach perfekt ist… Pah…..

Ok… Dann leb ich halt weiter…
Du bist einfach nur diskussionsunfähig du ….du Möchtegern Gottheit!!!


Auh…. Mein Schädel…
…..
Wow…. Ich lebe noch…
Sowas….
Glaub die wollen mich da oben/unten nicht…
Eingebildete Schnösel…

Autsch mein Kopf…..
Sind wir schon im Krankenhaus?
Scheinbar schon. Zwei Krankenbrüder (HÄ?) schieben mein „Bett“ gerade eilig einen langen Gang entlang. Lauri seh ich auch… Wenn auch unscharf.
Er läuft neben meiner Liege her und scheint ziemlich fertig zu sein…

Plötzlich hört das Herumgeschiebe auf und verwirrt sehe ich mich um…
Scheint falsch rübergekommen zu sein…
Denn als ob ich gerade so geschaut hätte, als würde ich grad abkratzen, haut sich Lauri halb auf mich drauf und schreit panisch:
„AKI!!! HALT DICH VOM LICHT FERN!!!!“

„Das… verdeckst du… eh sehr…. erfolgreich….“, stammele ich mühsam zusammen und verziehe schmerzlich das Gesicht.
Und schon schauen mich zwei halb heulende Augen an, während Lauris Unterlippe gefährlich zittert.
Er schnieft einmal kurz auf, atmet tief durch, versichert mir mit einem schnellen „Das wird schon wieder!“, dass alles Gut werden würde, dreht sich um und kreischt einen Arzt an, dass er sich gefälligst um mich kümmern soll.

Keine halbe Stunde später liege ich mit zugepflasterter Nase auf einem Krankenhausbett und starre an die Decke.

Fad….
Langweilig…
Boring….
Tuant….
Aburrido….
5 Sprachen, eine Bedeutung….

Und mein momentaner Gemütszustand…

Ich will hier nicht liegen, ich will hier nicht blöd herumgammeln und nichts tun…
Gott, gib mir etwas zu tun….

„Na?“
Langsam und vorsichtig drehe ich mich zur Quelle des Geräusches, Lauri.
„Hmm….?“
„Wie geht’s dir?“, fragt er, während er sanft meine Hand nimmt, über meinen Handrücken streicht und mir dabei einen absolut mitleidsvollen Blick zuwirft.

„Gäd sso…“, antworte ich (leicht) nasal. (Geht so)
Er grinst darauf etwas und meint dann aber nur leise „Gott sei Dank ist nichts Schlimmeres passiert….“

„Ach jah? Maine Nahsse iss im Aimer…“ (Meine Nase ist im Eimer/Kübel)
„Ach Quatsch, sie ist schon ok…“
„Nain… Ssie wyrd ewihg enssdelld ssain… (Nein, sie wird ewig entstellt sein)
„Stimmt doch gar nicht! Und selbst wenn, das würd nichts dran ändern, dass du voll schnuck….. ähm… ja… sie ist eh ganz und es wird gleich aussehen wie vorher… Das…. wollt ich sagen…. ähm.. Ja… Wollte ich… Echt…Ganz ehrlich….“

Och wie niedlich!!!!!!!!!! Ich könnte loskichern wenn ich dann nicht ersticken würde!

Stattdessen schniefe ich noch ein letztes Mal theatralisch, drehe mich dann von ihm weg und meine leicht beleidigt, dass sie ab jetzt sicher extrem dämlich aussehen würde…

„AKI!!“
Erschrocken drehe ich mich wieder um und starre Lauri an, der aufgestanden ist und jetzt seine Hände in die Hüften stemmt und mit wütendem Gesichtsausdruck auf mich herunterstarrt.
Ziellos und voll schockiert geistern meine Augen durch den Raum (bzw. den Teil hinter Lauri, den ich sehen kann) und suchen unterbewusst nach einer Fluchtmöglichkeit.

Das Fenster? Nein.. Wer weiß in welchem Stock wir hier sind…
Die Tür? Die seh ich von hier aus nicht… Am Ende ist das ein eeeeewig langer Saal und die liegt kilometerweit weg…
Die Decke? Ähm.. Hallo? Wurde vielleicht mehr als nur meine Nase beschädigt?
Unters Bett? Ieh, am Ende sind da Spinnen… Oder Staubfusel.. Wääääh….
Unter die Bettdecke? Kommt bissl blöd…
Unter den Polster? Ähm… Okaaaay…. JETZT mach ich mir Sorgen…

Resignierend sehe ich schließlich zu Lauri und schrumpfe dabei etwas in mich zusammen…

Dieser packt mich an den Schultern, drückt mich ins Bett und sieht mir tief in die Augen, bevor er fest flüstert:
„Ich mag deine Nase, egal wie sie aussieht.“
Damit beugt er sich noch etwas weiter herunter und haucht mir einen kleinen Kuss auf die unter Unmengen von Pflaster verborgene Nase.

Als er sich wieder etwas von meinem Gesicht entfernt hat, starre ich ihn erst eine kleine Ewigkeit nur an, bin noch leicht weggetreten von seiner Tat, erinnere mich schließlich wieder daran zu atmen und quieke leise: „Autsch….“

Mit einem lauten Knallen fliegt die Tür auf und prallt schwer gegen die Wand, wo die Türklinke ein nicht sehr schönes Loch hinterlässt.

„Guten Tag, Herr Hakala!
Ich bin der Sanitäter, der sie geretten hat!
Im Retten bin ich nämlich gut.
Das ist mein Job, bin nämlich Sanitäter!!“
, meint der etwas dämlich grinsende Typ und freut sich scheinbar unendlich mich zu sehen.
[Der Sani ist in Anlehnung an einen gewissen anderen Sani entstanden: „Spielen wir Fangen? Och komm, spielen wir Fangen! *wegrenn*]

„Halten Sie die Klappe und gehen Sie wieder an Ihre Arbeit!“, schreit plötzlich ein etwas älterer Herr in weißem Kittel hinter dem Sanitäter, der darauf erschrocken zusammenzuckt und mit einem letzten geflüsterten „Gute Besserung!“ verängstigt den Platz räumt.

Nun tritt der Doktor an mein Bett und besieht sich die Geräte über meinem Kopf.
Er nickt immer wieder, dreht an dem einen herum, wischt über das andere und sieht mich dann noch einmal prüfend an bevor er einen Sessel zu sich heranzieht und sich darauf niederlässt.

„Nun gut… Bis auf einige kleine Verletzungen, dem Schock und natürlich Ihrer Nase sind Sie recht gut dran. Ich danke wir werden Sie bald entlassen können, allerdings möchte ich, dass Sie diese Nacht noch hier bleiben, damit wir Sie noch etwas untersuchen können. Ist das in Ordnung?“, letzteres war nicht als Frage gedacht und das wusste ich. Also nicke ich nur.

Zur gleichen Zeit drängten sich aber auch einige schreckliche Gedanken in meinen Kopf.
Was meinte der Typ mit ‚Schock’?
Und von wegen ‚kleine Verletzungen’! Meine Nase war ruiniert, verdammt!!!
Ich werde nie mehr eine Frau abkriegen! Nie!
Naja… Lauri…
Aber der dauert ja noch länger im Bad…
Toll….
So werd ich Stunden früher aufstehen müssen um noch ins Bad zu kommen und rechtzeitig fertig zu werden…
Obwohl… Wofür muss ich mich dann noch herrichten?
Mit meiner Nase geht auch meine Karriere den Bach runter…
Niemand will einen Typen mit verbogener Nase drumen sehen! Das ist doch abartig!
Drummer müssen drei Eigenschaften erfüllen:
1. Sie müssen gut spielen können
2. Sie müssen einen geilen Körper haben, so wie ich…. Oh, ich kleiner Adonis…. Ich könnte gleich anfangen zu kichern…. Und
3. Müssen sie ein perverses Grinsen auf die Reihe kriegen und dabei noch unheimlich geil aussehen
Aber wie soll das gehen, mit SO einer Nase?!?!
Nummer drei macht mich quasi arbeitslos…
Vielleicht kann ich Lehrer werden… Obwohl die kleinen Kinder sicher nicht von so was wie mir unterrichtet werden wollen…
Ich krieg ja selbst schon Angst wenn ich mich anschaue, wie sollen es die dann überleben, die noch nicht mal ordentlich abgehärtet sind?!

…Was tue ich hier?
Nur wegen dieser dämlichen Einstellung ist mein Leben doch nun wirklich noch nicht zu Ende!

Dooooooooooooch ist eeeees!!!!!!!!!!!!

„Aki?“ Nur ein unsicheres Flüstern.
„Hm?“, antworte ich.
„Ach, du bist wach…. Ich wollt nur mal vorbeischauen und fragen wie es dir geht, bevor sie mich rausschmeißen… Ich hoff ich stör nicht…“
„Nein, Lauri, du störst nicht. Wieso werfen die dich raus?“
„Was weiß ich….“
„Lauri!“
„Ok…ok….. Vielleicht war ich etwas….. etwas ungeduldig….. OK OK! Ich war nervend….
Extrem nervend…..
Ok, ich bin ihnen auf den Geist gegangen! Jedem einzelnen!!! Ok?!“
„Brav!“, grinse ich ihn an und kann mir regelrecht vorstellen, wie die Krankenschwestern gerade ein paar ihrer eigenen Beruhigungsmitteln schlucken.
„Also, mir geht es gut. Danke für die Nachfrage!“
„Gut…….“
„Ja… also?“
„….Also…?...“
„Jap….“

„HERR YLÖNEN, IHRE MINUTE IST UM!“

„Tja…. Ich denke, das heißt für mich, dass ich jetzt gehen muss….“
„Scheint so….“
„Ja also… Dann mach’s mal gut…“
„Ja du auch…. Und grüß die anderen!“
„Ja, mach ich….. Also… Bis dann…“
„Bis dann….“
„….“
„…Ich glaub du solltest jetzt gehen….“
„Wäre wohl besser, ja…..“
„…Ja…. Na dann. Tschau!“
„Ja… Tschaui…. Werd wieder gesund….“
„Danke, du auch….“
„Danke….“

Und damit fällt die Tür ins Schloss und ich starre alleingelassen auf sie.

Immer wieder kommen irgendwelche Leute in mein Zimmer, um mich zu untersuchen und mir seltsam an meiner Nase herumzufuchteln…
Nicht, dass die sie noch weiter verbiegen!

Und alle Stunden kommt eine Schwester, die mich zwingt Tabletten zu schlucken, die viel zu groß für meine Speiseröhre scheinen und einfach eklig schmecken….

Die reinste Folter, also ehrlich….

So vergehen die nächsten paar Stunden und schließlich ist der ganze Tag vergangen.
Langsam kommen die Leute nur noch seltener und schließlich wünschen sie mir eine Gute Nacht.
Gute Nacht… Pah…
Wer’s glaubt… Mein gesamtes Leben wurde zerstört und die wünschen mir eine gute Nacht!
So etwas Dämliches…

Gerade als ich – stunden später – am Einschlafen bin, ertönt ein leises Geräusch vom Gang her.
Etwas irritiert versuche ich in der Finsternis etwas erkennen zu können und, tatsächlich, plötzlich bewegt sich die Tür.

WHAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!! DIESES KRANKENHAUS IST VERFLUCHT!!!!! HIER SPUKT’S!!!!!!!!!!!!!!

„Pssssssssssssssssssst, Aki! Wir sind’s!!!!!!“

Und schon bleibt mir der kreischende und mit Sicherheit Trommelfell-zerstörende Schrei im Halse stecken, sodass ich nur ein leises Keuchen zustande bringe.

Da schlüpfen doch tatsächlich Eero und Pauli durch die Tür herein und schlussendlich auch Lauri, der danach sofort schleunigst die Tür hinter sich schließt.

„Wo kommt ihr denn her?!“, zische ich ihnen etwas empört, weil noch nicht ganz wach, zu.
„Wir wollten dich besuchen.“, meint Eero darauf leise, während er zweifelnd den Sessel betrachtet und sich wohl nicht sicher ist, ob man sich auf diesen setzen könnte.
„Und wieso seid ihr dann nicht zur Besucherzeit gekommen?“
Alle Blicke wenden sich dem Kleinsten unter uns zu.
„Was?“, zischt Lauri leise.

„Und wie seid ihr jetzt hier hereingekommen?“, frage ich neugierig, da die Krankenschwestern es sicher nicht zugelassen haben bzw. hätten, wenn sie davon wüssten, was ich allerdings bezweifle.

„Nun ja..“, fängt Lauri verlegen an und räuspert sich kurz, „Wir sind durch’s Fenster eingestiegen…“

„Ja, und unser lieber Lauri hat sich im Fenster geirrt, sodass er dann einem seltsamen Typen um den Hals gefallen ist…. Der war nicht so erfreut darüber, plötzlich ein neues Accecoir zu haben…. Wir haben dann die Menge des Schlafmitteltropfs etwas erhöht und schon war er ganz still….“

„Ja und dann sind wir sofort raus aus dem Zimmer und zu dir und nun sind wir hier.“, beendete Pauli die kleine Erzählung der drei.

Na toll…
Ich bin mit Kriminellen befreundet….
Sowas Peinliches….



„Ich sag’s euch! Wehe ich muss länger hier bleiben, weil ihr irgendwas anstellt!“
„Was sollen wir denn anstellen?“, fragt Pauli ungläubig, worauf Eero leicht nachdenklich einwirft „Stimmt... Wir könnten ihn wach halten und er könnte deshalb Probleme bekommen. Verzögerte Heilung, Übermüdung, Anfä-...“
„WAS?!“
„Pssst, Lauri, nicht so laut!“
„ABER WIR MÜSSEN HIER WEG!“
„Was ist denn bitte mit dir plötzlich los?!“
„WAS MIT MIR LOS IST?! AKI WIRD STERBEN WENN WIR IHN NICHT STERBEN LASSEN!!!!!“
Ohjemine.. Was hat der denn geschluckt?
Pauli, Eero und ich starren ihn mit offenen Augen und Mündern an und können uns nur schwer einen gigantischen Lachanfall verkneifen.
Doch noch bevor wir etwas sagen können, beginnt Lauri an Eeros Jacke zu ziehen und ihn so zum Fenster zu schleifen.
Er reißt es auf und versucht ihn hindurchzustemmen.
Hoffnungslos...
„Jetzt mach schon!“, zischt Lauri giftig und starrt Eero mit einem mörderischen Blick an.
Autsch....
Etwas eingeschüchtert beginnt Eero nun durch das Fenster zu klettern und wirft mir, als Lauri sich umgedreht hat um Pauli auch rauszuschieben, einen jetzt-ist-er-durchgeknallt-Blick gebündelt mit einem Schulterzucken zu und formt ein stummes „Wir sehn uns dann morgen!“.

„Heeeee, sag mal spinnst du?!“, beginnt nun Pauli sich aufzuregen, kann gegen den sich kurz vor der Hysterie befindlichen Lauri aber nichts machen und meint noch genervt „Dafür töten wir ihn...“ bevor er aus dem Fenster geschupft wird und von unten ein „AU! PAULI, DAS WAREN MEINE WEICHTEILE!“ zu hören ist.

Hektisch rennt Lauri währenddessen vom Fenster wieder zu mir, schnappt sich die Decke und zieht sie ordentlich hoch.
„So, Aki, schlaf schön, dass du morgen wieder gesund bist! Und sofort schlafen, ja?!.... Gute Nacht!“
Dann beugt er sich runter und gibt mir einen Kuss auf die Stirn, dreht sich um und huscht zum Fenster.
Doch kurz davor bleibt er wie versteinert stehen, steht ein paar Sekunden bewegungslos dort und hüpft dann doppelt so schnell durch das Fenster.

Na der Besuch hat sich ja gebracht.....

Immer noch etwas rötlich im Gesicht, wegen dem „Kuss“, versuche ich an nichts zu denken und einzuschlafen.
Klappt eh nicht....
Scheiße....

Völlig unerwartet überrennt mich schon nach ein paar Minuten große Müdigkeit und bald bin ich auch eingeschlafen.

„Guten Morgen, Herr Hakala!“ werde ich am nächsten Morgen geweckt.
Die Krankenschwester wuselt um mich herum, überprüft mal wieder alles mögliche, misst meinen Puls und verlässt mit einem Lächeln und der Mitteilung ich könne mich anziehen und auch herumgehen, solange ich im Krankenhaus bleibe, wieder mein Zimmer.

Langsam setze ich mich auf, klettere aus dem Bett und suche mir aus den Sachen, die auf einem Sessel liegen, meine Kleidung heraus.
Langsam, um keine Schmerzen zu provozieren, gehe ich ins Bad und wasche mir schnell das Gesicht.
Dann verlasse ich Bad und Zimmer und sehe mich auf dem Gang nach einem Arzt um. Als ich endlich einen gefunden habe, stelle ich mich neben ihn und warte bis er aufhört mit dem anderen zu reden.
Er tut’s nicht.
Über zehn Minuten und er hört einfach nicht auf.
Sie reden über eventuelle Impotenz nach einem Armbruch.
Ich meine, HALLO?!, das ist ein Armbruch, der Knochen muss sich ja wohl in den Lendenbereich gebohrt haben damit der Typ impotent wird.
Und wie soll das gehen?
Elastische Knochen?!

Alle paar Sekunden die Augen verdrehend warte ich weiter und als er endlich fertig zu sein scheint, ich meinen Mund öffne und zu einem Schwall aus lange überlegten Worten ansetze, dreht er sich um ruft „Aaaah Frau Kolekkoä! Ich habe sie schon gesucht!“ und eilt auf eine etwas dickere Frau zu.
HALLO?!?!

Ich renne natürlich hinterher und stelle mich wieder daneben und warte.
Und warte...
Und warte...
Und versuche, verzweifelt wie ich bin, in das Gespräch reinzureden um kurz die Aufmerksamkeit des Arztes zu erlangen, bekomme aber nur eine hochgehobene Handfläche zu sehen und ein „Bitte..“ zu gemurmelt.
Danke vielmals.....

Als er nach Ewigkeiten fertig ist, sich ausgiebig von Frau Kolekkoä verabschiedet hat, dreht er sich um und endlich sprich............. rennt er an mir vorbei......
WHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!
TÖTET MICH!!!!!
Also die kriegen von mir sicher keinen Dankes-Blumenstrauß!
Ganz sicher nicht!

Nachdem wir etwa 20 Minuten kreuz und quer durch das gesamte Krankenhaus gehetzt sind, hier und da bleibt der Arzt stehen, spricht mit jemandem, ignoriert meine Ansprech-Versuche gekonnt und geht weiter.
Idiot.
Wieder in unserem Gang angekommen, spricht er kurz mit der Krankenschwester, dreht sich dann um und zuckt aber etwas zusammen als er mich sieht, bevor er anfängt zu grinsen.
„Sie sollten nicht so böse schauen, das gibt Falten!“
Und geht weiter.
ARGRRRGRRGGRGRGRGRRRRRR!!!!!
„Entschuldigung Doktor!“, schreie ich ihm nach und folge ihm weiter.

„Tut mir Leid, aber ich habe eine Visite zu erledigen!“

„Herr Doktor!“

„Ich kann jetzt nicht, ich muss zu Herrn Hakala!“

„...........“

Ich glaub es nicht..
Ich GLAUB es nicht....

„Herr Doktor!!!!“

„WAS ist denn?? Ich habe es eilig, die Visite hätte ich schon vor längerem machen sollen!“

„Herr Doktor, ich bin Hakala!“

„Ach? Na dann kommen Sie mal mit!“, lacht der Arzt und betritt, nachdem er kurz geklopft hat, ein, mein, Zimmer.
Schweigend und meine Wut unterdrückend folge ich ihm.

„Herr Hakala?!“ Plötzlich fängt der Arzt an im Zimmer umherzuwuseln, rauscht aufgeregt ins Bad und kommt „oh nein... oh nein“ murmelnd wieder heraus.
Dann wendet er sich leicht entsetzt mir zu.

„Herr Hakala, Ihr Bruder ist weg!“


SO
EIN
TROTTEL
!!!


Wie blöd kann man bitte sein?!
Wha!!!
Ziemlich wütend fauche ich ihm in einem Anflug von Erbarmen zu: „Herr Doktor!
Ich BIN Hakala! Der PATIENT Hakala! DER Hakala, den Sie da gerade suchen!“

Der Arzt dreht sich zu mir um, sieht mich von oben bis unten an und meint dann etwas gezwungen lächelnd „Na so was... hehe.... Ich dachte schon, sie wären verschwunden... Ha ha... So was aber auch.... hehe...“

Mit einem Blick, der töten könnte, sehe ich ihn an und gehe dann zu meinem Bett um mich schnaufend darauf niederzulassen.
„Nun Herr Doktor, würden Sie mir bitte zuhören?! Ich wollte wissen, wann ich denn endlich hier raus könnte? Gut gehen tut es mir jedenfalls schon. Also?“

Er überlegt etwas, sieht sich meine Akte durch und meint dann, dass ich heute noch gehen könnte und nur den Entlassungsschein unten abstempeln lassen müsse.

Erleichtert nehme ich den Zettel und die ganzen Tabletten die er mir reicht, lasse mir noch erklären wann ich welche Tabletten nehmen müsse und wo ich nun hin müsse und packe dann schnell die übrigen Sachen, die noch im Zimmer sind, bevor ich mich auf den Weg zu diesem Schalter mache, bei dem ich den Stempel bekommen sollte.

Bei dem Schalter angekommen, hinter dem eine schüchterne Dame um die 35 sitzt, mit dicker Brille und Oma-Weste, lasse ich mir den Stempel geben, muss der Dame noch ein Autogramm geben – wetten die hat KEINE kleine Schwester – und mache mich dann endlich auf den Weg zum Ausgang.
ENDLICH kann ich dieses schreckliche Krankenhaus verlassen.

Kurz vor dem Ausgang jedoch wird mein Blick von etwas anderem gefangen.
Wie in Trance bleibe ich stehen und kann nicht anders, als die Richtung zu ändern und meine Schritte zu diesem, neuen, Ziel zu führen.
Völlig weg nähere ich mich diesem Geschenk Gottes und starre es lange und träumend an.
Und plötzlich, als hätte etwas in meinem Inneren ‚Klick’ gemacht stürze ich mich auf meine Beute, diesem wundervollen, göttlichen..... Gott, so was könnte mir einen Orgasmus bescheren....

Ich liebe offene Buffets...........
Ich liebe sie........

Ein wenig hiervon, ein wenig davon und, oh, von dem da auch noch etwas!
Hach, ich bin im Himmel! Und die haben behauptet ich würde da oben nicht rein dürfen... Pah...
Buffet macht’s möglich...

Oh du mein Buffet,
diese Ode widme ich dir,
immer bleibe ich hier.
Oh du mein Buffet,
wie wunderschön du doch bist,
so schön, dass man dich isst!
Oh du mein Buffet,
das mich hier lässt fast sterben,
in dir tiefe Bissspurkerben!
Oh du mein Buffet,
wie ich dich doch begehre,
und mich an dir vollstens nähre.
Oh du mein Buffet,
was passiert denn jetzt mit mir?
fortgezerrt werd ich von dir.
Oh du mein Buffet,
wer ist nur dieser Übeltäter,
Lauri ist’s, dieser Verräter!
Oh du mein Buffet,
wo ich dich so sehr liebe
und dir mich so schnell........

„AU, LAURI, DAS TUT WEH!!“
„AKI DU GEILST DICH AN EINEM BUFFET AUF!“
„ICH TUE - WAS?!?!“
„DU SCHMACHTEST ES AN!“
„JA KLAR! ES IST JA AUCH EIN BUFFET!“
„ICH SCHMIER MICH MIT NUTELLA VOLL UND VON DIR KOMMT KEINE REGUNG ABER WENN DU EINEN ALTEN TISCH MIT VERDORBENEN FRÜCHTEN UND SAUREN JOGHURTS DRAUF SIEHST, WILLST DU IHN GLEICH VÖGELN?!?!!!“
„DAS JOGHURT IST NICHT SAUER!“

BÄNG, oh du mein armes Hirn,
befindlich hinter meiner Stirn,
da hast du wohl was abbekommen,
alles scheint so arg verschwommen,
sogar jetzt noch reimst du daher,
aufzuhören, das fällt so schwer,
ein Schlag, ja der tut schon weh,
sogar noch unt’, im großen Zeh,
denn irgendwo muss eine Synapse sein,
oder mehrere, bei dieser Pein,
doch, dass du wurd’st geschlagen, nein,
das kann einfach kein Versehen sein,
Lauri dieser kleine, winz’ge Wicht,
tat’s mit voller, mit Absicht,
haute dir, mir, eine rein,
und nun spür ich diese Pein,
wie sie zerrt an meiner Seel’
kein einz’ger Laut kommt aus meiner Kehl’,
bevor ich ohnmächtig werde,
aber davor noch „Arschloch!“ gebärde.

Langsam gette ich again zu mir und looke mich confused um.
Ich bin wieder there.
Well.... ’till auf meine Sprache... What ein bummer!
....Hit mich someone, bitte?!
Einige Zeit später, kommt mein Sprachverständnis wieder zu sich, ich kann wieder normal denken, insofern ich das je konnte, und merke somit, dass scheinbar nicht nur das gelitten hat, denn als ich meine Umgebung wieder ordentlich wahrnehme, sehe ich Eero, der sich über mich beugt und besorgt mein Gesicht betrachtet.

„Alles ok?“, flüstert er mir zu und ich nicke nur etwas belämmert.
„Gut...“, flüstert er weiter.
„Wieso flüsterst du?“, flüstere ich.
„Du flüsterst doch auch“, flüstert er wieder zurück.
„Ja weil du flüsterst!“, flüstere ich leicht verärgert, worauf er flüstern will, aber von einem anderen Flüstern unterbrochen wird, „Wieso flüstert ihr?“, flüstert Pauli.
„Das wollten wir gerade rausfinden! Und Dazwischenflüstern ist unhöflich!“, flüstert Eero ihm säuerlich zu.
„Genau, du hast echt kein Benehmen!“, flüstere ich bekräftigend.

Plötzlich geht die Tür auf – wo kommt die denn plötzlich her? – und der Arzt kommt herein und fragt gut gelaunt „Na, Herr Hakala?! Wie ich hörte sind sie wieder wach?“, bevor ihn drei „Pssssst!“s direkt in.... die Gehörgänge treffen....
„Was?“, flüstert er darauf erschrocken und ich kanns mir nicht verkeifen und schreie euphorisch, und natürlich flüsternd: „Flüsterrunde!!!!“
„Stille Post?“, fragt er, flüsternd.
„Nääää, dafür sind wir zu alt!“, flüstern wir zurück.

Kurz später und jeder um eine Watschn reicher sitzen wir da und der Arzt starrt in mein Auge.
Durch dieses Teil, das dafür da ist natürlich...
„Ja ich denke sie sind wieder voll da und haben keinen Schaden genommen...“
„Bis auf den Seelischen...“, fange ich an zu heulen.
„Och Aki!“, schon steht Pauli bei mir, schaut mich mitleidig an und streicht mir beruhigend über den Rücken.
„Sie dürfen gehen!“
„Danke“, meint Eero freundlich, gibt dem Arzt schnell die Hand und drängt uns aus dem Untersuchungszimmer, in das ich scheinbar verfrachtet wurde.

„Er hat mich geschlagen......“, ich schniefe laut, „Geschlagen!“, ein Schluchzen, „Verdammt......... Ich.... ich..... Whaaa.....“ und schon liege ich vollends heulend in Paulis Armen und kann auch nicht mehr aufhören, so sehr hat es mir wehgetan, dass Lauri es wirklich gewagt hat mich zu schlagen.

Ich geb’s ja zu, ich bin empfindlich....
Ich überleb’s wenn mich mal wer haut, Spass halber, oder jemand den ich hasse oder so, aber einer meiner besten Freunde?! LAURI?!
Das vertrag ich nicht.......
Rein körperlich ist es kein Problem, aber innerlich ist es um vieles schmerzhafter....

Wo ist der eigentlich? Lauri?
Wieso war er nicht bei mir und hat sich entschuldigt als ich aufgewacht bin?
Hätte sich entschuldigt? Um Verzeihung gebeten und beteuert, dass er es nicht wollte?
Wo ist er?

„Er ist abgehauen.“, meint Eero plötzlich leise.
Schniefend und tränenüberströmt sehe ich zu ihm.
„Nachdem Lauri dir eine reingehauen hat, hat er zuerst nur geschockt auf dich gestarrt, wie du da bewusstlos zu Boden gingst und hat dann gezittert als wären 400°C Minus und ist dann als wir alle umeinandergeschrieen haben weggerannt. Einfach gerannt.... Wo er jetzt ist wissen wir nicht...
Er könnte überall sein......
Es könnte ihm sonst was passiert sein.....
ER könnt SICH sonst was getan haben......“

Nun wieder noch mehr heulend wende ich mich wieder Pauli zu um seinen Pulli noch etwas mehr einzuweichen.

Wenig später sitzen wir zu dritt in einem Taxi uns schweigen uns an.
Nichts tut sich in meinem Kopf. Mir fällt nichts ein was ich sagen oder tun könnte oder wollte und auch den anderen beiden scheint nichts in den Sinn zu kommen.
So sitze ich, an das kalte Fenster gelehnt da und starre auf die dunkle Straße.
Es ist wieder Nacht geworden.
Und plötzlich kommt mir ein Gedanke.
Sofort sitze ich kerzengerade da und starre geradeaus auf einen Punkt der kein Punkt ist und fange an vor Aufregung leicht zu zittern.
Schon haben sich die beiden zu mir gedreht und sehen mich ängstlich, doch erwartungsvoll an.

„H....h..... h.....“, ich versuche ordentlich zu Atem zu kommen und endlich etwas sagen zu können. „H.... h..... h.....“
HALLO SPRECHZENTRUM DES HIRNS, KOMM IN DIE GÄNGE!
„H....h.....h....!“
„Ja?“, fragt Pauli vorsichtig.
„H.....h......h..... Das stimmt nicht!“
„WAS?“, fragt Eero sichtlich verwirrt und ich drehe mich mit großen Augen zu ihm.
„Es stimmt nicht!“
„Was stimmt nicht?!“

„Es kann nicht gezittert haben wie bei 400°C Minus!“
Zwei ungläubige und zur Gänze verwirrte Blicke von zwei ungläubigen und zu Gänze verwirrten Männern sind auf mich gerichtet und endlich schaffe ich es zu sagen was ich sagen wollte.

„Weil nämlich bei Minus 273,15°C der absolute Nullpunkt erreicht ist und da keine Bewegung der Teilchen mehr möglich ist!“

Blau. Fragezeichen?? Wieso denke ich jetzt an ‚Blau’???
Blauer Himmel?
Vergessen wir’s.
Blauer Pulli. Auch nicht.
Blaue Fassade. Könnt sein. Oh. Unser Hotel.....
NEIN, NICHT UNSER HOTEL!

Wir steigen aus dem Taxi, ich mit tiefster Trauermine, Eero und Pauli die Augen verdrehend.
Als wir vor dem Eingang stehen, dreht Pauli sich zu uns zu.
„So Leute, ich begebe mich jetzt mal zur nächsten Apotheke. Wir brauchen ja noch das Zeug für unseren armen, kranke Aki.“
Fragend sehe ich ihn an, aber ohne Erfolg, denn noch bevor ich zu meinem Blick noch auditiv etwas unternehmen kann, ist er weg.
Ich richte meinen fragenden Blick auf Eero, der zuckt allerdings nur mit den Schultern und so gehen wir weiter.

In der Lobby fällt mein Blick wie automatisch auf den Lift.
Bitte, bitte, biiiiiitteeeee funktioniere!

Hmm.... Spinne ich oder hängt da kein Schild mehr dran?
Oh... Sag bloss..... ER FUNKTIONIERT?!
Kein Schild. Er geht wieder..... Er geht tatsächlich wieder!!!!
Von Freude gepackt renne ich auf den Lift zu, werfe mich vor ihm auf die Knie und bestaune ihn.

Als Eero zu mir kommt, grinst er mich an und meint ebenfalls glücklich: „Endlich keine 14 Stockwerke mehr zu Fuß gehen! Unser Leben und vor allem unsere Beine sind gerettet!“

Gerade als ich aufgestanden bin und auf den Ruf-Knopf drücken will, kommt ein etwas älterer Herr daher, der ein Standschild trägt und uns nun anstarrt.
Wir starren zurück.
Er starrt weiter.
Wir starren weiter.
„Monsigneurs. You can not take that elevaatoor. It is not in function.“, meint der Mann in ziemlich schlechtem Englisch.

„But it IS working! The sign’s gone!”
“We just do an other sign. A standing.”
Und er stellt das mitgebrachte Schild auf, auf dem in großen Buchstaben steht:

---- Störung ----
Leider ist die Benutzung des Aufzuges momentan nicht möglich.
Grund ist ein technisches Problem.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
-----------------


........Ich sterbe.......
NEEEEEIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!
Wie kann man mir das antun?!
Wie kann man mir mein Glück nur so zerstören?!
Wie nur?! WIE?!?!

Rot.
Ich sehe rot. Gleich tue ich es und verfalle in Raserei.
Eero zerrt mich von dem Mann weg, auf den ich beinahe losgegangen wäre und dann passiert es.
Mein Gesicht färbt sich rot, ich plustere mich auf und dann bin ich rasend.
Rasend vor Wut auf dieses scheiß Hotel.

Ich renne los. Renne einfach so vor mich hin und vergesse alles um mich herum.
Ich renne und renne. Stolpere fast, aber renne weiter. Immer weiter...

Schließlich beginne ich mich wieder etwas zu beruhigen.
Als ich wieder einigermaßen „normal“ bin, beginnt es in meinem Bauch zu drücken.
Seitenstechen... Wundervoll.....
Völlig fertig von dem ganzen Gerenne stütze ich mich an eine Wand und versuche so tief wie möglich durchzuatmen.
Luft raus. Luft rein. Alle Luft raus. Luft rein. Noch mehr Luft raus. Ein bisschen wieder rein.
Lungen, füllet euch!

Langsam merke ich, wie das Seitenstechen verschwindet und ich wieder etwas zu Atem komme.
Dennoch bin ich vollkommen hinüber.

Ich glaube....
Ich sollte mehr Sport machen.
Ein bisschen Joggen in der Früh. Oder Radfahren. Oder Nordic Walking...
Jo genau.
[Zitat Anfang]
Morgen jogge ich mal!
...
Natürlich ist es Anfangs kalt...
Dann aber wird’s warm und schweißtreibend...
Ich kriege Blasen an den Füßen.....
Und tagelang werde ich steif und lahm sein....
....
Hmmm....
....
Joggen selbst wäre wohl nicht schlecht, aber der Gedanke daran bringt mich um....
[Zitat Ende] [P.Z.: Wer kann mir sagen von wem das Zitat stammt? *g*]

Ich glaub, das mit dem Sport lass ich doch lieber.....
Viel zu anstrengend....
Ich bleibe bei Hirn- und Matratzensport.

Jetzt hab ich sogar mein persönliches Sportgerät immer dabei.
Muss mich nur dran gewöhnen.......
...
WAS ZUM HENKER DENKE ICH DA?!

Schluss jetzt!
Aus! Hör auf damit!!!

Schnaubend stoße ich mich von der Wand ab, mache ein paar Schritte zurück und starre auf die Wand.
Eero, hiermit stehst du auf meiner „Zu-erschiessen“-Liste!
Vor mir prangt ein Schild mit der wundervollen Zeile: 9. Stock

Eero, du bist tot! Du hast mich einfach ins Stiegenhaus geschoben und ich, in meiner Raserei, merk natürlich nichts.
Du fieses, fieses...... AGRRRRR!!!!!

Wütend stampfe ich die Stiegen weiter hinauf.

184.Stufe... Ich töte ihn.
187.Stufe... Ich werde ihn TÖTEN!
193.Stufe... Und Boah, wie ich stinke...
196.Stufe... Dieses Gerenne tut meinem Geruch echt nicht gut...
198.Stufe... Da hilft dann nicht mal mein Parfum...
204.Stufe... Das Deo hat eh schon versagt....
208.Stufe... Vor langer, langer Zeit....
210.Stufe... Also, sobald ich oben bin nehme ich eine Dusche.
217.Stufe... Aber sofort!
225.Stufe... Wenn ich denn endlich oben ankommen würde...
230.Stufe... Hallo? Bin ich bald da?!
275.Stufe.... Jah.... gleich.... Gleich bin ich da.... Gleich gibt’s eine schöne, angenehme Dusche.......
279.Stufe.... Und danach.... ein BETT....Haaach........

Seufzend komme ich oben an und marschiere sofort schnellen Schrittes zu unserem Zimmer.
Gleich nachdem ich es betreten habe, ziehe ich meinen Pulli aus, schmeiße ihn aufs Bett und betrete das Badezimmer.
Gott, wie sehr ich diese Dusche jetzt WILL!
In Windes Eile reiße ich mir den Rest meiner Kleidung vom Leib, werfe meine Brille, mehr als dass ich sie lege, auf das Waschbecken und reiße die Duschkabine auf.

Und schon prasselt das Wasser auf mich herab.
Herrlich....
Ich liebe Duschen.....

Glücklich drehe und wende ich mich mit geschlossenen Augen unter dem warmen Wasser, genieße es, wie es über meine Haut rinnt und mich erwärmt und kann gar nicht mehr aufhören selig zu lächeln.
Dann beginne ich leise ein Lied zu summen, werde bei der Gewissheit, dass mich eh niemand hört immer lauter und fange an richtig zu gröhlen.

„IN EINEM UNBEKANNTEN LAND
VOR GAR NICHT ALLZU LANGER ZEIT
WAR EINE BIENE SEHR BEKANNT
VON DER SPRACH ALLES WEIT UND BREIT

UND DIESE BIENE, DIE ICH MEINE, NENNT SICH MAJA,
KLEINE FRECHE SCHLAUE BIENE MAJA.
MAJA FLIEGT DURCH IHRE WELT,
ZEIGT UNS DAS, WAS IHR GEFÄLLT.
WIR TREFFEN HEUTE UNS'RE FREUNDIN BIENE MAJA,
DIESE KLEINE FRECHE BIENE MAJA.

MAJA, ALLERLIEBE MAJA,
MAJA, MAJA, MAJA, MAJA,
MAJA, ERZÄHLE UNS VON DIR!

WENN ICH AN EINEM SCHÖNEN TAG
DURCH EINE BLUMENWIESE GEH,
UND KLEINE BIENEN FLIEGEN SEH,
DENK ICH AN EINE DIE ICH MAG.

UND DIESE BIENE, DIE ICH MEINE, NENNT SICH MAJA,
KLEINE FRECHE SCHLAUE BIENE MAJA.
MAJA FLIEGT DURCH IHRE WELT,
ZEIGT UNS DAS, WAS IHR GEFÄLLT.
WIR TREFFEN HEUTE UNS'RE FREUNDIN BIENE MAJA,
DIESE KLEINE FRECHE BIENE MAJA.

MAJA, ALLERLIEBE MAJA,
MAJA, MAJA, MAJA, MAJA,
MAJA, ERZÄHLE UNS VON DIR!

MAJA, ALLERLIEBE MAJA,
MAJA, MAJA, MAJA, MAJA,
MAJA, ERZÄHLE UNS VON DIR!“

Während ich singe, schwinge ich meine Hüften und tanze etwas dazu.
Ich liebe es zu duschen....
Man ist dann immer so.... frei... und keiner sieht einen...... Hach, ich liebe es....

Nun wende ich mich aber meiner Hygiene zu und taste an der Duschwand entlang, leise „Rasierer, wo bist du....“, murmelnd.
Und schon hab ich ihn in der Hand.
Hä? Wie ging das denn jetzt?
Aber egal....

Ohne weiter nachzudenken beginne ich mich zu rasieren, immer weiter das Lied singend und dabei immer schön arschwackelnd.
Als das Lied schließlich zu Ende ist, versuche ich noch eine abschließende Pirouette zu drehen.
Sie misslingt mir...
Nach etwa drei Vierteln bleibe ich stehen und öffne genervt die Augen.
Dass mir diese Pirouetten auch nie gelingen.... Ts....

Doch kaum nehme ich meine Umgebung etwas besser wahr, reiße ich die Augen auf.

Vor mir, an die Duschwand gedrückt, mich anstarrend, als wäre ich eine Erscheinung, zitternd und völlig entsetzt steht Lauri.

Nicht Herr über meine Sinne, würge ich ein „Was tust du denn hier?!“, heraus.
Er stottert mühevoll ein „Ei-eigentlich.... wo-wollt ich du-du-duschen...“.
Wir sehen uns an und dann, aus heiterem Himmer und zur selben Zeit, in der selben Sekunde, fangen wir an loszukreischen/quietschen.

„AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“

„GOTT, LAURI! WIE KANNST DU MICH NUR SO ERSCHRECKEN!“, kreische ich ihn an, mir so schnell und wohl oder übel auch so ungeschickt wie möglich ein Handtuch umbindend.
„ICH WAR SCHON DRIN, ALS DU REINGEKOMMEN BIST! DUU HAST MICH EINFACH NICHT BEMERKT!“, gibt Lauri, sich ebenfalls etwas umbindend etwas verzweifelt und rot wie eine Tomate zurück.
„PAH, ICH BIN HALT HALB-BLIND OHNE BRILLE! DAS WEISST DU UND DU HÄTTEST AUCH WAS SAGEN KÖNNEN!!!!“
„Aber.... Wie denn...“, flüstert er leise, während er den Boden anstarrt.
„ABER?!“
Er schnieft kurz auf und rennt dann, sich von mir abwendend und mir bloß nicht in die Augen sehend aus dem Badezimmer.

Stöhnend drehe ich mich um und eile aufgebracht hinterher.
Als ich aus der Tür trete, höre ich die Balkontür gerade noch zufallen, doch bevor ich hinaustrete hole ich mir schnell noch eine Hose zum anziehen um nicht völlig nackt und nur im Handtuch da draußen zu stehen.
Ich gehe immer noch wütend zur Tür, drehe dann aber kurz davor noch mal um und marschiere zurück Richtung Bett.
Beim dritten Anlauf öffne ich schließlich wirklich die Tür und trete hinaus.
Kurz muss ich mich umsehen, ehe ich Lauri entdecke, der schluchzend und den Kopf in die Hände vergraben in einer Ecke des Balkons hockt.

Ich gehe zu ihm und setze mich neben ihn.
Kurz blicke ich durch die Gitterstäbe des Geländers in die Ferne, bevor ich den mitgebrachten Pullover nehme und ihn Lauri mit den Worten „Zieh das an, es ist kalt..“ umlege.
Er heult kurz herzzerreißend auf, nimmt dann aber den Pullover und zieht ihn sich umständlich an.

„Jetzt sag schon, Lauri.... Was ist los?“
„Nichts!“, meint er leise kreischend und dreht sich von mir weg.
„Lauri-“
„Schon klar, dass du mir nicht glaubst!“, faucht er mich immer noch heulend an, „Wie hätte ich denn etwas sagen sollen, als du da plötzlich reinkamst?! WIE DENN?! Verdammt, ich hab KEIN WORT rausgebracht!!“ Ein weiteres markerschütterndes Schluchzen.
Betreten starre ich auf den Boden, bevor ich einen Arm um Lauri lege und ihn leicht an mich ranziehe.
Leicht streiche ich ihm üben Rücken und Schulter, während ich immer wieder leise „Psch.... Beruhig dich.... Ist ja gut....“ murmle.
Und tatsächlich, mit der Zeit scheint er sich zu beruhigen und hört dann auch auf zu schluchzen.
Nur manchmal schüttelt es ihn kurz.

Nachdem er einige Minuten still ist, erhebe ich mich und halt Lauri die Hand hin um ihm aufzuhelfen.
Er steht auf, ohne sie zu beachten.

Mich völlig ignorierend geht er zurück in unser Zimmer und ich folge ihm nur schweigend und etwas verwirrt von seinem Verhalten.
Er zieht sich in Windeseile an, wirft mir dann einen tödlichen Blick zu, über den ich erstmal mehr als verwirrt bin und stürmt dann aus dem Zimmer.
Mich lässt er zurück.
Verwirrt und ziemlich geschockt...
Ich versteh jetzt überhaupt nichts mehr....

Verwirrt stehe ich einige Zeit lang da, starre die Tür an und gehe dann mechanisch zum Bett, auf das ich mich lege.
„Herr Doktor, ich verstehe die Welt nicht mehr..“, beginne ich zu dem nicht-anwesenden-Psychiater zu sprechen.
„Die ganze Welt hasst mich. Und alle tun Dinge, die ich üüüberhaupt nicht verstehe.... Was ist mein Problem, Doktor? Bin ich krank?“
Leise schniefe ich, reibe mir über die Augen und fahre dann fort.
„Ich meine... Ich lebe so in meinen Tag hinein und plötzlich finde ich heraus, dass einer meiner besten Freunde auf mich steht. Ein Mann!!
Wen würde das nicht schocken?! Und dann geschehen allerlei Dinge, die man nur mäßig steuern kann.... Wir haben fast..... Also, ich meine....
Ich hab doch nichts getan....
Und dann habe ich versucht ihn weiter als Freund zu behandeln, bis ich genaueres darüber weiß, wie meine Beziehung zu ihm aussieht...
Aber.... immer passiert irgendwas.... Ich mein... Ich bin im Krankenhaus gelandet! Im Krankenhaus!
Und dort hat er mir erst einen Kuss gegeben und mir dann eine reingehaun... Was soll ich da noch denken?!
Ich bin völlig fertig....
Und jetzt hat er geheult.... Wegen mir?!
Und dann war er wieder sauer....
Ich versteh ihn echt nicht...
Hat er seine Tage oder was?!
Naja... Ich weiß einfach nicht was ich tun soll....
Ich muss ihn unbedingt ordentlich fragen, was das eben sollte....
Ja, genau... Ich such ihn jetzt und dann red ich mit ihm. Ich werd ihn fesseln, damit er nicht abhauen kann.
Ja, genau das mache ich jetzt!
....Danke Doktor! Sie haben mir wirklich sehr geholfen! Danke Danke!“, euphorisch und vom ärztlichen Rat beflügelt und voller neuer Tatendrang springe ich auf, ziehe mich ordentlich an, wundere mich über mich selbst, als ich plötzlich ein „Freut mich, dass ich helfen konnte“ geflüstert höre, ohne zu wissen woher es kommt und stürme ebenfalls aus dem Zimmer und den Gang entlang.

Schon ertönt mein Klopfen durch den Gang, doch ohne zu warten, renne ich voller Ungeduld einfach Eeros und Paulis Zimmertür ein, mit den Worten:

„Wenn die koan Almdudler hom, geh i wieda ham!“

Übersetzbar mit: „Leute, ich muss euch mal kurz stören, ich muss mir was von euch ausborgen!“


Ein entsetzt blickendes Augenpaar sieht mich an.
Zu diesem Augenpaar gehört ein Gesicht dessen Mund kurz davor ist irgendwo gaaanz weit unten aufzuschlagen.

Pauli vollkommen ignorierend stürme ich auf die beiden Koffer zu und fange an in ihnen herumzukramen.

„He Pauli, wo habt ihr euren *geheimes Zeug*?“
„Was?!“
„Na die Plüschhandschellen!“

Dann ist er erstmal ruhig, während ich weiter die Ordnung in den Koffern durcheinander bringe.

„Im Außenfach von Eeros Koffer...“, murmelt er dann genervt, als ich beginne, diverse Kleidungsstücke durchs Zimmer zu werfen.

Grinsend krame ich dort und halte nicht viel später tatsächlich mit einem enormen Grinsen Rosa Plüschhandschellen in die Höhe.

„Also ich borg mir die mal aus!“, rufe ich Pauli noch schnell zu und bin schon wieder aus dem Zimmer raus und rase in unseres zurück.
Dort schnappe ich mir noch schnell einige andere Sachen und schon bin ich weg.

„LAURI!!!! BLEIB STEHEN VERDAMMT!“, schreie ich die sich mit schnellen Schritten fortbewegende schwarz gewandete Gestalt an.
Erstaunt dreht sie sich um und ich werde augenblicklich rot, während die Dame nur über die Jugend von heute schimpfend den Kopf schüttelt und weitergeht.

Mir den Nacken reibend sehe ich mich weiter um und versuche irgendwo Lauri auszumachen.
Sinnlos.
Es befindet sich nicht in meinem Sichtfeld, soviel ist klar....

Dann wird das wohl wieder so eine ewig lange Suche, bei der ich ihn nicht finde und schließlich auf irgendeinem dämlichen Balkon von ihm überfallen werde...
So ein Mist.

Fluchen arbeite ich mich durch die Straßen auf der Suche nach Lauri.
Ich versuche mir vorzustellen, wie er wohl denken würde, wo er denn hingehen würde, versuche so zu denken wir er und stolpere als Resultat dieses Versuches gleich einmal über meine eigenen Füße.
Toll gemacht, Aki... Ganz toll....

Böse und vor allem unsittliche Wörter ausrufend wende ich mich um und gehe wieder in Richtung Hotel.
Irgendwo muss er doch sein.
Beziehungsweise muss er ja irgendwann wieder zurückkommen, außer er will im Freien übernachten.
...
Neeeeee, niemals.
Dazu ist er viel zu heikel.

Über diesen Gedanken muss ich kurz kichern und bleibe stehen, um mich zu beruhigen und nicht die ganze Zeit zu torkeln. Nachdem ich das geschafft habe entdecke ich durch zufälligen Zufall ein Schild.
Und nicht nur ein Schild. Nein, ein Schild mit einem Straßennamen darüber.
Und alle meine inneren Stimmen kommen zu dem einen Schluß, nämlich, dass das nicht gut war.
Gar nicht gut.
Überhaupt nicht gut.

Denn jetzt schreit mein nicht existenter Orientierungssinn:

WO BIN ICH?!


Darauf folgen ein paar verwirrte Blicke, einige „Oooh“s gefolgt von gleich vielen „Hm.... Nein, doch nicht....“.
Schlußendlich bin ich mir wirklich sicher, dass ich zurückgefunden hätte, hätte ich dieses Schild nicht gelesen.
So allerdings habe ich keine Ahnung wo ich bin.
Nicht die geringste.

Sollte mir das Angst machen?
Nein, nicht nötig.
Ich steig einfach in ein Taxi und fahre zum Hotel.

Wieso ich trotzdem Angst habe?

Weil hier verdammt noch mal kein Taxi ist!!!

So beschließe ich etwas herumzuwandern, auf der Suche nach einem Taxi.
Sieht vermutlich ziemlich seltsam aus.
Ein Mann orientierungslos herumlaufend, und das mit Rosa Handschellen in der Hand.
Also ich würde so jemanden anstarren. Und wie...

Und nun Konzentration.
Da vorn ist ein Taxistand.
Und da steht ein Taxi.
Von der anderen Seite nähert sich jemand eben diesem Vehikel und peilt es schon an.
Oh, nein, Jungchen, das ist meines. Meines!
Fies kichernd beschleunige ich meine Schritte und hechte quasi auf den Auto zu.
Doch zu früh gefreut. Der andere bemerkt mich und beginnt nun auch schneller zu gehen und schließlich zu joggen.

Beide rennen wir schließlich auf das Taxi zu, reißen gleichzeitig die Türen auf und lassen und mit einer Mordswucht in den Sitz fallen.
„Wohin soll’s gehen?“, fragt mich der Mann und schnaufend starre ich ihn an, wie er das Auto startet und den Taxameter neu einstellt.

Nach einigen Sekunden bin ich aus meiner Starre erwacht und nenne ihm die Adresse des Hotels. Oder eigentlich nur den Namen.
Aber ich denke, das gilt auch als Adresse.
Auf jeden Fall scheint er zu wissen wo es hingehen soll und wir fahren durch die Straßen.

Im Hotel angekommen überlege ich kurz ob ich noch mal alles hier absuchen soll, verneine mir diese Frage aber sofort selbst, denn darauf habe ich nun wirklich keine Lust.

Mühsam beginne ich alle diese idiotischen Stiegen zu erklimmen, was anfangs noch recht gut funktioniert, mit der Zeit aber wirklich mühsam wird.

Nach einer Ewigkeit bin ich oben angekommen, stoppe dann aber kurz vor unserem Zimmer.
Einige Minuten stehe ich einfach nur still vor der Tür, versuche ruhiger zu atmen und meine Gedanken zu ordnen.
Wenig später resigniere ich und beschließe, da Lauri vermutlich im Zimmer ist, erst noch etwas frische Luft zu schnappen, also wende ich mich in Richtung der Dschungel-Terrasse.

Ein weiteres Mal kämpfe ich mich durch all das Grünzeugs und lehne mich tief einatmend an das Geländer.

„Schön, nicht wahr?“

Ich seufze ein leises „Ja...“, bevor das eben Geschehene zu mir durchdringt und ich mich zu der Stimme umdrehe.

Neben mir steht Lauri, an das Geländer gelehnt und mich ansehend.
Ich muss schlucken.

„Lauri..“, meine ich stotternd, doch bevor ich fortfahren kann, liegt ein Finger Lauris auf meinen Lippen, der mich zum Schweigen bringt.

Unfähig etwas zu sagen verziehe ich mein Gesicht so, dass es einen fragenden und verwirrten Ausdruck annimmt, was Lauri erstmal Grinsen lässt, bevor er sich kurz wegdreht, ein paar mal tief durchatmet und dann mit seiner „Rede“ beginnt.

„Aki, es tut mir Leid was ich getan habe...
Ich hätte weder weglaufen sollen, noch dir irgendwelche Dinge an den Schädel werfen sollen, noch sonst irgendetwas von dem, was ich getan habe....

Es ist einfach so.... Also...... Naja... Ich kann nichts dagegen tun.... Ich liebe dich, Aki!
Ich tue es so sehr, dass ich nicht ertragen kann, wie du mit anderen flirtest, wie du.... wie du andere Menschen anschaust....

Ich weiß ich bin extrem eifersüchtig....
Und dabei hab ich nicht mal ein Recht darauf...
Ich... Ich......“, leises Schniefen, „Ich weiß nicht was ich tun soll...“, er geht zu Boden und kann sich nur noch mit letzter Kraft am Geländer anhalten,
„Ich liebe dich so sehr, dass ich einfach nicht weiß was ich tun soll, wenn du mich nicht liebst....
Und.... d-da du das ja.... nicht.... tust..... bin ich völlig fertig....“, mühsam rafft er sich auf und geht in Richtung Ausgang, während er leise flüstert:
„Ich werd mich jetzt ins Bett legen und in Selbstmitleid und Frust und Leid und was weiß ich was noch suhlen.....“

Etwas erschrocken stehe ich erst ein paar Momente nur still da, bevor ich ihm nachgehe und gerade noch so hinter ihm durch die Tür schlüpfen kann.

Im Hotelzimmer angekommen, legt er sich ohne mich zu beachten ins Bett und starrt die Zimmerdecke an.
Ich atme tief durch und setze mich zu ihm an die Bettkante.
„Hand her!“, befehle ich einigermaßen harsch und so befehlsmäßig wie ich kann.
Mit einem fragenden Blick sieht er mich an, bevor er träge seine Hand hebt und mir reicht.
Ich nehme sie in meine und beginne dann in meiner Tasche zu kramen.
Nach langem Herumgewühle in den abertausenden Taschentüchern, die ich dort zu lagern scheine, finde ich endlich, was ich gesucht habe und hole es raus.
Mit einem leisen Klicken schlisst sich die Handschelle um Lauris Handgelenk und kurze Zeit später auch um meines.

„So, mein Lieber. Jetzt kannst du erstmal nicht weglaufen.“

Geschockt werde ich angestarrt.

„Also.. Lauri...
Es hat mich anfangs ziemlich geschockt, als ich rausgefunden habe, dass du... naja... in mich verliebt bist....
Naja... Es hat sich viel ereignet in dieser kurzen Zeit und ich hab viel nachgedacht....“
Ein skeptischer Blick.
„JA, gedacht!
Also jedenfalls bin ich zu dem Schluss gekommen....
Ach ich weiß nicht...“
Tiefes Durchatmen meinerseits.
„Naja... Wir... Wir können’s ja mal versuchen....“, stottere ich schließlich zusammen und erröte postwendend.

Erst ist es Still im Zimmer.
Man hört nur das leise Atmen.
Und nicht mal das richtig....

„Wenn du das ernst meinst.... dann..... küss mich...“, ertönt plötzlich ein Flüstern von Lauri.

Ich sehe ihn einige Zeit nur schweigend an, bevor ich mich zu ihm hinunterbeuge, jedoch kurz vor seinem Gesicht wieder abstoppe.
Ich atme tief ein und berühre schließlich seine Lippen mit den meinigen.

Kurze Zeit herrscht in mir das Gefühl, als würde mein Herz still stehen.

Langsam beginne ich ihn zu küssen und nach unendlich erscheinender Zeit beginnt er den Kuss zu erwidern.

Sanft küssen wir uns, sind in einer Art Strudel gefangen, der uns immer tiefer hinunter zieht.

Ich spüre eine Hand, die sich sanft in meinen Nacken legt und diesen vorsichtig streichelt.

Langsam fahre ich mit meiner freien Hand über Lauris Seite, was diesen dazu verleitet uns umzupositionieren, sodass wir beide auf der Seite liegen, uns immer noch küssend, aber den Kuss langsam intensivierend.

‚HEY, WER VON UNS SABBERT DA SO VIEL?!’, denke ich aufgeregt und nach einiger Zeit:
‚Ups... Bin scheinbar ich....’

Nach vielen Zeigerumdrehungen (und damit meine ich NICHT den Sekundenzeiger) trennen wir uns voneinander und sehen uns lange an, beide mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Aki...“, flüstert Lauri sanft, „Du sabberst....“

So vergehen die Stunden mit innigen Küssen, hier-und-da-Angegreife und leisen Kommentaren.

Ich denke es war keine schlechte Entscheidung es mal mit Laui zu versuchen.
Über das Küssen hinauszugehen hab ich ihm mal für einige Zeit ausgeredet, dafür darf ich aber mit niemandem flirten.
Wird sich arrangieren lassen....

Jetzt liegen wir jedenfalls engumschlungen in unserem Bett und ich beobachte Lauri beim Schlafen, wie er leise vor sich hin schnorchelt und dabei aber ein unheimlich süßes Gesicht zieht.
Doch besonders angezogen bin ich von seinem überglücklichen Lächeln....

Langsam beginnt er sich schwach zu bewegen. Hebt mal nur einen Finger, mal den halben Arm.
Schließlich öffnet er müde seine Augen und beginnt sogleich selig zu lächeln.

„Doch kein Traum...“, flüstert er mit kratziger Stimme, bevor er sich leicht zu mir beugt und mich küsst.

Zusammen stehen wir auf und merken als erstes einmal, dass wir diese Handschellen irgenwie runter kriegen müssen.

Leichter gesagt als getan ohne Schlüssel....

Also bereiten wir uns auf Mission: Schlüssel besorgen vor und schleichen dann zur Tür.
„Bereit, Agent Lauri?“
„Bereit!“
Tür auf, Kopf rausstecken und wieder rein.
„Kein Feind in Sicht, Sire!“
„Gut. Vorwärts Marsch!“
Und schon sind wir durch die Tür gehuscht und klopfen gegen Paulis und Eeros Zimmertür.

Ein verschlafener Eero sieht uns an und nachdem wir ihm unsere miteinander verbunden Hände ins Gesicht geschleudert bekommen hat, dreht er sich um und holt das gesuchte Objekt, schließt die Handschellen auf und schlägt uns dann in einer melodramatischen Geste die Tür vor den Nasen zu.

„Rückzug!“

Wieder in unserem Zimmer angekommen grinsen wir uns breit an und beginnen dann uns, unter ständigen Küssen, anzuziehen.

Nachdem wir halbwegs annehmbar aussehen, machen wir uns auf den Weg in die Lobby, wo wir uns mit unserem Abholkommando treffen sollen.

Unten angekommen werden wir erstmal fragend angestarrt, bis schließlich aus mit ein „Was ist?!“ herausplatzt.

„An Jacken habt ihr nicht gedacht, hm?“, wird uns grinsend und äußerst unterschwellig mitgeteilt, dass wir vergessen haben unsere Jacken anzuziehen und es draußen ARS**KALT ist.
Na danke.... Vielleicht hätten wir es nicht mitgekriegt, wenn wir nicht darauf hingewiesen worden wären.
So friert es uns natürlich sofort.
DANKE!

Grummelnd drehen wir uns um und stapfen die Stiegen hinauf.

4.Stufe... „Ich will nicht mehr Aki!“
6.Stufe... „Glaubst du ich will?“
1.Absatz... „Dieser blöde Lift...“, fluche ich vor mich hin.
3.Absatz... „Aki... Kuuuuuuss!“
31.Stufe... „Lauri, wenn wir noch länger rumknutschen kommen die noch nach....“
2.Stock... „Ich will jetzt bitte schon oben sein...“
56.Stufe... „Sind wir bald da?“
59.Stufe... Schnaufen.
63.Stufe... „Ja.... Bald...“
68.Stufe... Wieder Schnaufen.
7.Absatz... „Akiiii!“
75.Stufe... „Ok,ok komm her...“ Langeeeeeer Kuss.
4. Absatz... „Puh... Ich werd niemals mehr zulassen, dass ein so hohes Zimmer für uns gebucht wird...“
82.Stufe... „Nie mehr...“
7.Stock... „Lauriiiii!!! Küss miiiich!“
153. Stufe... „Sind wir bald daaaa?“
162. Stufe... „Sind wir daaa??“
9.Stock... „Jaaa, sind wir.“
192.Stufe... Schnaufen.
197.Stufe... Schweres Schnaufen.
21. Absatz... „Aki. ....... Ku....huss....“ Schnaufen.
13. Stock... „Aber meine Herren, was tun sie denn da?“

Leicht irritiert sehen wir auf die über uns stehende Hotelangestellte, die lächelnd und etwas verwirrt auf uns hinabblickt.

„Wir wollen unsere Jacken holen...“, meint Lauri schnaufend.

„Ach und da machen sie gleich etwas Stiegensteigen? Sportlich, sportlich!“, lacht die Frau vergnügt.

„Wie sollen wir denn sonst hier hochkommen?“, frage ich etwas genervt und stütze mich mit letzter Kraft an eine Wand.

„Na mit dem Personalsaufzug, der als Ersatz für den normalen Lift angeboten wird.
Wir können unsere Gäste ja nicht so viele Stöcke zu Fuß hinaufsteigen lassen.“


The End....



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